Waffenschutzinitiative

16. Januar 2011 00:16; Akt: 17.01.2011 18:40 Print

Nach den Gewehren die Messer

Politikerinnen aus SVP und SP wollen Messer im Ausgang verbieten. Viele Jugendliche seien bewaffnet und 40 Prozent der Mörder setzten Stichwaffen ein.

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Ein generelles Messer-Verbot ausser Haus sei ein wirksames Mittel gegen Gewalt im öffentlichen Raum, sagen die Nationalrätinnen Andrea Geissbühler (SVP) und Chantal Galladé (SP) in der Zeitung «Der Sonntag». Heute sind nur mit einer Hand bedienbare Stellmesser und Butterfly-Messer verboten. Damit löst die Waffeninitiative bereits den nächsten Vorstoss aus.

Armeewaffen seien für Polizisten kein Problem – im Gegensatz zum Messer. «Sehr viele Jugendliche tragen im Ausgang Messer mit sich herum», sagt SVP-Nationalrätin und Polizistin Andrea Geissbühler im Streitgespräch mit dem «Sonntag» zur Waffenschutzinitiative. Der Grund: «Man müsse sich im Ausgang verteidigen können», sagten ihr die angehaltenen Jugendlichen.

Geissbühlers Fazit: «Wir sollten die Gesetzgebung zu den Messern weiter verschärfen. Ausserhalb des Hauses dürften Menschen keine Messer auf sich tragen. Mit Ausnahme von Sackmessern.» Sie suche derzeit Zahlen zusammen, um einen umsetzbaren Vorstoss zu machen.

Die SVP-Politikerin erhält spontan Unterstützung von ihrer Kontrahentin bei der Waffenschutzinitiative, von SP-Nationalrätin Chantal Galladé: «Falls Sie das Gesetz verschärfen wollen: Ich bin sofort dabei.» Messer hätten auf der Strasse nichts verloren.

40 Prozent der Mörder setzen aufs Messer

Heute sind nur mit einer Hand bedienbare Stellmesser und Butterfly-Messer verboten. Polizistin Geissbühler begründet das Messer-Verbot mit Beobachtungen aus ihrem Berufsalltag: «Ich kenne die Situation in der Stadt Bern: In der Neuengasse und in der Aarbergergasse müssen wir am Freitag- und am Samstagabend die ganze Nacht hindurch einen Patroullienwagen stationieren, sonst haben wir dort Schlägereien und Messerstechereien.»

In der Regel seien es Ausländer, Türken und Personen aus Ex-Jugoslawien. «Die sind sehr dünnhäutig. Ein kleiner Stupser wird als Angriff empfunden», sagt Geissbühler.

Die Kriminalstatistik des Bundesamtes für Polizei zeigt: Rund 5 Prozent der Körperverletzungen erfolgen durch «Hieb- und Stichwaffen». Messer spielen bei 13 Prozent der Raubüberfälle und rund 40 Prozent der vorsätzlichen Tötungsdelikte eine Rolle.

(rub)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H. Walter am 16.01.2011 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Verbote

    Schon wieder sollen die verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürger mit einer Flut von Gesetzen, Kontrollen und Verboten bevormundet werden. Alles nur wegen einigen kriminellen Individuen. Die Parallelen zur Waffeninitiative sind erkennbar. Brauchen wir das? Haben wir nicht schon genügend Vorschriften und Gesetze in unserer freien neutralen Schweiz? Ist das überlieferte, bewährte, nicht gut genug um es beizubehalten? Darum ein überzeugtes Nein auf den Stimmzettel.

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  • Gremi am 16.01.2011 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Verbotswahn

    Na super. Noch ein guter Beitrag zu dem Thema. Ist den Politikerinnen langweilig? WIe lange geht es noch bis Hände verboten werden weil man damit jemanden erwürgen oder tot prügeln kann? Also ehrlich... Wenigstens haben die Drahtzieher der Waffeninitiative damit gezeigt, was sie wirklich wollen.

