Kachelmann-Prozess

23. Februar 2011 12:08; Akt: 23.02.2011 12:40 Print

Verteidiger setzt auf Konfrontation

Angriff ist die beste Verteidigung. Nach diesem Motto attackierte Kachelmanns Verteidiger den Burda-Verlag und einen Experten.

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Im Vergewaltigungsprozess gegen den Schweizer Wettermoderator Jörg Kachelmann beantragte Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn, eine langjährige Freundin des Wettermoderators, die sich in der «Bunten» geäussert hatte, solle offenlegen, wie viel Geld sie vom Burda-Verlag erhalten habe. Andernfalls wolle er auf seinen Durchsuchungsantrag zurückkommen.

Schwenn hatte schon einmal erfolglos beantragt, die Redaktion bei den Burda-Zeitschriften «Focus» und «Bunte» zu durchsuchen. Er wirft den Blättern vor, sie würden versuchen, das Verfahren zum Nachteil Kachelmanns zu beeinflussen.

Videoaufnahmen von Schweizer Zeugin

Erneut schürte Schwenn Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Trauma- Experten Günter Seidler, der das mutmassliche Vergewaltigungsopfer therapeutisch betreut. Es gehe um «das Vermögen Seidlers, Wahrgenommenes und Fantasievorstellung zu trennen», sagte Schwenn.

Die Öffentlichkeit wurde am Mittwoch erneut von der Verhandlung ausgeschlossen. Das Gericht begutachtete Videoaufzeichnungen der Vernehmung einer Ex-Geliebten Kachelmanns in der Schweiz. Sie hatte sich geweigert, vor einem deutschen Gericht auszusagen. Details aus der nichtöffentlichen Vernehmung in Zürich wurden nicht bekannt.

Kachelmann steht seit September wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht. Eine Ex-Freundin hatte ihn angezeigt. Kachelmann bestreitet die Vorwürfe.

(sda)