Libyen

04. März 2011 06:30; Akt: 21.03.2011 15:51 Print

Blutige Kämpfe um Sawija, Brega und Ras Lanuf

Erbitterte Kämpfe toben um mehrere Städte Libyens. Wer jeweils die Oberhand hat, ist nicht klar. Im umzingelten Sawija wird ein nächtlicher Angriff befürchtet.

Bildstrecke im Grossformat »
Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

automatisches Update
Es tickert für Sie:
22:50
0
Wegen der Unruhen in Libyen haben die USA weitere 1300 Marinesoldaten auf einen Militärstützpunkt in Griechenland verlegt. Ein Sprecher erklärte, zwei Kriegsschiffe mit insgesamt 4000 Menschen an Bord seien auf der Militärbasis Souda auf der Insel Kreta eingetroffen. Am Mittwoch waren dort bereits 400 US-Soldaten angekommen. (AP)
22:23
0
Der Direktor für Notfallsituationen von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), Peter Bouckaert, sagte am Freitag in Bengasi, er habe weiterhin keinen Hinweis auf den Einsatz afrikanischer Söldner bei den Kämpfen in Libyen. Wegen der entsprechenden Gerüchte seien aber schon viele afrikanische Einwanderer in Libyen gewalttätig angegriffen worden. So seien am Mittwoch in Brega fünf angebliche Söldner gefangen genommen und fast gelyncht worden. Im Süden des Landes gebe es viele Libyer mit dunkler Haut, die dem Machthaber Muammar al-Gaddafi zu einem grossen Teil positiv gegenüberständen, weil er Massnahmen gegen ihre Diskriminierung ergriffen habe.

Nach Angaben von Sicherheitsdiensten in Mali soll Gaddafi rund 800 Tuareg-Kämpfer aus dem Niger, Mali, Algerien und Burkina Faso rekrutiert haben, um mit ihrer Hilfe den Aufstand in Libyen niederzuwerfen. (SDA)
21:12
0
Bei einer Explosion in einem Munitionsdepot nahe der von Regierungsgegnern gehaltenen Stadt Bengasi sind nach Krankenhausangaben mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Die Wucht der Detonation habe Häuser in der Nachbarschaft getroffen, die Zahl der Todesopfer könne daher noch steigen.

Der Mediziner Habib Al Obeidi erklärte, offenbar sei das Lager explodiert, als sich Menschen dort Waffen besorgten. Andere machten loyal zu Machthaber Muammar al Gaddafi stehende Kämpfer verantwortlich. (AP)
20:39
0
Die libysche Regierung hat am Freitagabend mit widersprüchlichen Angaben Verwirrung über die Lage in der umkämpften Stadt Brega im Osten des Landes gestiftet. Zunächst räumte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AFP den Verlust der Stadt an die Rebellen ein. Etwas später widersprach ein anderer Regierungsvertreter. Nach eigenen Angaben halten die Rebellen Brega seit Mittwoch.

Keine Angaben konnte der erste Regierungsvertreter zu der heftig umkämpften Stadt Ras Lanuf machen: «Mal wird die Stadt von den einen, mal von den anderen gehalten», wer derzeit die Oberhand habe, könne er nicht sagen.

Die Stadt Sawija war unterdessen nach Angaben einer britischen Journalisten von Gaddafi-Truppen umzingelt. Die Einwohner befürchteten einen Angriff in der Nacht, sagte die Reporterin des Fernsehsenders Sky News. Demnach wurden bei den Kämpfen um Sawijah am Freitag mindestens drei Menschen getötet und bis zu 50 weitere schwer verletzt, einige von ihnen schwer. (SDA)
20:35
0
Eine Schweizer Delegation und die Innenminister Deutschlands, Österreichs und Liechtensteins haben sich mit einem möglichen Flüchtlingsstrom aus Nordafrika befasst. Beim Treffen am Donnerstag und Freitag in Wien waren sich die Länder gemäss einer Mitteilung des Bundesamts für Migration (BFM) einzig darin einig, dass die Staaten die Hilfe international koordinieren müssten. Wie dies geschehen soll, sei vorerst noch offen. Am wichtigsten sei derzeit, vor Ort humanitäre Hilfe zu leisten.