  • max hart am 17.01.2011 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    aha

    also ein messerverbot für den ausgang find ich super... ich frag mich eh wenn ich in ner schlange vornem club steh für was man da jetzt ein messer oder n schlagring mitnehmen muss... die gehören gleich in den knast... aber sonst fürs fischen oder sonst was sind messer doch nicht zu verbieten...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pit am 29.01.2011 am 25.01.2011 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die Waffengesetze heute!

    Unsere Damen und Herren Politiker sollten sich mal die Frage stellen,warum die jetzt geltenden Gesetze nicht ausreichen! Diese würden völlig genügen, aber die Umsetztung und Durchsetzung ist jetzt schon nicht möglich. Da die gleiche Politiker welche diese neuen Änderungen der Gesetze anstreben, die Polizeiorgane beim Versuch die Gesetze anzuwenden und umzusetzen wieder ausbremsen werden in dem sie mit ihren wiedersprüchlichen Aussagen über die Presse diese Polizisten in die Pfanne hauen. Eine Gesetzesänderung nützt hier sicher nichts,aber die restrektieve Umsetzung der geltenden Gesetze schon.

  • Faustkeil am 25.01.2011 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht um Entwaffnung und Beschneidung von jahrta

    Wie von 20min zu erwarten wieder mal Polemik in Vollendung! Leute recherchiert einfach mal und übernehmt nicht die Propaganda unserer Politiker. Die "hochgefährlichen" Butterfly-Messer, welche aus den Filmen bekannt und immer von den bösen Jungs benutzt werden. Und wenn die meisten Jugendlichen das Gefühl haben sich bewaffnen zu müssen, stimmt hier etwas mit den Messern nicht? NEIN! Es ist wohl eher die Gesellschaft, welche über die Medien Allmachtsfantasien der Weltherrschaft und Lösung von Konflikten mit Gewalt in die Köpfe der Leute projeziert. Schaut euch nur mal den abendlichen TV an...

  • Johann Paulus am 20.01.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Delikte gegen Leib und Leben nicht mit legalen Sch

    Entgegen den Behauptungen der Initianten, dass Schützen, Jäger und Sammler nicht betroffen sein werden,trifft es sie am härtesten, obwohl diese am verantwortungsvollsten mit den Sportgeräten und Sammelgegenständen umgehen. Die meisten Delikte gegen Leib und Leben werden mit Stichwaffen begangen. Legale Schusswaffen werden keine verwendet.

  • Robert am 18.01.2011 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    die Mehrheit wird in ihren Rechten eingeschränkt..

    Wieder ein Beispiel dafür, wie überreagierende Politiker wegen fragwürdiger Interpretationen des Verhaltens Einzelner die Mehrheit in ihren Rechten beschränken und kriminalisieren. Das Schweizer Waffenrecht ist restriktiv genug, um mit dem Problem umgehen zu können. Frage: Wie viele der vorsätzlichen Tötungsdelikte mit Messern geschehen mit Küchenmessern? Werden die auch verboten?

  • Rolf am 18.01.2011 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Sackmesser?

    Das Problem fängt schon bei der Frage an was ist ein Sackmesser? Alleine von den Schweizersackmessern gibt es sicher über hundert. Muss der Gesetzgeber nun auflisten, welche erlaubt sind oder welche verboten sind? Die Polizei kommt dann mit der Liste und schaut, was erlaubt ist? Das ist wohl nicht realistisch und führt dazu, dass es nicht umsetzbar ist. Somit ist es aber auch überflüssig. Wenn schon etwas gemacht werden soll, dann so, dass es umsetzbar ist. Wie wäre es, wenn ich am Eingang eins Clubs mein Messer zusammen mit dem Regenschirm und der Jacke abgeben müsste?

    • Joël am 21.01.2011 16:38 Report Diesen Beitrag melden

      Klinge

      Eine Beschränkung der Länge der Klinge

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