Kachelmann-Prozess

03. März 2011 14:04; Akt: 03.03.2011 14:06 Print

Ex-Freundin soll von Aussage abrücken

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann soll das angebliche Opfer noch einmal in den Zeugenstand.

storybild

Der Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann soll spätestens im Mai zu Ende sein.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Verteidiger Johann Schwenn sagte am Donnerstag vor dem Landgericht Mannheim, die Ex-Freudin solle die Gelegenheit erhalten, «von ihrer Aussage abzurücken».

Zur Begründung führte Schwenn die Erinnerungslücken der Frau an. Die von ihrem Therapeuten vertretene These, dass die lückenhaften Erinnerungen zum angeblichen Vergewaltigungsgeschehen Folge einer Traumatisierung sind, sei durch einen Sachverständigen widerlegt worden. Der Professor an der Berliner Charité Hans-Ludwig Kröber hatte im Prozess ausgesagt, Opfer erinnerten sich in der Regel sehr gut an das Kerngeschehen.

Radiofrau soll sich «besinnen»

Die Verteidigung hält es deshalb nicht für ausgeschlossen, dass sich die 37-jährige Radiomoderatorin «besinnt», wenn man sie mit dem bisherigen Ergebnis der Beweisaufnahme konfrontiere. Das würde auch das Verfahren wesentlich beschleunigen, sagte Schwenn.

Zum Anwalt des möglichen Opfers, Rechtsanwalt Thomas Franz, sagte der Verteidiger, es gehöre zu seinen Aufgaben, dass er ihr «bei der Rückkehr zur Wahrheit beisteht». Gleichzeitig warnte er, die Ex-Freundin habe bei einer wissentlichen Falschbezichtigung mit einer Gefängnisstrafe zu rechnen. Der Vorsitzende Richter Michael Seidling kündigte am Donnerstag bereits an, dass das mögliche Opfer noch einmal als Zeugin gehört werde.

Prozess macht Pause

Kachelmann muss sich seit 6. September 2010 wegen schwerer Vergewaltigung vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Seine langjährige Freundin wirft ihm vor, sie nach einem Beziehungsstreit mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-Jährige bestreitet die Tat. Seine Verteidiger sprechen von einer Falschbezichtigung. Die Frau, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt, habe sich selbst verletzt.

Der Prozess soll bis Mai dauern. Am Donnerstag wurde die Beweisaufnahme jedoch für zwei Wochen unterbrochen. Das Verfahren wird am 23. März fortgesetzt. Im April wird es eine weitere Prozesspause von drei Wochen geben, weil Kachelmann zu seinen Kindern nach Kanada reist, um sein Umgangsrecht wahrzunehmen.

(ap)