Wenn jedoch deutlich mehr Flüchtlinge kämen, bestehe das Risiko, dass Dublin nicht mehr funktioniere, sagte BFM-Direktor Alard du Bois-Reymond der «Tagesschau» am Freitagabend. In Wien sei auch diskutiert worden, unter welchen Umständen das Dublinabkommen ausgesetzt würde. Bei einer Aussetzung könnten Flüchtlinge nicht mehr wie im Abkommen vorgesehen in das Land zurückgewiesen werden, in dem sie zuerst einen Asylantrag gestellt haben. Sie würden stattdessen gleichmässig auf die Länder verteilt, wie er sagte. Im Moment gibt es aber laut du Bois-Reymond keine Krise: Italien könne mit den Flüchtlingen, die derzeit auf der Mittelmeerinsel Lampedusa ankommen, gut umgehen. (SDA)
19:07
0
Die Kämpfe in der Stadt Sawija haben bis am Freitagabend mindestens 18 Todesopfer gefordert. Mindestens 120 Menschen wurden gemäss eines Augenzeugen zudem verletzt. Regimetreue Truppen hätten Sawija von zwei Seiten aus angegriffen, erklärte der Gewährsmann. Die Stadt werde aber weiter von der Protestbewegung gehalten. Ein Kanal des Regierungsfernsehens hatte zuvor die Einnahme Sawijas durch Gaddafi-Treue gemeldet.

In Tripolis versammelten sich nach dem Freitagsgebet zahllose Menschen zu Protesten, obwohl das Regime die Präsenz von Sicherheitskräften deutlich erhöht hatte. Allein im Stadtteil Tadschura strömten rund 1200 Menschen aus einer Moschee und forderten in Sprechchören Gaddafis Rücktritt. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. (AP)
18:08
0
Das libysche Staatsfernsehen hat Bilder der drei am Sonntag gefangen genommenen niederländischen Soldaten gezeigt. Demnach ist offenbar mindestens eine Frau unter den Festgenommenen. Die niederländische Regierung verweigert allerdings Informationen zur Identität oder dem Geschlecht der Soldaten. Derzeit seien intensive diplomatische Bemühungen im Gange, um die Staatsbürger wieder freizubekommen. Die Drei waren bei einer Evakuierungs-Mission samt ihrem Helikopter in die Hände von Gaddafi-treuen Bewaffneten gefallen. (AP)
17:08
0
Interpol hat eine internationale Warnung vor dem libyschen Staatschef Muammar al Gaddafi sowie 15 seiner Familienmitglieder ausgesprochen. Sie seien als Personen identifiziert worden, die für die Planung von Angriffen auf Zivilisten verantwortlich seien, einschliesslich der Bombardierung aus der Luft.

Mit der Warnung solle die Durchsetzung der weltweiten Sanktionen gegen das Regime des nordafrikanischen Staates erleichtert werden, teilte die internationale Polizeibehörde in Paris mit. Interpol spricht die Warnstufe «Orange» aus, wenn ein Akt oder eine Person eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt. Die Warnung wird an alle 188 Mitgliedsstaaten verschickt, um den Behörden die Identifizierung von Personen zu erleichtern und etwa das Einfrieren von Konten zu ermöglichen. (AP)
16:58
0
Die Schweiz prüft weitere Hilfen für die Menschen, die aus Libyen fliehen. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) könnte das Welternährungsprogramm (WFP) mit 500'000 Franken unterstützen, hiess es. Nach Angaben des EDA stehen bereits drei Teams des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) an den Grenzen zu Libyen im Einsatz - zwei in Tunesien und eines in Ägypten. Die insgesamt acht Helfer klären den Bedarf für die Flüchtlinge ab, der sich fast stündlich ändern kann.

