Aufs Dach gestiegen

21. Februar 2012 19:28; Akt: 21.02.2012 19:28 Print

Hundefans pinkeln Romney ans Bein

Nicht nur Amerikas Konservative haben Mühe mit Mitt Romney. Auch die Hündeler sind sauer auf den Präsidentschaftskandidaten – wegen einer 30 Jahre alten Geschichte.

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Für Mitt Romney kommt es knüppeldick. In den Umfragen ist der erzkonservative Ex-Senator Rick Santorum am Favoriten der republikanischen Elite vorbei gezogen. Und eine emotional veranlagte Gruppe macht gegen den Präsidentschaftskandidaten mobil: Tierschützer, oder genauer Hundeliebhaber. Letzte Woche demonstrierten sie an einer Hundeshow in New York gegen den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts.

Es geht um einen Vorfall, der bereits während Romneys Kandidatur vor vier Jahren bekannt geworden war. Die Zeitung «Boston Globe» hatte damals über einen Ausflug von Familie Romney nach Kanada im Jahr 1983 berichtet. Weil es im weissen Chevrolet-Kombi neben den fünf Söhnen und dem Gepäck keinen Platz mehr gab, musste der Familienhund, ein Irish Setter namens Seamus, die zwölfstündige Fahrt in einer Box auf dem Dach mitmachen.

Mit Schlauch abgespritzt

Obwohl Romney einen Windschutz montierte, hatte Seamus offensichtlich keinen Spass daran. Denn plötzlich entdeckte Romneys Sohn Tagg eine braune Sauce, welche die Heckscheibe hinunter lief – Seamus hatte Durchfall. Vater Romney steuerte die nächste Tankstelle an und spritzte Auto, Box und Hund mit einem Schlauch ab. Der «Boston Globe» bezeichnete dies als Beispiel für Romneys «emotionsfreies Krisenmanagement».

Die Hündeler teilen diese Ansicht überhaupt nicht. Denn Seamus musste nach der «Dusche» erneut aufs Autodach. Mitt Romney verteidigte sich: Der Hund sei gerne in der Box gefahren und sogar freiwillig hinauf geklettert. Allerdings sollen zwei Romney-Söhne in einem vertraulichen Gespräch mit Journalisten zugegeben haben, dass Seamus nach der Ankunft in Kanada kurzerhand davon gelaufen sei, schreibt der Blog «Politicker».

«Hunde gegen Romney»

Hundefans gründeten eine Aktionsgruppe namens «Dogs against Romney», deren Facebook-Seite bereits mehr als 30 000 Fans verzeichnet. Auf der Website der Gruppe kann man Aufkleber, Tassen und T-Shirts mit Slogans wie «Mitt ist mean» (Mitt ist gemein) und «I’m not luggage» (Ich bin kein Gepäck) erwerben. Ein Aktivist protestierte im Bundesstaat Colorado mit einer Box auf dem Autodach, in der sich ein Plüschhund befand, gegen den «Hundequäler» – und wurde prompt von der Polizei gestoppt.

Die politischen Gegner liessen sich die Gelegenheit ebenfalls nicht nehmen, um Romney ans Bein zu pinkeln. Sein innerparteilicher Rivale Newt Gingrich verwendete den Vorfall in einem Online-Video, und Barack Obamas Wahlkampf-Manager David Axelrod postete auf Twitter ein Foto. Es zeigt Obama mit Hund Bo bei einer Fahrt mit der Präsidentenlimousine. «So transportieren liebende Besitzer ihre Hunde», kommentierte Axelrod.

Newt Gingrichs Anti-Romney-Video:

(pbl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rafael F am 21.02.2012 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Blödsinn.....

    Hätte man dem Tier wirklich einen Gefallen tun wollen, hätte man es gar nicht auf eine 12 Stündige Reise mitnehmen dürfen, denn irgendwo eingezwängt im Auto gefällt es dem Tier auch nicht wirklich gut. Wie viele Hundeliebhaber bleiben wegen dem Tier zu Hause und verzeichten auf Urlaub im Ausland? 1% oder vielleicht gar 2%? Interessanterweise scheint dort die Tierliebe dann aufzuhören. Spannend.

  • Sandra am 21.02.2012 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Meine Hunde dürfen natürlich bei uns im Auto mitfahren und ich bin absolut kein Romney-Fan, aber ich habe mit Sicherheit schon schlimmere Tierquäler Geschichten gehört wie diese! Man darf nicht vergessen, dass in Nordamerika jedes Jahr Millionen von Hunden eingeschläfert werden, weil sie ihren Besitzern in den Ferien lästig sind. Da lob ich mir jeden der sein Tier in die Ferien mitnimmt, denn das Tierheim kommt einem Todesurteil gleich. Zudem verunfallen jedes Jahr viele Hunde die ungesichert auf offenen Pick-Up Trucks mitfahren müssen. Romney war vor 30 Jahren also eher fortschrittlich!

  • Normalo am 21.02.2012 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn seine Frau keinen Platz hätte?

    Geht's noch? Wenn seine Frau keinen Platz hat, schnallt er die dann auch aufs Dach? Was du nicht willst das man(n) dir tu' das füg auch keinem Andern zu!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Aaron am 21.02.2012 23:08 Report Diesen Beitrag melden

    Was zählt im Leben?

    Ich glaube keine einziger Kanditat hat ein völlig fehlerfreies Leben. Aber wer eine Urlaubsreise vor 29 Jahren mehr Beachtung schenkt als die Arbeitslosenquote, etc. hat einfach die Balance im Leben verloren, weiß nicht mehr was wirklich zählt und sucht immer nur nach negativen wie 99% aller youtube-experten & co. Wer sich auf das wichigste im Leben konzentriert (Familie, Arbeit, Moral,...) wird Romney wählen. Nur der ein kleine, zu viel zeithabende, unausgeglichene, klassische Wutbürger, richtet seine Entscheidung nach solchen Meldungen.

  • Tim am 21.02.2012 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gepäck ist wichtiger als ein Lebendes Tier

    Ach das Gepäck ist wichtiger als der Hund jeder normaler verantwortungsvoller Mensch hätte einfach das Gepäck in die Dachbox gelegt und den Hund in den Kofferraum oder wenn man würcklich Tierlieb wäre der Frau oder den Kiendern auf den Schoss gelegt.

  • Odie am 21.02.2012 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    Idee!!!

    Hund auf dem Dach auf dem Weg nach Kanada... Warum nicht vor dem Auto als Schlittenhund?

  • Garfield am 21.02.2012 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht!

    Na, wenn schon 7 Personen in einem (wohlgemerkt EINEM) Kombi sitzen, ist es nun mal ein bisschen eng in der Büchs. Und immerhin hat er ja einen Windschutz montiert. Und da Hunde bekanntlich liebend gerne mit Wasser spielen und das Auto eine Wäsche nötig hatte, konnte Mitt das Nützliche mit dem Angenehmen gut verbinden! Bravo!

  • Rafael F am 21.02.2012 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Blödsinn.....

    Hätte man dem Tier wirklich einen Gefallen tun wollen, hätte man es gar nicht auf eine 12 Stündige Reise mitnehmen dürfen, denn irgendwo eingezwängt im Auto gefällt es dem Tier auch nicht wirklich gut. Wie viele Hundeliebhaber bleiben wegen dem Tier zu Hause und verzeichten auf Urlaub im Ausland? 1% oder vielleicht gar 2%? Interessanterweise scheint dort die Tierliebe dann aufzuhören. Spannend.