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29. November 2018 12:00; Akt: 03.12.2018 09:11 Print

Sommerpneus im Winter sind legal – bis es kracht

In der kalten Jahreszeit kommt es zu viel mehr Pannen als im Sommer. Das liegt jedoch nicht an den Sommerreifen. Sie sind nicht einmal gesetzlich vorgeschrieben.

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In der Schweiz kann man mancherorts bestraft werden, wenn man den Zündschlüssel im Auto stecken lässt (60 Franken) oder beim Umparkieren nicht in den fliessenden Verkehr eingespurt ist (40 Franken). Keine Busse erhält jedoch, wer mit Sommerpneus durch durch den Winter kurvt.

Der Grund ist einfach: Es fehlt schlicht die explizite Winterreifenpflicht im Gesetz. Das mag erstaunen, kollabiert der Verkehr im Flachland doch jedes Mal, wenn zehn Zentimeter Neuschnee fällt. Bei den oft Dutzenden Unfällen an einem Tag kommt es immer wieder vor, dass die Reifen bemängelt werden.

Ausweisentzug droht auch ohne vorgeschriebene Winterbereifung
Auch wenn das Gesetz nicht ausdrücklich Winterpneus verlangt, so sind sie mehr als empfehlenswert. Denn wer aufgrund ungenügender Bereifung einen Unfall verursacht oder den Verkehr behindert, wird deswegen bestraft. Schnell droht ein Führerausweisentzug von mindestens einem Monat.

Möglich sind auch eine Busse oder in krassen Fällen eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Möglich macht dies das Strassenverkehrsgesetz. Es behandelt ungenügende Bereifung als grobe Fahrlässigkeit oder macht Lenkende mindestens dafür verantwortlich, ein nicht betriebssicheres Fahrzeug zu benutzen.

Aber Achtung: Nicht jeder Winterreifen gilt als betriebssicher. Vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter. Dann hat der Pneu seine Lebensdauer jedoch bereits erreicht. Eine ungenügende Profiltiefe kann eine Busse von 100 Franken pro fehlerhaften Pneu zur Folge haben.





Winterpneus halbieren den Bremsweg auf Schnee
Deshalb empfiehlt der TCS: Winterreifen ersetzen, wenn die Profiltiefe der Lauffläche – nicht an den Reifenschultern – 4 Millimeter beträgt. Nicht übersehen sollte man, dass übermässig ungleich abgenutzte Reifen ebenfalls beanstandet werden können.

Im Vordergrund dieser Regelungen steht immer die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Ein Winterreifen ermöglicht bereits ab 7°C eine viel bessere Bodenhaftung. Auf Schnee hat ein Auto mit Winterreifen nur den halb so langen Bremsweg wie mit Sommerreifen. Deshalb erübrigt sich die Frage, ob man ganzjährig mit Sommerfinken fahren sollte.

Probleme mit Reifen sind zwar der zweithäufigste Grund, weshalb der Touring Club der Schweiz TCS ausrückt. Bei über 381'000 Pannenhilfen im Jahr 2017 geht gut jeder achte Einsatz (12,3 Prozent) auf das Konto der Pneus. Viel häufiger und insbesondere im Winter das grösste Thema sind jedoch die Batterien.


Der häufigste Pannengrund im Winter sind nicht Sommerpneus
Mehr als jede dritte Panne hat mit der Stromversorgung des Autos zu tun. Über 143'000-mal half der TCS im vergangenen Jahr bei Batterieproblemen. Das sind über 37 Prozent aller Pannenhilfen im Verkehr.

Einerseits macht die Kälte den Autos das Leben schwer. Die Stromfresser in den Fahrzeugen brauchen im Winter mehr Energie und das auch, wenn der Wagen abgestellt ist. GPS, Wegfahrsperren und andere Systeme benötigen auch im Stand-by-Modus Strom. Dies kann besonders bei älteren Batterien zu einem Ausfall führen.

