Kachelmann in Zürich

15. Februar 2011 19:05; Akt: 16.02.2011 10:20 Print

Zeugin sagte «ruhig und sachlich» aus

Das Landgericht Mannheim hat am Dienstag eine Stippvisite in Zürich gemacht. Die Richter hörten die Schweizer Zeugin im Prozess gegen Jörg Kachelmann an. Die Anhörung verlief ruhig - mit einer Ausnahme.

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Kachelmann ist definitiv freigesprochen. Staatsanwalt und Nebenklägerin zogen ihre Anträge auf Revision zurück. . Das Landgericht Mannheim hat den Wettermoderator Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Nach Auffassung der Richter reichten die Indizien nicht für eine Verurteilung aus. Das Urteil wurde im Gerichtssaal mit Jubel aufgenommen. Es ging ein Aufschrei durch das Publikum. Schon Stunden vor dem Urteilsspruch hatten sich über hundert Menschen vor dem Gericht versammelt, um eingelassen zu werden. Die Verteidigung hatte im Plädoyer den Freispruch für Jörg Kachelmann gefordert. Das mutmassliche Opfer habe aus Rache und Hass gelogen, sagte die Rechtsanwältin Andrea Combé vor dem Landgericht Mannheim. Wegen fehlender objektiver Beweismittel stehe Aussage gegen Aussage. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung der 38-jährige Radiomoderatorin Sabine W. gefordert. dem vorletzten Prozesstag, gibt die Staatsanwaltschaft intime Details über den Wettermoderator preis und hält ihn weiter für schuldig. Am 41. Prozesstag, am gab Kachelmann vor Gericht bekannt, dass er während des Prozesses die Studentin Mirjam geehelicht hat. Jörg Kachelmann hat das Steuer übernommen: Zur fuhr der Wettermoderator selbst vor. Die Schweizer Zeugin wurde in Zürich von der Staatsanwaltschaft I befragt. Die ehemalige Freundin von Kachelmann ist von vertreten worden. Über ihre Aussage wollte der Anwalt keine Auskunft geben. Die Befragung sei aber gesittet gewesen, so Landmann. Die deutschen Medien hatten die Frau zu einer Belastungszeugin für den Wettermoderator hochgeschrieben. «Diese Schilderungen waren teilweise falsch und verletzend für meine Mandantin», so Landmann vor den Medien. Der neue Mann an Jörg Kachelmanns Seite: für den Wettermoderator im Rampenlicht. Seine bisherigen Verteidiger Klaus Schroth und Reinhold Birkenstock wurden per sofort vom Mandat entbunden. war kurz und bündig: «Ich habe der 5. grossen Strafkammer des Landgerichts Mannheim heute angezeigt, dass ich nicht mehr Verteidiger von Herrn Kachelmann bin», schrieb er den Medien. Kachelmann hatte sich entschieden von Johann Schwenn zu vertreten zu werden. Mit Birkenstock musste auch Verteidiger Klaus Schrott gehen. mit ihrem Anwalt vorfuhr, hielt sie sich ein Buch vor das Gesicht. Titel: «Der Soziopath von nebenan». Die Suche nach Antworten einer verzweifelten Frau? Ein Zeichen an die Öffentlichkeit? Sicher ist: Vor der entscheidenden Phase des Prozesses kein Zufall. Runde 10 im Prozess gegen Jörg Kachelmann: der an Jörg Kachelmann ging und eine Zeugin versprach, die den Wettermoderator entlasten könnte. Jörg Kachelmann trifft am beim Bezirksgericht Mannheim ein. benutzt Kachemlmann (links) einen Hintereingang, um ins Gerichtsgebäude zu gelangen. Neben ihm sein Anwalt Ralf Höcker. Kachelmann am Landgericht Mannheim. Statt einer Verhandlung wurde gleich vertagt. Für Überraschung sorgte Kachelmanns mutmassliches Opfer. die Kachelmann schwere Vergewaltigung vorwirft, erschien ebenfalls vor Gericht. Aussagen muss sie aber erst später. Kachelmann und seine Verteidiger haben am ersten Prozesstag (6.9.2010) jedoch alle verblüfft: Zum Prozessauftakt haben sie einen gegen zwei Richter gestellt. Die Richter mussten die Sie wird nun am Montag, 13.9. weitergeführt. Mit dieser Entwicklung hatten am Montagmorgen, 6.9.2010, wohl nicht gerechnet, als sie kurz nach neun Uhr Platz nahmen. rechts neben den Richtern, kurz bevor der Befangenheitsantrag gestellt wurde. Der Prozess gegen Kachelmann war auch ein Medienprozess. nahmen am Prozess teil. die Verteidiger von Kachelmann. Zuvor war der Wettermoderator angereist. Der Prozess gegen den Wettermoderator war am ersten Prozesstag ein gewaltiges standen zahlreiche Schaulustige vor dem Landgericht Mannheim Schlange. Die war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Sie sind alle gekommen, um den Prozess gegen diesen Mann zu sehen: Jörg Kachelmann. Dieses Bild zeigt, wie er wurde. Dem 52-Jährigen wird besonders vorgeworfen. Nach seiner Verhaftung am Flughafen in Frankfurt am 20. März ... in der Dort hat er gemäss seinen eigenen Angaben auch gefunden. Bei seinem glaubte man noch, der Wettermoderator bleibe nur kurze Zeit in Haft. Schon damals betonte Kachelmann gegenüber den Medien:

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Lange ist die Einvernahme angekündigt worden, nun hat sie stattgefunden: Am Dienstag erschien eine Viererdelegation des Landgerichts Mannheim in Zürich. Befragt wurde eine weitere Zeugin im Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann. Die Schweizerin wird als Belastungszeugin im Vergewaltigungsprozess gehandelt. Ob sie den Wettermoderator tatsächlich bei der Befragung durch die Staatsanwaltschaft I von Zürich belastete, blieb unklar.

«Es ist am Landsgericht Mannheim zu entscheiden, ob sich die Aussagen für Kachelmann belastend oder entlastend auswirken», sagt der Anwalt der Zeugin, Valentin Landmann, zu 20 Minuten Online. Er wollte sich über den Inhalt der Gespräche vor der Staatsanwaltschaft I von Zürich nicht äussern. Er bestätigte nur, dass sowohl Jörg Kachelmann als auch die Zeugin erwartungsgemäss vor dem leitenden Staatsanwalt erschienen seien. «Es herrschte eine ruhige Atmosphäre und ging sehr gesittet zu und her», so Landmann über die Anhörung. «Meine Mandantin hat ruhig und sachlich geantwortet.»

Deutsche Journalisten lauerten auf Schnappschuss

Die Anhörung begann kurz nach neun Uhr und dauerte mehrere Stunden. Die Öffentlichkeit war von der Einvernahme ausgeschlossen. Die Polizei sorgte dafür, dass dies auch so blieb: Sie sicherte das Gebäude im Kreis 3 mit mehreren Beamten ab. Zwei Polizisten bewachten den Eingang, zwei weitere die Zufahrt zur Tiefgarage. Auch auf dem Baugerüst, welches das Gebäude derzeit umgibt, markierte die Polizei Präsenz. Vor dem Haus harrten während der gesamten Befragung Journalisten aus - darunter auch Leute aus Deutschland. Sie warteten alle auf einen Schnappschuss des Angeklagten und des Gerichtstrosses.

Angereist sind der vorsitzende Richter Michael Seidling mit drei Kollegen vom Landgericht Mannheim sowie die deutsche Staatsanwaltschaft mit einer Zweierdelegation und der angeklagte Jörg Kachelmann mit seinem Anwalt. Die Befragung führte der Zürcher Staatsanwalt Marcel Strassburger durch, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet. Die deutschen Juristen durften die Frau nicht direkt befragen, sondern mussten ihre Fragen zuvor schriftlich einreichen. Der Zürcher Staatsanwalt entschied auch darüber, ob eine Frage zulässig ist oder nicht.

Staatsanwalt blieb souverän

Staatsanwalt Strassburger habe seine Aufgabe souverän und sachgerecht erfüllt, sagte Landmann. Diskussionen habe es wegen einiger formeller Punkte gegeben. Gar nicht glücklich waren Landmann und seine Mandantin über die Berichterstattung in gewissen deutschen Medien. «Einige Aspekte der Schilderungen in den Berichten sind schlicht falsch», so Landmann. Welche Punkte konkretisierte Landmann allerdings nicht. Seine Mandantin habe weder die Öffentlichkeit gesucht, noch habe sie in diesem Fall aussagen wollen, so der Anwalt weiter. Nun seien nicht nur Details zu ihrer Person veröffentlicht worden, sondern auch ihr Name. «Man hat sie zum Abschuss freigegeben», so Landmann zu 20 Minuten Online.

Tatsächlich hatte die ehemalige Freundin von Kachelmann sich geweigert, vor einem deutschen Gericht auszusagen. Sie hatte sich auch nicht selbst als Zeugin gemeldet. «Der Staatsanwalt hat meine Mandantin kontaktiert», sagt Valentin Landmann. Wie sie auf die ehemalige Freundin kamen, wollte Landmann nicht sagen. Medienberichten zufolge sollen Telefondaten ausgewertet worden sein. Das Mannheimer Landgericht stellte jedenfalls ein Rechtshilfeersuchen, damit die Frau in der Schweiz ihre Aussagen machen konnte. Das Verfahren gegen Jörg Kachelmann läuft seit September. Seine Ex-Geliebte wirft ihm eine Vergewaltigung vor. Der 52-jährige Wettermoderator bestreitet die Vorwürfe.

(amc/uwb/meg/sda)