Bereits vor einigen Tagen hatte der Bund 500'000 Franken zugunsten des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) gesprochen. Eine weitere halbe Million sagte die Schweiz bereits der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zu, die aus Libyen geflohene Gastarbeiter betreut und repatriiert. (SDA)
16:22
0
Laut dem staatlichen Fernsehen haben die Truppen von Staatschef Muammar al Gaddafi die Stadt Sawija rund 60 Kilometer westlichen von Tripolis von den Aufständischen zurückerobert. «Der Anführer der Terroristen in der Stadt», Hussein Darbuk und sein Stellvertreter, seien dabei getötet worden. «31 Panzer, 19 Transportfahrzeuge und 45 Flugabwehrkanonen sowie weitere Waffen wurden beschlagnahmt», berichtete der erste Sender des staatlichen Fernsehens laut der Nachrichtenagentur AFP weiter. Der zweite Sender meldete hingegen, Gaddafi-Treue hätten die «Kontrolle über Sawija mehrheitlich zurückerlangt».
16:12
0
Der arabische Sender Al Jazeera meldete, eine Ölanlage in Sueitina südlich von Benghasi stehe in Flammen. Die Luftwaffe griff gemäss der Nachrichtenagentur AFP zudem in Adschdabija eine Kaserne an. Dabei sei aber niemand verletzt worden. In der Stadt Misrata gab es einem Augenzeugen zufolge am Donnerstagabend einen Toten, als diese von Gaddafi-Truppen mit angegriffen wurde. Am Freitag starben offenbar in der westlich von Tripolis gelegenen Stadt Sawija nach einem Bericht des Fernsehsenders Al-Arabija mindestens 13 Menschen. Al Jazeera berichtet gar von über 50 Toten und 300 Verletzten.
16:04
0
Das IKRK hat einen Spendenappell lanciert, um über 200 000 Menschen helfen zu können, die unter der Gewalt in Libyen leiden. Der Bedarf werde in den kommenden Wochen vermutlich zunehmen, da die Kämpfe zwischen der Regierung von Staatschef Muammar al-Gaddafi und dessen Gegnern andauerten. «Die Gefechte und Bombardierungen aus der Luft gehen weiter; konstant treffen Flüchtlinge in Tunesien und Ägypten ein», skizzierte der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, die aktuelle Lage am Freitag vor den Medien in Genf.

Die 24 Millionen Franken benötige das IKRK für Nothilfe - vor allem für Nahrungsmittel, Wasser, medizinisches Material und Hygieneartikel, erklärte das IKRK. Es müssten im Innern Libyens etwa 110 000 Menschen sowie in Tunesien etwa 100 000 Flüchtlinge mit dem Nötigsten versorgt werden.
15:43
0
Die britischen Behörden haben ein Schiff mit für Libyen bestimmten Geldern im Wert von umgerechnet 151 Millionen Franken abgefangen. Das Boot sei am Mittwoch vom Grenzschutz in den englischen Hafen Harwich eskortiert und durchsucht worden. Dabei sei eine grosse Menge Geld in libyscher Währung gefunden worden, teilte das Innenministerium am Freitag in London mit. Mehrere Kisten voller Banknoten seien «an einen sicheren Ort» gebracht worden. Das Schiff sei in Begleitung der Küstenwache freiwillig in den Hafen von Harwich zurückgekehrt, nachdem es zuvor die libysche Hauptstadt Tripolis angesteuert habe. Zur genauen Herkunft des Geldes wurden keine Angaben gemacht.

