Krieg in Libyen

20. März 2011 07:06; Akt: 21.03.2011 14:19 Print

Bombardement zerstört ein Gebäude Gaddafis

Die Schlinge um Libyens Machthaber Gaddafi zieht sich immer mehr zu: Die Luftangriffe der Alliierten haben einen Teil seines Wohnkomplexes in Schutt und Asche gelegt.

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Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

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Antonio Fumagalli
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Wir schliessen den Live-Ticker über die Nacht. 20 Minuten Online dankt für ihr Interesse. Ab 6 Uhr in der Früh wird Ihnen Adrian Eng die neusten Informationen aus Libyen liefern.
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Nun geht es Libyens Machthaber Muammar Gaddafi ans Eingemachte: Laut Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP wurde ein Gebäude seines Wohnkomplexes durch die Luftangriffe der alliierten Truppen zerstört.
23:25
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Vier Kampfjets der dänischen Luftwaffe sind am Sonntag einen ersten Einsatz über Libyen geflogen. Die Flugzeuge vom Typ F-16 seien gegen 15.10 Uhr vom Stützpunkt Sigonella auf Sizilien gestartet und etwa fünf Stunden später sicher wieder gelandet, wie die dänische Luftwaffe auf ihrer Internet-Seite mitteilte.

Aufgabe der Piloten sei es gewesen, die Flugverbotszone, die inzwischen Realität sei, zu überwachen, sagte der dänische Generalmajor Röboe Dam. Nähere Angaben zu dem Einsatz wurden zunächst nicht gemacht.
23:02
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Rund 5000 Anhänger der Kommunistischen Partei Griechenlands haben am Sonntag in Athen gegen die Luftangriffe westlicher Streitkräfte auf Libyen protestiert. Mit Bannern, die Aufschriften wie «Imperialisten raus aus Libyen» trugen, zogen sie von einem zentralen Platz in der griechischen Hauptstadt zur US-Botschaft. Dort löste sich die Demonstration ohne weitere Zwischenfälle schliesslich auf.

Die griechische Regierung unterstützt die Angriffe auf Libyen durch eine internationale Koalition. Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte am Samstag, die internationale Gemeinschaft sei entschlossen, Leben zu retten.
22:45
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Die USA wollen das Kommando über die Luftangriffe auf Libyen «innerhalb weniger Tage» abgeben. Wie Verteidigungsminister Robert Gates am Sonntag mitteilte, sollen entweder die Briten oder die Franzosen, oder aber die NATO die Leitung der Operation zur Einrichtung einer Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land übernehmen.

Während die Amerikaner auch weiterhin eine «militärische Rolle innerhalb der Koalition» haben würden, solle diese aber nicht «hervorstechend» sein, sagte Gates. Präsident Barack Obama sei sich «mehr als jeder andere der enormen Belastungen» der US-Streitkräfte bewusst.
22:17
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Deutschland lehnt eine Beteiligung am Libyen-Krieg weiterhin klar ab. «Da werden keine deutschen Soldaten hingeschickt», sagte Aussenminister Guido Westerwelle am Sonntag im ZDF-«heute journal». Es bestehe die Gefahr, dass die Bundeswehr in dauerhafte Auseinandersetzungen verwickelt werde. Genau deshalb sei die Enthaltung im UN-Sicherheitsrat nicht schwer gefallen.

Zugleich mahnte Westerwelle, ein Nein zu einem Kampfeinsatz mit Tatenlosigkeit gleichzusetzen. Es gebe noch andere Möglichkeiten zu verschärften Sanktionen wie ein umfassendes Wirtschafts- und Ölembargo. Daher solle man der Regierungskoalition auch in laufenden Wahlkämpfen keine unlauteren Motive unterstellen.
21:59
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Offenbar ist der alliierte Militärschlag ein voller Erfolg: Wie das Pentagon meldet, ist die libysche Luftabwehr durch die anhaltenden Angriffe «stark beschädigt» worden.
21:43
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Laut Angaben des Pentagon sind sämtliche Flugzeuge der alliierten Kräfte sicher zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi seien «isoliert und durcheinander». Zudem gebe es keine Belege für zivile Opfer.

Nach ersten Angriffen mit Marschflugkörpern von britischen und amerikanischen Schiffen am Samstagabend hatten nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums am Sonntag Kampfjets und Langstreckenbomber der amerikanischen Streitkräfte libysche Bodentruppen und Luftabwehrstellungen beschossen. Das Pentagon prüfe das Ausmass der erfolgten Zerstörungen sowie, ob weitere Angriffe zur Sicherung einer Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land notwendig seien.
21:17
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UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sich zu Wort gemeldet: Gemäss AFP hofft er, dass sich Libyen an den verkündeten Waffenstillstand hält. Dieser war um 21 Uhr angesetzt - bis anhin ist aber noch unklar, ob er auch wirklich in Kraft trat.
20:59
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Die französische Nachrichtenagentur AFP meldet eine «heftige Explosion» in Tripolis.
20:38
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Gemäss Angaben der Nachrichtenagentur Ansa haben soeben drei Tornados der italienischen Streitkräfte den Stützpunkt Trapani verlassen. Der Flughafen wollte die Destination der Kampfflugzeuge nicht bekannt geben - es gilt aber als sicher, dass sie sich in Richtung des libyschen Luftraum bewegen.
20:30
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Auch einen Tag nach Beginn des Militärschlags einzelner Staaten gegen Libyen bleibt die NATO aussen vor. Bei mehreren Sondersitzungen konnten sich die ständigen NATO-Botschafter am Sonntag in Brüssel nicht auf ein Mandat zur Überwachung der Flugverbotszone in Libyen einigen.

Mehrere Länder hätten Bedenken, berichteten Diplomaten. Die Gespräche über eine Beteiligung des Militärbündnisses sollen die ganze Nacht durch andauern. Diplomaten sprachen von einer tiefen Spaltung der Allianz. Ob sich die NATO bald auf eine gemeinsame Linie einigen könne, sei offen.

So gilt Frankreich als Kern des Problems, weil Paris nicht die Führung an die NATO abtreten will. Frankreich wehrt sich laut Diplomaten gegen eine zu starke Rolle der NATO, weil das Bündnis einen schlechten Ruf in der arabischen Welt habe.

