Bradley Manning

23. Dezember 2010 06:04; Akt: 23.12.2010 08:38 Print

«Er ist ein politischer Gefangener»

Die UNO untersucht Anschuldigungen, wonach Wikileaks-Informant Bradley Manning in US-Haft gefoltert werde. Derweil erhält dieser Schützenhilfe von Julian Assange.

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Die Vereinten Nationen gehen einer Beschwerde über eine Misshandlung des als Wikileaks-Informanten in den USA inhaftierten US-Soldaten nach. Das Büro des UN-Sonderberichterstatters über Folter, Manfred Nowak, teilte in Genf mit, es habe eine Beschwerde von Unterstützern des Obergefreiten Bradley Manning erhalten, derzufolge die Haftbedingungen in einer Kaserne der Marineinfanterie im US-Staat Virginia auf Folter hinausliefen.

Nowaks Sprecher Xabier Celaya sagte, Besucher hätten berichtet, das Manning täglich mindestens 23 Stunden alleine in einer Zelle verbringen müsse. Die Vereinten Nationen könnten die USA auffordern, von ihr vorgefundene Verstösse abzustellen.

Das US-Verteidigungsministerium wies Vorwürfe zurück, Manning werde in der Haft misshandelt. Manning wurde im Juli vorgeworfen, geheimes Material an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben zu haben. Er steht unter dem Verdacht, mehr als 250 000 geheime Depeschen des diplomatischen Dienstes der USA an Wikileaks weitergegeben zu haben.

Assange nennt Manning einen politischen Gefangenen

Manning hat sich öffentlich nicht dazu geäussert, ob er Wikileaks die Geheimdokumente zugespielt hat. Wikileaks-Gründer Julian Assange hat erklärt, die Wikileaks-Technologie sei so gestaltet, «dass wir nicht die Quelle wissen».

In einem Interview mit MSNBC bezeichnete Assange am Mittwoch Manning als einen politischen Gefangenen. «Wenn wir den Vorwürfen glauben, dann hat dieser Mann das aus politischen Gründen gemacht. Er ist ein politischer Gefangener in den USA. Er steht nicht vor Gericht. Er ist ein politischer Gefangener ohne Prozess in den USA seit sechs oder sieben Monaten.» Man versuche, Manning zur Aussage gegen ihn zu bewegen und deshalb würden die Haftbedingungen verschlechtert, um ihn unter Druck zu setzen. «Das ist ein ernstes Problem», sagte Assange.

(ap)