Britischen Medien zufolge war das Schiff mit dem Millionenbetrag den britischen Behörden aufgefallen, nachdem es am Wochenende vergeblich versucht habe, den Hafen von Tripolis anzulaufen. Es habe dann Kurs Richtung Grossbritannien genommen. Gemäss den von der UNO verhängten Sanktionen ist die Ausfuhr von libyschem Geld aus Grossbritannien verboten.
15:32
0
«Sky News» berichtet, dass in der Stadt Zawiyah mehrere Regierungsgegner getötet und verletzt wurden, nachdem die Armee das Feuer auf die Demonstranten eröffnet hatte. Die Armee fing offenbar an zu schiessen, als Demonstranten in Richtung der Militärlinien marschierten. Mindestens zehn Rebellenkämpfer waren zuvor getötet worden, als Gaddafi-Soldaten versucht hatten, die Kontrolle zu übernehmen.
15:21
0
Auch die Nachrichtenagentur AFP berichtet von Bomben und Maschinengewehrgeräuschen aus der Gaddafi-Hochburg Ras Lanuf.
15:13
0
Auf die Demonstranten in Tripolis wurde offenbar Tränengas und Munition abgefeuert, wie «The Guardian» laut Berichten weiss. Gaddafi-Sicherheitskräfte feuerten das Tränengas auf die Demonstranten, welche den libyschen Führer dazu aufriefen, zurück zu tretten. Sie zerstreuten so die Demonstranten, welche sich aber rasch neu gruppierten. «BBC» berichtet von einem 29-Jährigen Mann, der unter den Demonstranten in Tajoura war und sagte: «Ich habe keine Angst. Es gibt viele Spione unter uns. Aber wir wollen der Welt zeigen, dass wir keine Angst haben.»
14:40
0
Die Hilfsorganisation «Save the Children» ist über Berichte besorgt, wonach libysche Regierungskräfte Kindersoldaten einsetzen. So hätten Kinder in der libyschen Stadt Brega gekämpft. «Der Einsatz von Kindern in einem Konflikt ist absolut unakzeptabel und ein Kriegsverbrechen. Es ist essenziell, dass alle diese Berichte untersucht werden und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden», zitiert «BBC»
Justin Forsyth von «Save the Children».
14:21
0
Ein libyscher Rebellensprecher sagte gegenüber Al Jazeera, dass die Rebellen Tripolis angreifen werden, sobald eine Flugverbotszone erzwungen worden sei.
14:11
0
Hunderte Libyer haben sich nach dem Freitagsgebet erneut auf den Strassen von Tripolis zu Protesten versammelt. Obwohl das Regime die Präsenz von Sicherheitskräften deutlich erhöht hatte, strömten allein im Stadtteil Tadschura rund 1200 aus einer Moschee und forderten in Sprechchören den Rücktritt von Staatschef Muammar al Gaddafi. Viele schwenkten die schwarz-rot-grüne Fahne, die bis zur Machtergreifung Gaddafis die Nationalflagge war. «Ich habe keine Angst», sagte ein 29-Jähriger Demonstrant der Nachrichtenagentur AP. «Wir wollen der Welt zeigen, dass wir keine Angst haben.»
13:52
0
Flüchtlinge versuchen Libyen in Richtung Tunesien zu verlassen:

13:52
0
In Tripolis macht sich in diesen Tagen die nackte Angst breit. Überall patrouillieren nach Augenzeugenberichten die Milizen von Staatschef Muammar al Gaddafi, um jegliche Proteste sofort niederschlagen zu können. Berichte über Festnahmen, getötete Demonstranten und nächtliche Razzien gegen Regierungsgegner haben viele Bewohner in Schrecken versetzt - und tiefes Misstrauen hervorgerufen. «Während Sie gerade mit mir sprechen, sind überall Spione unterwegs, Leute, die uns beobachten», sagt ein Mann im Stadtteil Sauijat al Dahman. Der Preis, den jene zahlen, die sich mit den Gegnern Gaddafis solidarisieren ist hoch. Die Bewohner von Tripolis befänden sich in einem Zwiespalt, erklärt ein Besitzer eines Cafés. Sie wollten zwar den Wandel, aber gleichzeitig auch Sicherheit. «Eines weiß ich ganz gewiss. Die jetzige Situation ist schlimmer als zuvor. Ich weiß nicht, wie die Zukunft aussieht», sagt er. «Es ist ein sehr hoher Preis, den die Menschen für den Wandel zahlen.»
13:41
0
Ausserhalb des strategisch wichtigen Ölhafens von Ras Lanuf finden zurzeit gewalttätige Zusammenstösse statt. Das Gebiet wurde seit Sonntag von Rebellen gehalten, wie Reuters schreibt: «Die Zusammenstösse haben angefangen. Wir sind ausserhalb von Ras Lanuf, etwa 10 bis 15 Kilometer entfernt, zurzeit hört man laute Schüsse. Die Infanterie wird später kommen», sagte Bashir Warshafani, ein bewaffneter Freiwilliger der Rebellenkräfte. Nagi Mathkoor, ebenfalls ein Freiwilliger der Rebellen, spricht von der Stadt Brega, welche in der Hand der Rebellen ist: «Es gibt Zusammenstössen zwischen den Aufständischen und Gaddafis Truppen in Ras Lanuf.»
13:15
0
Nach dem Ende der Freitagsgebete sind in der libyschen Hauptstadt mehrere hundert Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen Gaddafi zu demonstrieren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Proteste finden im Stadtteil Tadschura statt. Ein Reporter berichtet laut «BBC», dass die Regierungsgegner eine libysche Flagge verbrannt haben.
12:28
0
Wie das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) ist beunruhigt, weil die Zahl der Flüchtlinge aus Libyen seit Mittwochabend deutlich abgenommen habe. «Wir sind sehr beunruhigt darüber, dass die Bevölkerung daran gehindert wird, aus Libyen zu flüchten», sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming in Genf. Montag und Dienstag hatten ungefähr 1000 Menschen pro Stunde die tunesisch-libysche Grenze überquert, am Donnerstag seien es insgesamt noch weniger als 2000 gewesen. «Schwer bewaffnete Gaddafi-Truppen kontrollieren die Grenze», sagte Fleming. «Sie konfiszieren Mobiltelephone, Kameras, Geld. Die Leute, die ankommen, sind verängstigt und sprechen nur mit Zurückhaltung.» Aus libyschen Regierungskreisen verlautete, die Truppen seien an der Grenze stationiert, «um den Flüchtlingen zu helfen».
12:19
0
Die hollänsiche Marine-Helikopter-Crew, welche Gaddafi-Getreue gefangen genommen hatte, wurde laut der britischen Zeitung «The Guardian» am libyschen Staatsfernsehen vorgeführt. Das libysche Staatsfernsehen zeigte ausserdem Bilder des Helikopters und beschuldigte die drei gefangenen Männer, «internationales Recht verletzt zu haben».
11:47
0
Angesichts der fortgesetzten Kämpfe in Libyen und Unruhen in Saudi-Arabien ist der Ölpreis am Freitag wieder deutlich gestiegen. Brent-Öl verteuerte sich um 1.25 Dollar auf 116.05 Dollar je Fass.