Andere Länder wie die Türkei verlangen dagegen eine klare Führung. Grossbritannien fordert, dass das Kommando über den Militäreinsatz in Libyen möglichst schnell von den USA auf die NATO übergehen soll.
20:10
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Das Regime von Muammar al-Gaddafi hat für die Zeit nach 21 Uhr einen Waffenstillstand verhängt. Das erklärte ein Sprecher der Regierung nach Angaben der britischen BBC. Sein Land, so der Sprecher weiter, sehe sich einer «barbarischen militärischen Aggression ausgesetzt».
20:04
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Die Streitkräfte der USA haben die erste Welle von Luftangriffen auf militärische Ziele in Libyen am Sonntag als Erfolg bezeichnet. Bisher sei allerdings noch nicht abzusehen, ob die Angriffe der internationalen Koalition als abgeschlossen betrachtet werden könnten, hieß es aus Kreisen des Pentagons.
19:46
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Über Tripolis ist kurz nach Einbruch der Dunkelheit am Sonntag wieder das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören gewesen. Damit begann die zweite Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen.
19:35
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Hintergründe zum verwendeten Kriegsmaterial der amerikanischen Streitkräfte: Bei den ersten Luftangriffen auf Libyen wurden mindestens 110 Tomahawks eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen nach einer indianischen Streitaxt benannten Marschflugkörper, der erstmals 1972 von dem Rüstungskonzern General Dynamics produziert wurde.

Der Tomahawk (Fachbezeichnung BGM-109) ist je nach Ausführung zwischen fünfeinhalb und gut sechs Meter lang und wiegt 1,3 Tonnen. Er verfügt über ein zweistufiges Raketentriebwerk, das ihn und einen bis zu 450 Kilogramm schweren Sprengkopf 2.500 Kilometer tief hinein in gegnerisches Territorium trägt.

Ursprünglich entworfen für landgestützte Abschussbasen, sollte er atomare Sprengköpfe tragen. Heute werden Tomahawks von Schiffen und U-Booten gestartet und gelten als Standardwaffe für militärische Erstschläge. Mit ihnen wird der Weg für nachfolgende Kampfflugzeuge freigebombt.

Die unbemannten Flugkörper sind geeignet, ohne Gefahr für Leib und Leben der amerikanischen Soldaten, gegnerische Flugabwehrstellungen, Bunker und Kommunikationsanlagen zu zerstören. Ins Ziel führt sie ein spezielles GPS-System. Nach dem Bombardement der feindlichen Luftabwehr mit Tomahwaks, so die Standard-Taktik, können sich Kampfflugzeuge wie die F-16, die F-18 oder der Tarnkappenbomber B-2 weitgehend ungefährdet im gegnerischen Luftraum bewegen.
19:12
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In US-Militärkreisen werden weitere Angriffe erwartet. «Das ist ein laufender Militäreinsatz. Ich gehe auf jeden Fall von weiteren Angriffen aus», sagt ein hochrangiger Armeevertreter, der namentlich nicht genannt werden will. Zudem werde daran gearbeitet, in den kommenden Tagen das Kommando über den Einsatz von US-General Cater Ham auf Vertreter der Koalition zu übertragen. Dies meldet die deutsche Nachrichtenagentur DPA.
18:59
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Die NATO streitet weiter über einen Einsatz des Militärbündnisses in Libyen. Bei einer Sondersitzung konnten sich die ständigen NATO-Botschafter am Sonntag in Brüssel zunächst nicht auf ein Mandat zur Überwachung der Flugverbotszone in Libyen einigen.

Bislang bombardiert eine von Frankreich, Grossbritannien und den USA geführte Koalition militärische Ziele in Libyen. Wichtige NATO- Mitglieder wie Deutschland und die Türkei beteiligen sich nicht an der Militäroperation.

Grossbritannien hat gefordert, dass das Kommando über den Militäreinsatz in Libyen möglichst schnell von den USA auf die NATO übergehen soll. Dagegen wehrt sich Frankreich laut Diplomaten gegen eine zu starke Rolle der NATO, weil das Bündnis einen schlechten Ruf in der arabischen Welt habe.
18:45
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Libyens Machthaber Muammar Gaddafi hat einen Teil der Militärangehörigen verloren - dennoch stehen ihm weiterhin treu ergebene Truppen zur Verfügung: Hier der Link zur Story
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18:29
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Der Militäreinsatz der französischen Truppen scheint nach Plan zu verlaufen: Aus dem Verteidigungsministerium heisst es, bei der Intervention seien bis anhin «keine nennenswerten Schwierigkeiten» aufgetreten.
18:02
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Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes teilte in einer Erklärung mit, es sei über die Sicherheit der Zivilbevölkerung «tief besorgt». Es rief alle Kriegsparteien auf, sich an das internationale humanitäre Recht zu halten, indem man zwischen Zivilbevölkerung und Kampfeinheiten unterscheide und humanitären Organisationen sicheren Zugang gewähre.
18:02
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Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag alle am Konflikt in Libyen beteiligten Seiten zum Schutz der Zivilbevölkerung aufgerufen. Es müsse gewährleistet sein, dass die Menschen Zugang zu Hilfen hätten, forderte der Papst in seiner ersten Stellungnahme zu dem Konflikt in Libyen. Die Kampfhandlungen hätten «grosse Angst und Sorge» in ihm ausgelöst, sagte Benedikt XVI. beim traditionellen Sonntagssegen.

Der Vatikan hat sich zur Lage in Libyen und der Entscheidung, militärisch gegen das Regime von Muammar Gaddafi vorzugehen, bisher mit Kommentaren zurückgehalten. Vor dem Beginn des Irakkriegs vor acht Jahren hatten der damalige Papst Johannes Paul II. und einige Kardinäle scharfe Kritik an der von den USA geführten Militäraktion geäußert.

Trotz der geäusserten Sorge über die Sicherheit der Zivilbevölkerung forderte der Papst in Bezug auf Libyen am Sonntag nicht ausdrücklich ein Ende der Kampfhandlungen. In der einflussreichen katholischen Tageszeitung «Avvenire» hieß es gar, der «Krieg» sei notwendig und gerechtfertigt, «angeregt durch das ehrenwerte Motiv der humanitären Intervention».
17:48
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Nun greift auch Katar aktiv ins Kampfgeschehen ein: Das französische Verteidigungsministerium lässt verlauten, dass vier Kampfflugzeuge des Wüstenstaates in den libyschen Luftraum eingedrungen seien.
17:28
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Neuigkeiten zu den ausländischen Geiseln - acht Italienern, zwei Indern und einem Ukrainer -, die im Hafen von Tripolis festgehalten werden: Bewaffnete Männer hätten die Besatzungsmitglieder des Schiffs «Asso 22» festgenommen, während libysche Arbeiter am Samstag von Bord gegangen seien, berichtete der staatliche Fernsehsender RAI. Dem Bericht zufolge darf der Schleppkahn der in Neapel ansässigen Reederei Augusta Offshore den Hafen von Tripolis nicht verlassen.