Andererseits sind sich viele Lenkerinnen und Lenker nicht bewusst, dass eine Batterie längst nicht so lange hält wie das Auto. Möglicherweise bereits nach fünf Jahren sollte man prüfen lassen, ob ein neuer Akku für den Wagen sinnvoll ist. Zudem kann die Batterie auch beschädigt werden, wenn sie aus Versehen ganz entladen wird. Solche Tiefentladungen können die Lebensdauer drastisch verkürzen.

Auch teure Autos betroffen
Von Batteriedefekten sind übrigens auch Oberklassewagen nicht ausgenommen. Im Gegenteil: Sie haben oft mehr Assistenz- und Komfortsysteme, die zusätzlich Strom benötigen. Und da die Batterien bis kurz vor der kompletten Entladung gleich viel Energie abgeben, künden sich schwächelnde Akkus kaum vorher an.

Tipp: Nicht ignorieren, wenn das Auto im Winter weniger gut anspringt. Bei solchen Anzeichen die Batterie prüfen lassen. Achtung: Auf Kurzstrecken unter zehn Kilometern lädt sich die Batterie nicht wieder ganz auf.

Das gilt insbesondere im Stop-and-go-Verkehr am Morgen. Manch eine Panne passiert genau dann. Grund ist oft keine kaputte, sondern eine leere Batterie. Deshalb Stromfresser wie Heckscheibenheizung und Sitzheizung nicht oder nur kurz einschalten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • L Winter am 29.11.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach Hirn einschalten!

    Es nützt der beste Reifen nichts wenn die Fahrweise nicht angepasst wird .

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  • Globuli am 29.11.2018 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    4x4 juhui

    Imme wieder lustig sind die "Ich brauch keine Winterreifen, ich hab 4x4" Verständnisresistenten...

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  • Autofahrer am 29.11.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Jahr schlimmer..

    Immer noch grössere wuchtigere SUV`s.aber kein Geld für vernünftige Winterreifen!!! Ich habe Peugeot 207 Kombi und korrekte Winterreifen...alles bezahlt...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurde am 03.12.2018 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Immer

    Ich fahre immer nur mit Reifen!

  • Meli am 03.12.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Verlauern

    Jedes Jahr immer wieder: man wartet auf den 1. Schnee bis man sich entschließt Winterreifen zu montieren, statt einfach von O bis O (Oktober bis Ostern)

    • Peter M am 03.12.2018 08:54 Report Diesen Beitrag melden

      Gilt nicht mehr

      Köpfchen statt starre Regeln würde helfen. Wer diesen Oktober schon die Winterpneus montiert war lange - laut Expertenmeinung - unsicher unterwegs, weil es doch öfters über 20 Grad war. Auch wäre ich Beo einem Wechsel nach Ostern in den Hammer gelaufen, weil es bei uns doch noch etwas länger Schnee gab.

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  • John Schnee am 03.12.2018 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Paid Post

    Das ist für mich Paid Post

  • Greg Roulin am 03.12.2018 00:58 Report Diesen Beitrag melden

    VERSICHERUNGEN

    grösste Gefahr und materialistisch gesehen das schlimmste wo kann passieren wurde leider nicht einmal erwähnt. Mann ist schuldig an eine Unfall. Anfang Winter mit Sommer Pneu unterwegs, obwohl Winter Pneu von d Versicherung klar verlangt sind bei solche Bedingungen um gededeckt zu bleiben.. Auf jeden Fall heikel wird wenn mann ein total schade anrichtet, zbs eine Neue S-klass AMG und der Fahrer verletzt wird (CEO, 45J Leben lang Arbeit unfähig und Therapie nötig ).. In extreme Fall kann sein das die Versicherung keine Rappe zahlt.. Ohne anfangen zu sprechen von das Gewissen wo mann mitnimmt.

    • Petra Wyler am 03.12.2018 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      Sehr unwahrscheinlicher Fall

      Liebe Greg, in einer S-Klasse so zu verunfallen, weil ein anderer reinrutscht kann gar nicht passieren. Da hast du soviele Airbags die losgehen, dass nichts passiert. Wir reden hier nicht von einem Raserunfall, da nützt auch eine S-Klasse nicht mehr.

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  • Peter am 02.12.2018 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    10 cm

    Es gibt solche 99 % die bei einer sichtigung einer Schneeflocke schon voll in Panik ausbrechen