Mammut-Zahlen

14. Februar 2018 16:06; Akt: 14.02.2018 16:08 Print

3000 Journalisten jagen 2900 Athleten nach

von Dominic Duss - Ein Heer von Medienschaffenden beliefert die Welt mit Bildern, Fakten, Geschichten und Videos aus Pyeongchang.

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Rund 3000 Journalisten aus 58 Ländern berichten gemäss Lee Hee-beom, Präsident des Pyeongchang Organisationskomitees für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 (POCOG), bis Ende der Spiele aus Südkorea. Hinzu kommen 270 südkoreanische Reporter von 68 lokalen Medien. In Pyeongchang wurden im Main Press Centre (MPC) für sie Arbeitsplätze eingerichtet. In einem Nebengebäude befindet sich der Haupt-Pressekonferenzraum, der Platz für 500 Personen bietet.

60 TV-Sender übertragen die Wettkämpfe rund um den Globus. Zusammen stellen sie gegen 10'000 Mitarbeiter (Regie, Kamera, Technik, usw.), die im fünfstöckigen International Broadcast Center (IBC) beherbergt sind. Das Media Village ist genauso gigantisch wie die Zahlen, welche hinter den Berichterstattungen aus Pyeongchang stehen. So können sich beispielsweise bis 1000 Journalisten gleichzeitig in der riesigen Mensa verpflegen.

Alles in Barcelona gespeichert

Erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele werden alle Daten – von der Akkreditierung, über Infos für Athleten und Volunteers vor Ort, bis hin zu Live-Ergebnisse für Medien und Fans – in einer «Cloud» gespeichert, bearbeitet und verwaltet. Jedoch nicht vor Ort, sondern in Barcelona, im Hauptquartier von Atos. Die IT-Firma ist seit den Sommerspielen 1992 in Barcelona offizieller Partner des Internationalen Olympischen Komitees (IOK). In der katalanischen Hauptstadt laufen die Systeme bereits seit über zwei Wochen auf Hochtouren.

Die dahinterstehende Technik ist immens – und notwendig. Erfolgten bei Olympia 2008 in Peking noch weniger als ein Prozent der Zugriffe über Mobilgeräte, waren es 2016 in Rio de Janeiro bereits fast 100 Prozent. Die Entwicklung der Dienstleistung machte enorme Fortschritte: Waren für die Sommerspiele (die aufgrund höherer Anzahl teilnehmender Athleten und Wettkämpfe generell aufwändiger sind) in London vor sechs Jahren 1000 Server und 5000 IT-Fachleute im Einsatz, sind es für Pyeongchang nur noch rund 250 Geräte und rund 2000 Mitarbeiter. Jedoch ist nur ein etwa 50-köpfiges Team in Südkorea, alle anderen sorgen in Barcelona für einen reibungslosen Ablauf.

NBC bricht Rekorde

Hauptverantwortlich für die Produktion des internationalen TV- und Radiosignals ist Olympic Broadcasting Services (OBS). Desweiteren ist das OBS dafür zuständig, jene Technik zur Verfügung zu stellen, welche nationale Sendeanstalten in Südkorea benötigen. Das 2001 vom IOK gegründete Unternehmen hat seine Zentrale in Madrid. Allein dieses fängt mit 550 TV-Kameras Bilder der Wettkämpfe ein.

Keinen Aufwand scheut das amerikanische TV-Network NBC. 2000 Angestellte arbeiten in Pyeongchang für «NBC Olympics», weitere 1000 tragen in den USA ihren Teil zur Berichterstattung bei. 89 Kommentatoren hat NBC nach Südkorea entsandt. 156 Kameras fangen Bilder für die 2400 Stunden Abdeckung und 1800 Stunden Live-Streaming ein, was alle bisherigen Winterspiele-Rekorde bricht. NBC verfügt in Pyeongchang über einen Video-Plattenspeicher mit einer Kapazität von 2200 Terabyte, was achteinhalb Jahren (!) entspricht. NBC zeichnet die Olympischen Spiele mit 156 eigenen Kameras auf und verlegte dafür rund 80 Kilometer Kabel.

SRG mit kleinerer Delegation

Im Vergleich dazu fallen die Zahlen der SRG bescheiden aus. 160 Mitarbeiter sorgen für die Berichterstattung – in allen Landessprachen und massgeschneidert für alle vier Sprachregionen – aus Pyeongchang. Allein im TV strahlen die SRG-Sender kumuliert über 1000 Programmstunden aus.

In Südkorea setzt die SRG erstmals an Olympischen Winterspielen auf die sogenannte «Remote Production». Dank dieser neuartigen Produktionstechnik erübrigt sich ein Regiewagen am Veranstaltungsort, da die Regien in den Studios in Zürich, Genf und Lugano sitzen. Dadurch spart die SRG Kosten, da ihre Delegation im Unterschied zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi am Veranstaltungsort um 80 Mitarbeitende kleiner ist. Die SRG hat für ihr Programm 45 Tonnen Material nach Südkorea transportiert und überträgt die Spiele mit 24 Kameras in unsere Stuben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig Live im Ochsen am 14.02.2018 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    das sind genau : 1,0344827 Journalisten pro Athleten

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  • Reto Nieter am 14.02.2018 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SRG bescheiden, wohl kaum

    Der ORF benötigt 100 Mitarbeiter und die SRG 160, die für die Olympiade vor Ort sind!

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  • Sportler am 14.02.2018 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja

    und da reden Leute, nicht zuletzt die SRG Macher, Olympiade sei Sport. Reines Business. Und zählt mal noch die nichtsnutzigen Funktionäre, die sich dort tummeln. Eben, business pur.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel Sagichnicht am 14.02.2018 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz SRF

    Die Hälfte sind vom Schweizer Fernsehen und Radio.

  • salisali am 14.02.2018 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Indian

    Tolle Aktion erinnert mich an einen Indian Street Hiddah ;)

  • Gionto1 am 14.02.2018 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauen Eishockey

    Schade gibt es keinen Beitrag der Schweizer Hockeyanerinnen. Es war eine hervoragende Leistung wo wir stolz sein können.Halbfinalquali ist möglich.

    • Realo am 14.02.2018 18:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Gionto: Langsam ist es

      Zeit für die Kernsportarten an Olympia.

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  • Neumann am 14.02.2018 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Team

    Ein kräftiges Team aus gestandenen Profis würde genügen. Deren Arbeit wird dann weltweit verwendet. Müsste ja nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen.

    • Zeno Rudolfs am 14.02.2018 19:38 Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      Und in welcher Sprache senden die dann? Der grösste Teil der Arbeit wird ja heute schon vom OBC gemacht, nur müssen die vom OBC produzierten Inhalte irgendwie in die jeweiligen Landessprachen übersetzt werden, in einen spezifischen Nationalen Kontext gebracht werden, und durch nationale Inhalte (Z.B. Interviews) ergänzt werden. Wenn alle ihr eigenes Süppchen kochen würden, müsste jedes Land tausende menschen senden, wie es die NBC macht.

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  • Herr Max Bünzlig Live im Ochsen am 14.02.2018 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    das sind genau : 1,0344827 Journalisten pro Athleten

    • Toll am 14.02.2018 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr Max Bünzlig Live im Ochsen

      Es kann rechnen

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