In einer ersten Reaktion erklärte der italienische Verteidigungsminister Ignazio La Russa, Italien sei bereit, die Besatzung «mit allen möglichen Mitteln» zu evakuieren. Der italienische Aussenminister Franco Frattini sagte, die Situation sei verwirrend. Dass das Schiff beschlagnahmt worden sei, könne er nicht ausschliessen. Demnach hatte der italienische Ölkonzern Eni den Schleppkahn gemietet, um ihn bei Ölplattformen vor der libyschen Küste einzusetzen.

Frattini erklärte, Italien habe die Türkei gebeten, bei libyschen Behörden zu intervenieren. Seit der Schliessung der italienischen Botschaft in Libyen vertritt dort die Türkei die Interessen von Rom.
17:13
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Kareem Fahim, Korrespondent der renommierten New-York-Times, beschreibt in einer emotionalen Reportage, wie er die ersten Stunden des Angriffs der alliierten Truppen auf Libyen erlebt hat:
Hier der Link zum Artikel.
16:55
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Zwei weitere ausländische Journalisten werden in Libyen vermisst: Wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldet, hat sie seit Freitagabend keinen Kontakt mehr ihren Reportern Dave Clark und Roberto Schmidt. Sie hatten noch per Mail geschrieben, dass sie in Tobruk Rebellen treffen und Flüchtlinge interviewen wollen - seither haben sie sich nicht mehr gemeldet.

Seit Beginn des Volksaufstands gegen Gaddafi wurden mehrere ausländische Journalisten in Libyen festgenommen. Gestern meldete der arabische Fernsehsender Al-Dschasira vier seiner Korrespondenten vor Ort als vermisst.
16:39
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Rund 150 Personen haben am Sonntagnachmittag an einer Kundgebung in Genf ihrer Solidarität für die Aufständischen in arabischen Ländern Ausdruck gegeben. Mehrere Redner kritisierten dabei auch die militärische Intervention der westlichen Allianz in Libyen.

«Die Völker können ihr Schicksal in ihre eigenen Hände nehmen», sagte Paolo Giliardi, Präsident der «Antikapitalistischen Linken», welche die Demonstration organisiert hatte. Die westlichen Regierungen seien es gewesen, die Gaddafis Truppen ausgerüstet hätten, und zwar aus Interesse am Öl. Giliardi sprach von der «totalen Heuchelei der Pseudobefreier von heute».

Zwischen Giliardi und einer kleinen Gruppe libyscher Frauen entspann sich anschliessend ein Wortgefecht. Die Frauen waren an die Kundgebung gekommen, um «der Koalition für ihre Intervention zu danken». Die Organisatoren versuchten die Frauen von dieser Meinungsbekundung abzuhalten. Aber eine von ihnen benutzte ein Megafon.
16:15
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Die französische Nachrichtenagentur AFP zitiert einen Sprecher des Generalstabs der US-Armee mit erstaunlichen Worten: «Es geht bei der Militäraktion nicht darum, Gaddafi zu entmachten», soll er gesagt haben.
16:07
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Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat die afrikanischen Staatschefs aufgefordert, Herrscher wie Muammar Gaddafi zur Verantwortung zu ziehen. Wenn sie dies schon getan hätten, wäre der Angriff des Westens nicht nötig gewesen, erklärte Tutu. Afrika scheine Gaddafi nicht stoppen zu können, hiess es in der am Sonntag veröffentlichten Erklärung Tutus weiter.

