Keine Arbeit

07. Januar 2011 13:50; Akt: 17.01.2011 02:42 Print

In Tunesien brodelt es

In Tunesien nehmen Proteste gegen die Arbeitslosigkeit immer weiter zu. Vor allem nach einer Selbstverbrennung haben sich die sozialen Unruhen ausgeweitet.

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Der tunesische Präsident Zine El Abidine Ben Ali (zweiter von links) besucht Mohamed Bouazizi, der sich angezündet hatte. (Bild: Keystone/AP)

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Nach den Rechtsanwälten haben für Freitag nun auch die Lehrer in Tunesien zu Streiks aufgerufen. In Frankreich kam es am Vortag zu Solidaritätskundgebungen in mehreren Städten. Zugleich mehrt sich die Kritik an der Zensur der Regierung. Die Organisation Reporter ohne Grenzen protestiert gegen die Festnahme von mindestens vier Bloggern. Die Zeitung «Le Monde» kritisiert, dass die tunesischen Behörden die Einreise ihrer Korrespondentin verhinderten.

Auslöser der jüngsten Proteste war die Verzweiflungstat eines Hochschulabsolventen, der sich als Obst- und Gemüsehändler durchschlug. Die Behörden hatten ihm mehrfach die Waren konfisziert, weil er keine Lizenz hatte.

Mitte Dezember übergoss er sich auf dem Marktplatz mit Benzin und zündete sich an. Vor einigen Tagen erlag er seinen Verletzungen. Seitdem kommt es immer wieder zu Streiks und Demonstrationen, bei denen bislang zwei Menschen getötet wurden.

(sda)