Machtkampf im Jemen

06. Juni 2011 07:38; Akt: 06.06.2011 10:14 Print

Saleh lehnte Machtübergabe ab

Kurz vor seiner Ausreise nach Saudi-Arabien forderten Vermittler den jemenitischen Präsidenten zur Aufgabe seiner Macht auf. Davon wollte Ali Abdullah Saleh aber nichts wissen.

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Mit mehr als 99,8 Prozent ist Abed Rabbo Mansur Hadi am 24.2.2012 zum neuen Präsidenten des Jemen gewählt worden. Ein historischer Moment: Im saudiarabischen Staatsfernsehen ist zu sehen, wie der langjährige jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh das Dokument zur Abgabe seiner Macht unterzeichnet. Auf den Strassen Sanaas demonstrierten die Menschen dagegen, dass die Unterschrift unter das Dokument Saleh und seiner Familie Immunität vor Strafverfolgung zusichert. Auch am gehen in der Hauptstadt Sanaa die Demonstrationen gegen den Präsidenten Saleh weiter. Zehntausend Menschen sind am in Jemens Hauptstadt Sanaa auf die Strassen gegangen und haben gegen Präsident Saleh demonstriert. Am kehrt Präsident Ali Abdullah Saleh erstmals nach vier Monaten in die Hauptstadt Sanaa zurück. Am wird mit neuen Granatangriffen im Jemen weitergemacht. Die Waffenruhe wird gebrochen. Die Proteste in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gehen auch am weiter. Tags darauf werden bei einem Granatenangriff auf diesem Platz mindestens drei Demonstranten getötet. Auch in der Stadt Taiz im Süden Jemens werden die Protestierenden von Sicherheitskräften vertrieben. Bei Protesten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind am mindestens 26 Demonstranten getötet und 200 weitere verletzt worden. Nach dem blutigen Wochenende herrscht im Jemen Ausnahmezustand. Im Jemen haben tausende Demonstranten zum Beginn des Studienjahres am die größte Universität des Landes gestürmt. Am haben Zehntausende Demonstranten die Söhne von Präsident Ali Abdullah Saleh zum Verlassen des Landes aufgefordert. Am schliessen sich 100 000 Menschen in einem Trauerzug in Sanaa zusammen. Nachdem bekannt wurde, dass Präsident Ali Abdullah Saleh das Land in Richtung Saudi-Arabien verlassen hat, bricht am Jubel auf den Strassen aus. Lautstark verlangen die Regierungsgegner in der Hauptstadt Sanaa den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh. Am Rande eines Bürgerkriegs: Rauch steigt auf in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Regierungsgegner leisten einem verwundeten Stammeskämpfer, der bei Gefechten mit der Armee verletzt wurde, erste Hilfe. Ein klares Ziel vor Augen: Dieser Demonstrant zeigt mit seinem Slogan unmissverständlich, wo er Präsident Saleh haben möchte. Ein Teil der Armee ist zu den Demonstranten übergelaufen. Als Zeichen der Solidarität mit ihnen strecken die Soldaten die Hände zusammen. Siegeszeichen der übergelaufenen Soldaten. Auch Frauen ... ... und ältere Stammeskämpfer gehen auf die Strasse, um ihren Frust mit lauten Parolen kundzutun. Rauchschwaden von brennenden Reifen steigen empor. Oppositionelle versuchen einen Strassenabschnitt zu blockieren. Auch die Stadt Taiz im Süden von Jemen kommt nicht zur Ruhe. Bei nächtlichen Auseinandersetzungen wurden mindestens 20 Aufständische getötet sowie über 150 verletzt.

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Internationale Vermittler haben den jemenitischen Präsidenten nach Informationen eines Oppositionsvertreters noch vor seiner Abreise zur schriftlichen Machtübergabe an seinen Vizepräsidenten aufgefordert. Dazu sollte Präsident Ali Abdullah Saleh ein entsprechendes Dekret unterzeichnen. Saleh habe dies abgelehnt und eine mündliche Vereinbarung angeboten, sagte der Vertreter der Oppositionspartei am Sonntag. Bestätigt wurde dies von einem ausländischen Diplomaten, der in die Reise Salehs involviert war. Zu den vermittelnden Staaten gehören die USA und Saudi-Arabien. Der verletzte Saleh hatte am Samstag ein Angebot des saudischen Königs Abdullah angenommen und war nach Saudi-Arabien gereist, um sich dort ärztlich behandeln zu lassen.

Nach der Ausreise Salehs haben Mitglieder von Jemens regierender Partei und der Opposition Verhandlungen aufgenommen. Grundlage für die Gespräche sei ein von den USA unterstützter Vorschlag, der einen Rücktritt Salehs vorsieht. Dies sagten Mitglieder beider Parteien am Sonntag.

Saleh will in zwei Wochen zurückkehren

Saleh war am Freitag bei einem Granatenangriff auf den Präsidentenpalast verletzt worden, bei dem nach jüngsten Angaben elf Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt wurden. Nach Angaben eines saudi-arabischen Vertreters wurde der Präsident anscheinend inzwischen erfolgreich operiert. Er wolle in zwei Wochen in den Jemen zurückkehren. Die Protestbewegung im Jemen, die seit Monaten den Rücktritt des Staatschefs fordert, hatte die Ausreise Salehs als Sieg gefeiert.

Appell an die Jemeniten

Fünf EU-Staats- und Regierungschefs riefen in einer gemeinsamen Erklärung zu einem umfassenden Dialog im Jemen auf. «Wir appellieren an die Jemeniten, in einem Geist der nationalen Einheit und des Dialogs (...) rasch den Weg der Versöhnung zu finden, damit das jemenitische Volk seine Regierung demokratisch wählen kann», hiess es.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der britische Premier David Cameron, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi und der spanische Ministerpräsident José Luis Zapatero forderten zudem «alle zivilen und militärischen Verantwortlichen im Jemen eindringlich auf, die vom saudi-arabischen König Abdullah initiierte Waffenruhe einzuhalten».

(sda/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 06.06.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleiben die arabischen Nachbarländer?

    Die arabischen Nachbarländer versagen auf voller Linie. Bei den Zuständen und der Gewalt in Syrien und dem Jemen wäre es an ihnen dort einmal durchzugreifen. Nicht die westlichen Länder wie in Lybien

  • Stinksauer am 06.06.2011 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bilderberg-Treffen

    Kommt wieder ein Treffen der G-20, welches NICHTS bringt ? Hoch lebe der Zerfall des US Dollars !!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 06.06.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleiben die arabischen Nachbarländer?

    Die arabischen Nachbarländer versagen auf voller Linie. Bei den Zuständen und der Gewalt in Syrien und dem Jemen wäre es an ihnen dort einmal durchzugreifen. Nicht die westlichen Länder wie in Lybien

  • Stinksauer am 06.06.2011 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bilderberg-Treffen

    Kommt wieder ein Treffen der G-20, welches NICHTS bringt ? Hoch lebe der Zerfall des US Dollars !!!!

    • Martin am 06.06.2011 08:36 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte?

      Was hat denn das jetzt bitte damit zutun? Jaja, der böse Staat, die fiese Regierung, was?

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