Ein Ausschuss der Afrikanischen Union hatte am Samstagabend erklärt, man sei gegen eine militärische Intervention. Gaddafi hatte mit dem Geld aus den Öleinnahmen seines Landes lange eine wichtige Rolle in der Afrikanischen Union gespielt, 2009 war er Vorsitzender der Organisation.
15:50
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Ticker-Übergabe: Herzlichen Dank für Ihr Interesse. Ich übergebe den Ticker nun an Antonio Fumagalli.
15:24
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«Wieso sollte mein Vater abtreten?», fragte Saif al-Islam Gaddafi gegenüber Christiane Amanpour. Das Volk sei Vereinigt hinter ihm und gegen die Rebellen.
15:19
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Gaddafis Sohn ist überrascht vom Angriff: Saif al-Islam Gaddafi sagt, das Regime in Tripolis sei «überrascht» über die Luftangriffe. Im Gespräch mit Christiane Amanpour vom Nachrichtensender «ABC» sagte der Sohn von Muammar Gaddafi: «Glauben Sie mir, sie werden eines Tages feststellen, dass sie die falschen Leute unterstützt und einen grossen Fehler gemacht haben. Es ist wie mit den Massenvernichtungswaffen im Irak», so Saif Gaddafi weiter. Die Frage von Amanpour warum sein Vater nicht einfach die Luftangriffe auf die Rebellen einstellte, beantwortete er ausweichend: «Wir wollten die Leute in Benghazi befreien, sie leiden dort. Sie leben in der Hölle», so Saif Gaddafi über die Motive. Er sei in Tripolis – wie auch sein Vater.
14:40
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Der Chef der Arabischen Liga Amr Moussa kritisierte am Sonntag die Bombardierung Libyens durch die internationalen Koalition. «Was in Libyen passiert, unterscheidet sich von dem Zweck eine Flugverbotszone zu verhängen», sagte er Reportern. Das Ziel müsse sein der Schutz der Zivilbevölkerung und nicht sie zu bombardieren.
14:36
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Gaddafis Truppen stürmen Rebellen-Hochburg: Wie «Reuters» berichtet, haben sich Loyalisten ins Zentrum von Mistrata gekämpft. Die Nachrichtenagentur hat mit Bewohner gesprochen, die von Schusswechseln berichten. Bereits am Morgen sollen Scharfschützen der Gaddafi Truppen auf den Dächern der Stadt in Position gegangen sein. Die Infos blieben unbestätigt. Aus der Rebellen-Hochburg gibt es keine gesicherten Informationen.
14:15
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Gaddafi macht Ernst: Waffen für alle. Die staatliche libysche Nachrichtenagentur berichtet, die Regierung habe damit begonnen, mehr als eine Million Männer und Frauen mit Waffen auszustatten. Innerhalb weniger Stunden werde die Aktion abgeschlossen sein. Ob es sich um eine Propaganda-Mitteilung handelt oder Gaddafi tatsächlich die Waffenlager geöffnet hat, lässt sich nicht überprüfen. Sicher ist: Der Despot hat den Schritt in seiner Rede (siehe weiter unten im Ticker) angekündigt Maschinengewehre und Granatwerfer zu verteilen. «Wir haben selbst unsere Frauen an den Waffen geschult», so Gaddafi während der 15-minütigen Rede.
14:13
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Nach Beginn des Militärschlags einiger Staaten gegen Libyen zeichnet sich auch eine direkte Beteiligung der Nato ab. Militärs und Botschafter der 28 Länder hätten in wesentlichen Fragen einen Konsens über einen Einsatz erreicht, berichteten Nato- Diplomaten am Sonntag in Brüssel.
Doch einige Details seien noch offen. Nach wie vor fehlt ein politisches Mandat, allerdings wollen die Botschafter dies so bald wie möglich beschliessen. Mit einer eigenen Beteiligung wolle die Nato als wichtigstes Ziel erreichen, das vom UNO-Sicherheitsrat genehmigte Flugverbot über Libyen durchzusetzen, hiess es. Zu diesem Zwecke sollten Nato-Kräfte die Luftabwehr Libyens vernichten. Luftschläge gegen die Bodentruppen Gaddafis seien dagegen - im Gegensatz zu der von Frankreich, Grossbritannien und den USA geführten Koalition - nicht vorgesehen.
14:06
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Die italienische Schiffs-Besatzung wurde festgenommen und nicht entführt, wie es aus Rom heisst.
13:59
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Russland fordert Stopp der Angriffe: Bei der Abstimmung zur UN-Resolution hat sich Russland noch enthalten, nun fordern es Grossbritannien, Frankreich und die USA die Angriffe zu beenden. Wie «Reuters» berichtet, sollen die «nicht-selektive Anwendung von Gewalt» sofort gestoppt werden.
13:58
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Die Kritik an den allierten Streitkräften wächst: Nach Russland, China und Iran hat nun auch Indien den Einsatz verurteilt. In einer Erklärung des Aussenministeriums hiess es: «Die Massnahmen sollten die Lage der Menschen in Libyen mildern und nicht noch verschärfen.» Sie hatten sich bei der Abstimmung zur UN-Resolution der Stimme enthalten. Kritik kam auch vom ehemaligen britischen Botschafter in Libyen: Oliver Miles hat Zweifel an der militärischen Offensive, berichtet «BBC». «Ich kann sehen, warum die britische und andere Regierungen die Massnahmen ergriffen, aber ich bin überhaupt nicht sicher, ob klug war.»
13:25
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Die westlichen Streitkräfte bemühen sich der Kritik am Luftangriff auf Libyen zuvorzukommen. Fasst man die Berichte der Nachrichtenagenturen der vergangenen Stunden zusammen, wird klar, dass die Befehlshaber bemüht sind, zu betonen, dass der Angriff abgebrochen werde sobald Gaddafi die UN-Resolution einhalte. Der britische Verteidigungsminister Liam Fox sagte die erste Phase des Angreifers sei «sehr erfolgreich» gewesen. Während die Franzosen und Amerikaner die Angriffe nach Kämpfen in Mistrata bereits wieder aufgenommen haben, betonte der Birte, es werde solange weitere Luftangriffe geben wie erforderlich. Er betonte, dass nicht nur westliche Streitkräfte im Einsatz stehen würden, sondern auch arabische Länder «militärische Mittel» in den nächsten Tagen in die Region verlegen. Welche Länder das sind, sagte Fox allerdings nicht. Er betonte vielmehr, dass von entscheidender Bedeutung sei, um nachzuweisen, dass Angriffe eine internationale Anstrengung wären und nicht nur der Wille des Westens. Wie es nach den Luftangriffen und Bombardements weitergehen soll, bleibt allerdings unklar.