Die US-Sorte WTI kostete knapp 103 Dollar und damit 85 Cent mehr als im späten Vortagesgeschäft. Seit Beginn der politischen Unruhen in Nordafrika herrscht Furcht, dass diese auf Saudi-Arabien - und damit den wichtigsten Opec-Ölproduzenten - überschwappen. Am Donnerstag hatte es Proteste im Öl produzierenden Osten des Landes gegeben.
11:39
0
Britische Entwicklungshelfer berichten von einer «logistischen Krise» an der libysch/tunesischen Grenze. «Wir haben es hier derzeit nicht so sehr mit einer humanitären Krise zu tun als vielmehr mit einer logistischen Krise», erklärt Großbritanniens Entwicklungsminister Andrew Mitchell. Den Flüchtlingen fehle es an Vielem. Derweil ist der Flüchtlingsstrom in Richtung Tunesien leicht abgeschwächt. Dies könnte damit zu tun haben, dass schwer bewaffnete Anhänger Gaddafis an der tunesischen Grenze aufgefahren sind, wie die UNO berichtet.
11:04
0
Auf dem Flughafen Basel-Mülhausen ist ein erster Hilfsflug des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) für Flüchtlinge aus Libyen gestartet. An Bord des Charterflugs waren sieben Tonnen Hilfsgüter für den Grenzort Ras Jdir an der tunesisch- libyschen Grenze.

Die Propellermaschine der «Farnair» startete um 10.30 Uhr in Richtung Djerba in Tunesien. Von dort sollen die Hilfsgüter auf dem Landweg zur libyschen Grenze gebracht werden, wie das SRK mittelt. Geladen hatte das Flugzeug 3500 Wolldecken sowie zehn grosse Mehrzweckzelte.
10:56
0
In Tripolis werden laut der Süddeutschen Zeitung rund 130 ausländische Journalisten in ihrem Hotel festgehalten. «Ich weiß, dass ihr das wieder so drehen werdet, wie ihr wollt», sagte ein Regierungssprecher laut Reuters, ihre Anwesenheit könnte Gewalt von Anhängern der Terrororganisation Al-Kaida auslösen. «Den Preis müssen wir zahlen um zu verhindern, das ihr Jungs berichtet und aus Tripolis Bagdad macht.»
10:44
0
Bei den Kämpfen um die Stadt Brega wurde ein dreizehnjähriger Ziegenhirte mit einem Kopfschuss getötet. Dies berichtet die Organisation Human Rights Watch. Zwei Brüder des Jungen wurden demnach verletzt. Laut der Organisation sind bei den Kämpfen dreizehn weitere Menschen getötet worden.
10:33
0
Der zweitjüngste Sohn des libyschen Diktators Muammar al Gaddafi ist nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Focus» in Deutschland zur unerwünschten Person erklärt worden. Der 29 Jahre alte Saif al-Arab Gaddafi, der seit 2006 in München lebte und die Stadt vor wenigen Tagen vermutlich in Richtung Libyen verließ, dürfe künftig nicht mehr in die Bundesrepublik einreisen, berichtete das Magazin am Freitag unter Berufung auf interne Papiere des bayerischen Innenministeriums.
09:57
0
Muammar Gaddafi hat angesichts erwarteter Proteste nach dem Freitagsgebet die Präsenz seiner Sicherheitskräfte in Tripolis erhöht.

