Flüchtlingswelle

19. April 2011 19:01; Akt: 19.04.2011 21:03 Print

Sorge vor Terrorgefahr in Europa

Zu Hunderten landen Flüchtlinge im italienischen Lampedusa. Unter ihnen könnten sich auch Terroristen befinden, warnen die Sicherheitsexperten von Europol.

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Nach Schätzungen sind seit Januar allein in Italien 26 000 Menschen gekommen. Unter ihnen sind möglicherweise Terroristen, warnt Europol.

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«Die instabile Lage in Nordafrika bereitet Sorge, weil sie Terrorgruppen neue Möglichkeiten bietet, Material und Mitglieder nach Europa zu schleusen», warnt die europäische Sicherheitsbehörde Europol in einem am Dienstag vorgestellten Bericht.

Die Furcht: Gemeinsam mit den Flüchtlingen der Kriegshandlungen in Nordafrika könnten Terroristen nach Europa geschleust werden. Unter den Tausenden Flüchtlingen aus Libyen und Tunesien könnten sich Attentäter ohne Probleme verstecken.

Auch in Tunesien, Libyen und Ägypten selbst könnten Terrorgruppen Mitglieder gewinnen, warnt Europol. Falls der Übergang zur Demokratie nicht rasch bewältigt werde, könnten «Radikalisierung und die Untersrtützung für Terrororganisationen in Nordafrika und anderen Regionen wachsen».

Rund 250 Anschläge in der EU

Im vergangenen Jahr sind in Ländern der EU insgesamt 249 Terroranschläge verübt worden. Das ist ein Rückgang um 21,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus dem in Den Haag veröffentlichten Jahresbericht der europäischen Polizeibehörde hervorgeht.

Demnach wurden die Anschläge in neun Mitgliedstaaten begangen, sieben Menschen wurden dabei getötet. Während 160 Terroranschläge von nach Unabhängigkeit strebenden militanten Gruppen verübt worden seien, gingen lediglich drei auf islamistische Attentäter zurück, hiess es.

Weniger ETA-Terror

Wegen terroristischer Verbrechen wurden 2010 insgesamt 611 Menschen festgenommen und damit zwei Prozent weniger als 2009. 179 von ihnen wurden im Zusammenhang mit islamistischem Terrorismus festgenommen.

Der generelle Rückgang bei Terroranschlägen sei vor allem auf eine signifikante Abnahme von Angriffen der baskischen Untergrundorganisation ETA zurückzuführen. Mit 90 beziehungsweise 84 Attentaten wurden Spanien und Frankreich den Angaben zufolge am häufigsten von Anschlägen getroffen.

Dabei handelte es sich ebenfalls überwiegend um Taten von nach Unabhängigkeit strebenden Gruppen. Obwohl die Zahl der Anschläge dieser Gruppen zurückgegangen sei, stellten diese nach wie vor eine «erhebliche Bedrohung» dar, erklärte Europol-Chef Rob Wainwright.

(ast/sda)