Alle an den Angriffen beteiligten Regierungen betonten, dass es keine Anstrengungen gibt in Libyen einzumarschieren. Es gehe nur um die Durchsetzung der UN-Resolution. US-Generalstabschef Mike Mullen hält einen Verbleib des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi im Amt trotz der internationalen Luftangriffe für möglich. Die Koalition könne die Ziele ihres Militäreinsatzes erreichen, doch seien diese begrenzt. Dass Gaddafi abtrete, zähle nicht dazu, sagte der Admiral. Gaddafi sei jedoch als Folge der Verhängung einer Flugverbotszone und eines Waffenembargos stärker isoliert denn je. Allerdings wächst auch die Kritik an den allierten Streitkräften: Nach Russland, China und Iran hat nun auch Indien den Einsatz verurteilt. In einer Erklärung des Aussenministeriums hieß es: «Die Massnahmen sollten die Lage der Menschen in Libyen mildern und nicht noch verschärfen.» Sie hatten sich bei der Abstimmung zur UN-Resolution der Stimme enthalten. Kritik kam auch vom ehemaligen britischen Botschafter in Libyen: Oliver Miles hat Zweifel an der militärischen Offensive, berichtet «BBC». «Ich kann sehen, warum die britische und andere Regierungen die Massnahmen ergriffen, aber ich bin überhaupt nicht sicher, ob klug war.»
13:18
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USA erklären das Ziel der Angriffe: US-Vizeadmiral William Gortney sagte vor Journalisten im Pentagon, die Angriffe seien die erste Phase zur Durchsetzung der vom UN-Sicherheitsrat autorisierten Flugverbotszone in Libyen. Die Militäraktion habe zwei Ziele: Angriffe der Gaddafi-Truppen auf Rebellen zu unterbinden und die Fähigkeit der libyschen Streitkräfte zu mindern, sich gegen die Flugverbotszone zu wehren.
13:06
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Hohe Opferzahlen nicht auszuschliessen: Der Militäreinsatz in Libyen wird nach Einschätzung der belgischen Regierung lange dauern und Menschenleben kosten, berichtet die «Bild». Der belgische Verteidigungsminister Pieter De Crem habe im belgischen Radio nicht ausgeschlossen, dass die Operation «eine grosse Zahl an Opfern» bringen könnte. «Es gibt natürlich Risiken, die mit diesem Einsatz verbunden sind.» In Libyen gehe es nicht um Hilfsmassnahmen, sondern um einen Militärschlag.
13:04
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Papst Benedikt XVI. sorgt sich um Zivilbevölkerung. Der Papst hat am Sonntag alle am Konflikt in Libyen beteiligten Seiten zum Schutz der Zivilbevölkerung aufgerufen. Es müsse gewährleistet sein, dass die Menschen Zugang zu Hilfen hätten, forderte der Papst in seiner ersten Stellungnahme zu dem Konflikt in Libyen. Die Kampfhandlungen hätten «große Angst und Sorge» in ihm ausgelöst, sagte Benedikt XVI. beim traditionellen Sonntagssegen. Der Vatikan gab keinen Kommentar zum Militäreinsatz ab. Den Irak-Angriff hatte die katholische Kirche noch kritisiert.
12:54
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Deutschland beteiligt nicht am Militäreinsatz gegen Libyen. «Die Bundeswehr wird nicht nach Libyen geschickt», sagte Aussenminister Guido Westerwelle am Sonntag in Berlin. Der Eindruck, dass sich Deutschland mit dieser Haltung in der Europäischen Union isoliere, sei «völlig falsch». Westerwelle sagte, die Verantwortung dafür, dass so viele Menschen in Libyen litten, liege beim Machthaber Muammar al Gaddafi. Dieser missachte in eklatanter Weise ihre Rechte und komme der Forderung der internationalen Gemeinschaft nach einem Waffenstillstand nicht nach. Deutschland und seine Partner teilten das Ziel, ihn abzulösen. «Oberst Gaddafi muss abtreten, auch sein Regime. Das ist und bleibt unser Ziel», sagte Westerwelle.
12:49
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Iran kritisiert Angriff: Das iranische Aussenministerium verurteilte den Angriff auf Libyen als neue Form des Kolonialismus. Es sei der Versuch das libysche Öl unter die eigene Kontrolle zu bringen, sagte ein Sprecher gemäss dem «Guardian». Er warnte das libysche Volk: «Diese Länder kommen mit verführerischen Sprüchen, verfolgen aber nur das Interesse. Sie wollen das Land eherrschen.»
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Die USA haben die erste Phase der Luftangriffe als Erfolg beurteilt, berichtet die Nachrichtenagentur «AFP».
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18 US-Jets im Einsatz: Wie die Nachrichtenagentur «AFP» berichtet, haben am Sonntagmorgen mindestens 18 US-Kampfflugzeuge das Bombardements von regierungsfreundlichen Truppen aufgenommen.
12:10
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Frankreich hat seine Luftangriffe auf Libyen am Sonntag wieder aufgenommen. Mehrere Kampfflugzeuge vom Typ Rafale und Mirage 2000 hätten am Morgen Libyen überflogen und Panzer von regierungstreuen Truppen angegriffen, berichteten Militärkreise. Die genauen Einsatzorte waren zunächst nicht bekannt. «Wir wollen dem libyschen Volk ermöglichen, sich zu befreien», hatte der französische Aussenminister Alain Juppé am Vorabend im Sender «TF1» betont. Er bekräftigte, dass ein Einsatz von Bodentruppen nicht geplant sei.
Der Flugzeugträger Charles de Gaulle sollte am Sonntag in Toulon auf seinen Einsatz in Libyen vorbereitet werden. Das Schiff wird nach Angaben des Militärs mit etwa 20 Flugzeugen und Helikoptern bestückt. Die Helikopter sind vor allem für die Bergung von Piloten gedacht, die sich im Fall eines Angriffs per Schleudersitz retten können. Die Fahrt über das Mittelmeer wird etwa 24 Stunden dauern. Der Flugzeugträger soll von drei Fregatten und einem Atom-U-Boot begleitet werden.
12:02
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Angst vor Giftgas: Die westlichen Staaten sorgen sich um die Giftgas-Vorräte von Gaddafi. Wie die «Washington Post» berichtet, werde ein Gebäude in einem abgelegenen Ort in der libyschen Wüste mit Hilfe eines Überwachungssatelliten beobachtet. In der Lagerhalle südlich der Stadt Sirte sollen rund zehn Tonnen Senfgas in mehreren Fässern aufbewahrt werden. Laut des Berichts der Zeitung befürchten westliche Regierungsbeamte, dass Gaddafi das Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzen könnte. Der libysche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Abdurrahman Mohamed Shalgham, sagte der Zeitung bereits vor einer Woche, dass er erwarte, dass «Gaddafi die Rebellen-Hochburg Benghazi mit chemischen Waffen angreifen werde, wenn die Kämpfe nicht nach seinen Vorstellungen verlaufen». Nach Angaben der staatlichen libyschen Nachrichtenagentur «Jana» soll die Wüstenstadt Sirte in der Nacht auf Sonntag auch Ziel der Luftangriffe gewesen sein. Die Nachricht wurde allerdings bisher von keiner der Angriffsstaaten bestätigt.
11:42
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Gaddafi-Truppen setzen ihre Angriffe fort: Die Soldaten haben das Feuer auf die eingeschlossene Stadt Misrata wieder aufgenommen. Die Stadt würde von drei Seiten mit Artilleriegeschützen beschossen, sagte ein Bewohner der «BBC». Wohngebiete lägen unter schwerem Feuer. Der Beschuss stellt eine Verletzung der Resolution des UNO-Sicherheitsrates vom Donnerstag dar, die es den Gaddafi-Truppen verbietet, Zivilisten anzugreifen. Was sie sonst noch nicht dürfen, sehen Sie in unserer Übersicht der Resolution 1973. Wie die Nachrichtenagentur «AFP» berichtet, sind am Samstag nach den Kämpfen zwischen Rebellen und Gaddafis-Truppen im Spital von Benghazi 90 Personen gestorben. Am Sonntagmorgen war die Lage als «ruhig» beschrieben worden.
11:39
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Die Dänen sind da: Wie «Spiegel Online» berichtet, sind die Kampfflugzeuge aus Dänemark auf dem Militärstützpunkten am Mittelmeer eingetroffen. Dänemark beteiligt sich mit sechs Jets an der Mission. Die dänische Verteidigungsministerin sagte, sie hoffe der Einsatz werde dabei erfolgreich sein, Gaddafi zur Rechenschaft zu ziehen.
11:05
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News zu den italienischen Geiseln: Offenbar handelt es sich um Mannschaft der «Asso 22». Das Schiff dürfe den Hafen nicht verlassen, meldet die Nachrichtenagentur «Ansa». An Bord seien acht Italiener, zwei Inder und ein Ukrainer, hiess es. Das italienische Aussenministerium erklärte, es prüfe die Medienberichte und sei in Kontakt mit der Reederei des Schiffes.
10:43
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Wirre Rede von Gaddafi: Libyens Staatschef Muammar Gaddafi hat soeben im libyschen Staatsfernsehen gesprochen. «Libyen bereitet sich auf einen langen Krieg vor», sagte der angeschlagene Machthaber. Alle libyschen Bürger hätten Waffen bekommen, um Libyen zu verteidigen. Es sei unvermeidbar, dass die Angriffe des Westens zurückgeschlagen würden. Die Attacken seien «Terrorismus». «Wir werden siegen, wir werden mit Sicherheit gewinnen», betonte Gaddafi immer wieder im Audiobeitrag. Im Hintergrund waren Salven aus Maschinengewehren zu hören und hupende Autos. Der Despot hielt sich in seiner Rede nicht Drohungen sondern prophezeite eine «weltweite Revolution». «Diese Angriffe sind meine historische Chance. Die Leute werden auf der ganzen Welt aufstehen – auch in Europa und Amerika. Sie werden sich hinter mich stellen – es wird eine Revolution!»
10:37
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Warnung im Staatsfernsehen: Der libysche Aussenminister hat im staatlichen Fernsehen die Drohung gegen den Westen wiederholt. «Libyen wird Militär- und Zivilflugzeuge zur Selbstverteidigung nutzen», so der Minister. Was das konkret bedeutet, blieb allerdings aus dem Bericht der «BBC» nicht ersichtlich.
10:34
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Ausser Propaganda nichts los: Nach der ersten Angriffswelle gegen die Gaddafi-Truppen ist es am Sonntagmorgen in Libyen ruhig geblieben. In den Morgenstunden war die Lage in der Hauptstadt Tripolis ruhig, aber angespannt, wie nun auch weitere Korrespondenten berichten. Auch in der zweitgrössten Stadt des Landes, der Rebellenhochburg Bengasi, gab es zunächst keine weiteren Angriffe.
10:32
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Von einem Propagandaschachzug des Gaddafi-Regimes berichtet «Spiegel Online»: Der Sender «Al-Arabija» zitiert eine Stellungnahme des libyschen Außenministeriums, die den Uno-Sicherheitsrat zu einem «dringenden Treffen» aufruft aufgrund der «französisch-amerikanisch-britischen Angriffe gegen Libyen».
10:31
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In Benghasi, der Hochburg der Regime-Gegner, sei das Eingreifen der internationalen Allianz gegen die Gaddafi-Truppen mit Erleichterung aufgenommen worden, berichtete ein Korrespondent des arabischen Nachrichtensenders «Al Jazeera» aus der Stadt.
10:12