Die Opposition hat erneut zu Demonstrationen aufgerufen, am vergangenen Freitag gab es schwere Zusammenstöße in der Hauptstadt. Wenige Stunden vor den Freitagsgebeten waren die Straßen in Tripolis ungewöhnlich leer. Internetdienste, seit dem Beginn der Proteste am 15. Februar ohnehin nur sehr eingeschränkt verfügbar, schienen am Freitag in Tripolis und Bengasi komplett gestoppt.
09:28
0
Bei den tausenden von Gaddafi eingeflogenen Söldnern aus Schwarzafrika handelt es sich vornehmlich um Männer des Tuareg-Stamms aus Mali und dem Niger. Auch der letzte Rebellenführer der malischen Tuareg, Ibrahim Ag Bahanga, soll sich in Libyen befinden. Die Söldner würden pro Einsatz einige hundert bis tausend Dollar erhalten, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Gaddafi hatte den Stamm bei deren Aufständen in den Neunziger Jahren finanziell unterstützt.
09:07
0
Der deutsche FDP-Politiker, Alexander Graf Lambsdorff, lehnt ein militärisches Eingreifen des Westens in Libyen nicht komplett ab. «Sollten die Anführer der libyschen Opposition tatsächlich geschlossen eine ausländische Intervention erbitten und die Situation ein entschiedenes Eingreifen erfordern, müssen wir ein solches Vorgehen auch ernsthaft in Betracht ziehen», sagte Lambsdorff «Handelsblatt Online». Voraussetzung sei, dass solche Maßnahmen mit dem Völkerrecht vereinbar seien.
08:33
0
Saif al-Islam sieht Libyen als Opfer einer Medienverschwörung, wie er in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Jazeera sagt. Er sagt auch, es gebe kein Geld im Ausland. Er kenne das Spiel, sagt Saif. Sei man stark, so kämen alle Länder wie kleine Kätzchen. Sei man aber schwach, so greifen sie an wie Tiger.

Das libysche Volk bittet er: «Seit glücklich, dies (die Teilung Libyens) wird nie passieren!»

08:20
0
Laut dem libyschen Ani-Drogen-Departement sind den Behörden 37 Millionen Einheiten des starken Schmerzmittels Tramadol in die Hände gefallen, wie Al Jazeera berichtet. Die Medikamente seien aus Dubai von einem libyschen Drogendealer mit Kontakten zur Al-Kaida eingeführt worden. Sie hätten laut den Behörden «soziale und wirtschaftliche Unruhe» ins Land gebracht.

In einer seiner Ansprachen hatte Muammar Gaddafi die Rebellen bezichtigt, Jugendliche unter Drogeneinfluss in den Kampf zu schicken. Beobachtet wurden aber vor allem afrikanische Gaddafi-Söldner, die unter Drogeneinfluss auf Leute schossen.
08:09
0
Saif al-Islam Gaddafi sagt in einem Interview mit Sky News, dass die Bomben-Angriffe auf die Stadt Brega lediglich abschreckenden Charakter gehabt hätten. «Die Bomben sollten die Leute nur erschrecken. Da gibt es keine Stadt, Brega ist Meilenweit entfernt. Ich spreche über den Hafen, da sind nur Ölraffinerien.»
06:57
0
Chavez bekräftigt sein Wille zur Vermittlung in Libyen. Es sei notwendig, einen friedlichen Ausweg zu finden. «In Libyen gibt es einen Bürgerkrieg. Es ist nicht dasselbe wie in Ägypten und Tunesien.»
06:29
0
Die Rebellen halten nichts von den Vermittlungsplänen von Chavez und Gaddafi. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagt ein Sprecher der Aufständischen: «Wir verhandeln nur über eine Sache: Wie Gaddafi das Land verlässt oder zurücktritt. Etwas anderes gibt es nicht zu verhandeln.»
Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Lage am Freitagabend:

Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi wehrt sich mit allen Mitteln gegen sein Ende. Während sich seine Truppen heftige Gefechte mit Aufständischen liefern, versuchen Gaddafis Emissäre nach Angaben der Opposition sich Loyalität zu erkaufen.