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Die Propaganda-Maschinerie von Gaddafi läuft auf Hochtouren : In Twitter-Beiträgen wehren sich Libyer gegen die westlichen Luftangriffe. Sie schreiben, Gaddafi habe Frieden ins Land gebracht, er sei ein Segen und die Angriffe des Westens seien Akt gegen das libysche Volk. Für Journalisten ist die Arbeit in Tripolis längst zu einem Problem gekommen. Die BBC-Reporter berichtet, man finde viele Leute, die ihre Loyalität zu Gaddafi beschwörten. Alle anderen Stimmen würden durch die intensiven und leidenschaftlichen Pro-Gaddafi-Stimmen übertönt. Wie Bilder zeigen, sind die Loyalisten auf die Strassen gezogen und demonstrieren für den Despoten und gegen den Westen. Mittendrin: Aisha Gaddafi. Wie es heisst, organisiert die Tochter von Muammar Gaddafi die Leute als «menschliche Schutzschilde» für die Militärbasis Aziziya, in der sich ihr Vater aufhält.
10:07
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Neues von der entführten Schiffs-Crew: Bei der Besatzung des italienischen Schiffes handelt es sich um acht Italiener, zwei Inder und einen Ukrainer. Sie sind im Hafen von Tripolis als Geiseln genommen worden, wie die Nachrichtenagentur «Ansa» in Anlenhung an «gut unterrichtete Quellen» berichtet.
10:00
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Brennende Armeefahrzeuge: Ein Reporter der Nachrichtenagentur «Reuters» berichtet von brennenden Militärfahrzeugen auf einer strategisch wichtigen Strasse in der Nähe von Benghazi. «Dutzende Fahrzeuge säumen die Strasse. Die Wracks sind schwierig zu identifizieren, aber sieht nach Lastwagen mit Raketenwerfern aus.»
09:54
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«In Tripolis ist die Lage ruhig», berichtet der Libyen-Korrespondent des «Guardien». Es herrsche aber Verwirrung darüber, wo genau die Raketen der Franzosen, Amerikaner und Briten eingeschlagen haben und was getroffen wurde. «Schwere Bombardements brachen gegen 2.30 Uhr nicht weit von Gaddafis Wohnort, der Aziziya Militärbasis, aus. Ein Fotograf sah deutlich die Silhouette eines Kampfjets», so der Korrespondent weiter.
09:35
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Gaddafi warnt vor zweitem Lockerbie: Wie die englische «Daily Express» meldet, warnte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Tripolis die westliche Welt vor einer Welle des Terrors und dem Abschuss von Ferienfliegern. Jeder Militärschlag gegen Libyen werde den gesamten See- und Luftverkehr im Mittelmeerraum in Gefahr bringen. «Zivile und militärische Einrichtungen werden Ziele einer libyschen Gegenoffensive werden», so der Sprecher weiter. «Wir werden der Welt das Leben zur Hölle machen, weil sie unser Leben zur Hölle macht. Sie werden nie Frieden haben.»
09:26
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Eilmeldung der Nachrichtenagentur «AFP» : Libyer haben italienische Geiseln genommen. Wie die Nachrichtenagentur in Anlehung der italienischen Agentur «Ansa» schreibt, haben bewaffnete Männer die Besatzung eines Schiffes als Geiseln genommen. Welcher Art das Schiff war und wie viele Personen festgehalten werden, blieb unklar.
09:20
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Beteiligt sich die NATO an den Luftangriffen? Der NATO-Rat in Brüssel entscheidet im Verlauf vom Sonntag darüber, ob sich das Militärbündnis an den Luftangriffen auf Libyen beteiligen wird. Aus Diplomatenkreisen verlautete, möglich sei auch, dass die NATO den an der Intervention beteiligten Staaten lediglich logistische, geheimdienstliche oder anderweitige Unterstützung bereitstellen werde. Mehrere Regierungen von NATO-Staaten haben bereits signalisiert, dass sie sich an Luftangriffen nicht beteiligen wollten. Sie verwiesen darauf, dass das Bündnis bereits stark im Krieg in Afghanistan engagiert sei.
09:07
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Soldaten legen Leichen an Zielen aus: Mit den Luftangriffen hat auch die Propagandaschlacht begonnen. Die Streitkräfte von Gaddafi sollen gerüchteweise Tote aus Leichenschauhäusern zu den Angriffszielen der internationalen Gemeinschaft gebracht haben. Das Ziel: Es soll der Eindruck erweckt werden, Zivilisten seien bei den Angriffen getötet worden. Eine solche Aktion wäre Gaddafi zuzutrauen: Nach dem US-Luftangriff am 15. April 1986 gegen Gaddafi gab der Wüstendespot an, seine Tochter Hanna sei beim Angriff ums Leben gekommen. Noch immer ist nicht klar, ob das 15 Monate alte Baby vor oder erst nach dem Luftangriff von Gaddafi adoptiert wurde. Der Despot hat acht Kinder aus zwei Ehen – hier die detaillierte Infografik zum Gaddafi-Clan .
08:57
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Gaddafi versteckt sich hinter «menschlichem Schutzschild»: Der libysche Despot versteckt sich nicht nur in der stark befestigten Aziziya Militärbasis, sondern auch hinter Propaganda – oder zumindest klingt es danach. Wie der «Guardian» schreibt, hat Gaddafi mitgeteilt, dass Tausende von Loyalisten auf das Militärgelände – auf dem Gaddafi lebt – gekommen seien und sich als menschliches Schutzschild angeboten haben oder Schutz suchten.
08:54
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Der Westen hat ein hochmodernes Arsenal gegen Gaddafi aufgeboten: Eine grosse Flugzeugbasis des Despoten wurde von einem Stealth-Bomber der USA bombardiert. Der Tarnkappen-Bomber feuerte nach Berichten rund 40 Raketen ab. Eine Übersicht der High-Tech-Waffen der internationalen Gemeinschaft erhalten Sie in unserer Bildstrecke.
08:26
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«An meinen Sohn Obama»: Gaddafi hat vor den Luftangriffen Briefe an US-Präsident Barack Obama sowie den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, den britischen Premierminister David Cameron und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon geschrieben. Der Despot schreibt darin, dass «das gesamte libysche Volk ist mit mir, bereit zu sterben, selbst die Frauen und Kinder». Barack Obama werde sein geliebter Sohn bleiben, auch wenn es zu einem Krieg zwischen Libyen und den USA kommen sollte. Ob sich der US-Präsident geschmeichelt gefühlt hat über den süssen Brief, ist nicht bekannt. Auszüge aus dem Brief lesen Sie hier .
08:20
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Der amerikanische Vizeadmiral William Gortney, erläuterte im Pentagon die Einzelheiten des Angriffs. Die Raketen der U-Boote und Kriegsschiffe seien auf mehr als 20 Ziele vor allem im Westen an und nahe der Küste abgefeuert worden. Es handle sich um Luftabwehrstellungen rund um die Hauptstadt Tripolis und Misurata sowie Kommunikations- und Kommandoeinrichtungen. «Die Ziele wurden aufgrund einer gemeinsamen Bewertung ausgesucht», zitiert «Spiegel Online» den Vizeadmiral.
08:16
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Das Pentogan vermeldet, dass Grossbritannien und die USA bei ihren Angriffen über 110 Raketen abgefeuert haben.
08:10
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Gaddafi droht: Wie «BBC» berichtet, hat Gaddafi Vergeltung für die bisherigen Angriffe geschworen. Er werde die Waffenlager für «sein Volk» öffnen, damit sie Libyen verteidigen. Falls er das tatsächlicht tut, bleibt nur die Frage, gegen wenn die Waffen wohl wirklich eingesetzt werden würden: die internationale Staatengemeinschaft oder den Despoten selbst.
08:08
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Soweit bisher bekannt ist, gibt es keine Anzeichen, dass Gaddafi auf die Forderungen der internationalen Gemeinschaft einlenken will. Er sprach vielmehr von einer «Kreuzzügler-Aggression» gegen sein Land, die die gesamte Mittelmeerregion und ihre Zivilbevölkerung in Gefahr bringe.
08:06
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Die Zahl der Toten in Libyen ist mit Vorsicht zu geniessen. Die Zahlen stammen vom libyschen Staatsfernsehen - es könnte sich auch um eine Propagandameldungen handeln.
08:02
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Trotz dem ungewöhnlichen diplomatischen Tempo vor dem dem Angriff aus Libyen bleibt die Frage, ob die Staatengemeinschaft schnell genug war oder ist: Gaddafis Truppen hatten bis Samstag die Rebellen am Rande einer Niederlage; standen auch schon in der Rebellenhochburg Bengasi. In den Städten wird es für die Verbündeten aber ungleich schwerer als im offenen Gelände der libyschen Wüste, Gaddafis Truppen eindeutig zu identifizieren und zu bekämpfen, ohne die Zivilbevölkerung zu gefährden. Bodentruppen wurden bisher noch nicht direkt diskutiert.
07:55
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Erfolg der Militäraktion unklar: Ob die am Samstagnachmittag begonnene Militäraktion der alliierten Mächte von Erfolg gekrönt ist, kann laut dem US-Vizeadmiral William E. Gortney voraussichtlich erst in rund zwölf Stunden (kurz vor Mitternacht unserer Zeit) überprüft werden. Bis dahin werde ein unbemanntes Flugzeug vom Typ Global Hawk die angegriffenen Regionen überfliegen, um ein genaues Bild der Lage zu liefern.
07:28
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Das chinesische Aussenministerium hat die Luftangriffe der internationalen Koalition auf Ziele in Libyen kritisiert. China respektiere die «Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und territoriale Integrität» des nordafrikanischen Landes und lehne die Anwendung von Gewalt in internationalen Beziehungen ab. «Wir hoffen, dass China so bald wie möglich wieder Stabilität herstellen und weitere zivile Opfer vermeiden kann, die auf eine Eskalation eines bewaffneten Konflikts zurückzuführen sind.»
07:23
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Die USA haben Medienorganisationen nach dem Beginn der internationalen Militäraktion gegen Libyen empfohlen, keine Journalisten mehr in das nordafrikanische Land zu entsenden oder dort zu belassen. Ein Sprecher des US-Aussenministeriums sagte am Samstagabend in Washington weiter, alle US-Diplomaten hätten Libyen verlassen. Alle sich noch dort aufhaltenden US-Bürger sollten sofort ausreisen. Zuvor hatte der arabische Fernsehsender Al-Dschasira berichtet, vier seiner Journalisten seien im Westen Libyens festgenommen worden.
07:18
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Während ein US-Militärsprecher mitteilte, die Wirkung der ersten Angriffe könne zunächst nicht exakt festgestellt werden, meldete das libysche Staatsfernsehen 48 Tote und 150 Verletzte. Es berief sich auf das libysche Oberkommando; die Angaben konnten nicht unabhängig bestätigt werden. Aus dem US-Verteidigungsministerium verlautete, man sei zuversichtlich, dass die libysche Flugabwehr von der ersten Welle schwer getroffen worden sei. In der Nacht zum Sonntag war in Tripolis das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören.
07:04
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Die Deutschen unterstützen den Militäreinsatz gegen den libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi. Nach einer Emnid-Umfrage für die Zeitung «Bild am Sonntag» (Onlineausgabe) finden 62 Prozent diesen Schritt richtig. 31 Prozent sind gegen die militärische Intervention. Gleichzeitig sind 65 Prozent der Bundesbürger dagegen, dass sich die Bundeswehr an den Angriffen beteiligt. 29 Prozent sprechen sich dafür aus, das auch Deutschland Truppen entsendet. Emnid befragte den Angaben zufolge am 18. März 2011 insgesamt 501 Personen.
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Die Lage am Sonntagmorgen:

Ziele der Attacken, die auch in der Nacht auf Sonntag anhielten, waren offiziellen Angaben zufolge Flugabwehrstellungen und andere militärische Einrichtungen an der Mittelmeerküste des nordafrikanischen Landes. Während ein US-Militärsprecher mitteilte, die Wirkung der ersten Angriffe könne zunächst nicht exakt festgestellt werden, meldete das libysche Staatsfernsehen 48 Tote und 150 Verletzte. Es berief sich auf das libysche Oberkommando; die Angaben konnten nicht unabhängig bestätigt werden. Aus dem US-Verteidigungsministerium verlautete, man sei zuversichtlich, dass die libysche Flugabwehr von der ersten Welle schwer getroffen worden sei. In der Nacht zum Sonntag war in Tripolis das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) teilte in einer Erklärung mit, es sei über die Sicherheit der Zivilbevölkerung «tief besorgt». Es rief alle Kriegsparteien auf, sich an das internationale humanitäre Recht zu halten, indem man zwischen Zivilbevölkerung und Kampfeinheiten unterscheide und humanitären Organisationen sicheren Zugang gewähre.

Die ersten Luftangriffe wurden von 20 französischen Kampfflugzeugen geflogen, die nach Angaben des französischen Militärsprechers Thierry Burkhard alle sicher zu ihren Stützpunkten zurückkehrten. Danach feuerten amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Der britische Generalmajor John Lorimer sagte, auch britische Kampfflugzeuge seien im Einsatz gewesen.