Dank seit Jahren sprudelnden Öleinnahmen verfügt das Regime über Milliarden. Oppositionsmedien meldeten am Freitag, Gaddafi habe Vermittler nach Misrata, Nalut und Al-Sawija geschickt. Demnach lehnten die Rebellen das Angebot ab.

Die Tageszeitung «Al-Sharq Al-Awsat» berichtete, in Al-Sawija hätten Gesandte Gaddafis jeder Familie, die durch die Unruhen ein Familienmitglied verloren hat, 250 000 Dinar (185 400 Franken) angeboten. Alle anderen Familien sollten 20 000 Dinar erhalten.

Heftige Kämpfe

Wer Gaddafis Lockungen widersteht, muss mit Gewalt rechnen. Gerade aus der seit Tagen umkämpften Stadt Al-Sawija, 60 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis, wurden schwere Kämpfe gemeldet. Dabei wurden zwei Anführer der Rebellen getötet.

Die Rebellen bestätigten eine Meldung des von Gaddafi kontrollierten Staatsfernsehens. Dagegen widersprachen sie dessen Darstellung, Gaddafi-Anhänger hätten die Stadt zurückerobert. Die Angaben über die Toten in Al-Sawija gingen auseinander: Einige Quellen berichteten von 18, andere von 30 und wieder andere von 50 Toten.

Aus der Umgebung der östlichen Ölstadt Al-Brega wurden Luftangriffe gegen Aufständische gemeldet. In der Nachbarstadt Al-Brega wurde gemäss den Rebellen unter anderem ein Munitionsdepot bombardiert. 18 Menschen seien getötet worden. Reporter berichteten, einige Aufständische seien weiter nach Westen gezogen in Richtung des Hafens Ras Lanuf, der von Gaddafis Soldaten gehalten wird. Nach Angaben eines Arztes wurden in der Nähe der Stadt bei Gefechten zahlreiche Menschen getötet.

Zusammenstösse in Tripolis

In Tripolis strömten die Gaddafi-Gegner nach den traditionellen Freitagsgebeten aus den Moscheen und forderten ein Ende der seit 41 Jahren andauernden Herrschaft Gaddafis. Dabei kam es gemäss Augenzeugen zu Zusammenstössen mit Gaddafi-Anhängern.

Sicherheitskräfte hätten die Regimegegner mit Tränengas und durch Schüsse vertrieben, berichteten Reporter. Ausländische Journalisten konnten sich in Tripolis nicht frei bewegen, da sie von Sicherheitskräften daran gehindert wurden.

Holländische Geiseln vorgeführt

In den Niederlanden bestätigten sich am Freitag die Ängste um die drei Marineflieger, die vom Regime am Sonntag in Sirte bei einer Evakuierungsaktion gefangen genommen worden waren. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder der Niederländer. Unter ihnen war demnach eine Frau. Die Regierung in Den Haag wollte sich nicht dazu äussern. Sie erklärte nur, man stehe in intensiven Verhandlungen.

Flüchtlinge werden schikaniert

In Tunesien startete eine internationale Rückholaktion für Tausende aus Libyen geflohene Gastarbeiter. Vor allem Ägypter wurden per Flugzeug und Schiff in ihre Heimat gebracht. An der Aktion waren mehrere EU-Staaten, die USA und Kanada beteiligt.

Während bis Mittwoch gemäss UNO-Angaben 200 000 Menschen, vor allem Gastarbeiter, dem Bürgerkrieg in Libyen nach Tunesien und Ägypten entfliehen konnten, kamen am Donnerstag und Freitag nur noch einige Tausend.

Gemäss der UNO hindern Gaddafi-treue Truppen die Menschen an der Flucht. «An der Grenze sind auf der libyschen Seite jetzt schwer bewaffnete Regierungstruppen stationiert», sagte eine Sprecherin des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) in Genf.

Auch die Rebellen hätten Flüchtlinge schikaniert, vor allem Menschen aus Ostafrika, weil sie diese für Söldner Gaddafis hielten. Mindestens 12 500 Menschen seien dadurch auf der libyschen Seite blockiert.

(SDA)