US-Vizeadmiral William Gortney sagte vor Journalisten im Pentagon, dies sei die erste Phase zur Durchsetzung der vom UN-Sicherheitsrat autorisierten Flugverbotszone in Libyen, mit der Gaddafi an Angriffen auf die eigene Bevölkerung gehindert werden solle. Die Militäraktion habe zwei Ziele: Angriffe der Gaddafi-Truppen auf Rebellen zu unterbinden und die Fähigkeit der libyschen Streitkräfte zu mindern, sich gegen die Flugverbotszone zu wehren.

Einhelliges Votum für Militäraktion auf Pariser Gipfel

Zuvor hatten auf französische Initiative an einem Libyen-Gipfel in Paris ranghohe Regierungsvertreter von 22 Staaten teilgenommen, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesandte aus arabischen Staaten. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy teilte mit, alle hätten darin übereingestimmt, dass alles dafür getan werden müsse, die Flugverbotszone und einen Waffenstillstand durchzusetzen. Am Samstag wurden vor allem Kämpfe aus der ostlibyschen Rebellenhochburg Bengasi gemeldet.

US-Präsident Barack Obama erklärte zum Beginn der Kampfhandlungen bei seinem Besuch in Brasilien, diese Entwicklung hätten sich weder die USA noch ihre Verbündeten gewünscht. «Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn ein Tyrann seinem Volk sagt, er werde keine Gnade walten lassen», sagte Obama.

Die Massnahmen seien «notwendig, rechtmässig und gerecht», sagte der britische Premierminister David Cameron. Seine Gedanken seien bei den Militärangehörigen, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um andere zu retten.

Die «Odyssee Dawn» genannte Militäraktion gegen Libyen ist die grösste internationale Intervention in einem Staat seit dem Irak-Krieg. Sie unterstützt eine Rebellenbewegung, die nach anfänglichen Erfolgen am Rande einer Niederlage gegen Gaddafis Truppen stand.

Gaddafi verurteilt «Aggression von Kreuzzüglern»

Gaddafi verurteilte die alliierten Angriffe scharf als «Aggression von Kreuzzüglern», gegen die sich sein Land verteidigen werde. Die Angriffe internationaler Truppen seien ungerechtfertigt und könnten einen umfassenden Krieg auslösen, der die Zivilbevölkerung im Mittelmeerraum und Nordafrika gefährde. Er werde Waffenlager öffnen, damit sich libysche Bürger bewaffnen könnten. Tausende Libyer versammelten sich unterdessen im Militärlager Bab al Asisija in Tripolis, in dem Gaddafi mit seiner Familie residiert, um den Machthaber als sogenannt menschliche Schutzschilde vor Luftangriffen zu schützen.

(ap)