Schlaues Mädchen

08. Dezember 2011 14:09; Akt: 08.12.2011 14:52 Print

Star-Anwalt soll Foxy Knoxys Buch vermarkten

Mord, Sex, Gewalt – und ein spektakulärer Freispruch: Amanda Knox erzählt nun ihre Geschichte in einem Buch und beauftragt den Mann, der schon Obama und Bush zu lukrativen Deals verhalf, mit dem Verkauf der Rechte.

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Der Mord im Jahr 2007 an der 21-jährigen britischen Austauschstudentin Meredith Kercher (Bild) erfüllt alle Anforderungen an eine filmreife Mordgeschichte: Sex, Drogen, Gewalt, eine attraktive Hauptverdächtige - und Zweifel bis zum Schluss. Haus an der Via della Pergola 7, im italienischen Perugia. In der WG wohnen das spätere Opfer Meredith Kercher (seit Anfang Oktober 2007), die spätere Tatverdächtige Amanda Knox (seit Anfang September 2007) und zwei Italienerinnen. 21, aus London, Grossbritannien. Die Ausstauschstudentin verkehrte nach Angaben ihrer Angehörigen nicht in denselben Kreisen wie Amanda Knox. In der Tatnacht ist Meredith Kercher zu Besuch bei drei Engländerinnen. Sie bricht frühzeitig mit einer Freundin auf. Um 20.55 Uhr trennen sich ihre Wege - 460 m vor ihrem Zuhause. Zwischen 21 und 23 Uhr (1. Gutachten) oder zwischen 21 und 4 Uhr morgen (2. Gutachten) stirbt sie an massivem Blutverlust und Erstickung. Im Zimmer von Meredith Kercher findet die Polizei am Morgen des 2. November 2007 die Leiche der Britin mit durchschnittener Kehle, vergewaltigt und halbnackt. Ausserdem findet sie einen Stein, mit dem das Fensterglas ihres Zimmers eingeschlagen worden ist. Der Körper des Opfers ist von insgesamt 43 Messerstichen, sowie Prellungen und Kratzern übersät. Im ganzen Haus entdecken sie insgesamt 13 Blutspuren. Ein blutiger Fingerabdruck stammt von Amanda Knox. Auf dem Verschluss des BHs von Meredith Kercher finden sie eine DNA-Spur von Raffaele Sollecito. Unbekannt. Laut Meinung der Staatsanwaltschaft sei Meredith Kercher von Amanda Knox, Raffaele Sollecito und Rudy Guede ermordet worden, weil sie sich weigerte, an einer Sexorgie teilzunehmen. Die drei seien unter Drogen gestanden. : 20, aus Seattle, USA. Wird vier Tage nach dem Mord festgenommen. Gesteht in der ersten Einvernahme ihre Beteiligung an der Tat. Dabei belastet sie ihren damaligen Arbeitgeber, den Nachtclub-Besitzer Patrick Lumumba, Meredith Kercher getötet zu haben. Danach widerruft sie das Geständnis und sagt, sie habe die Nacht bei ihrem Freund Raffaele Sollecito (Bild) verbracht und sei erst am Morgen des 2. Novembers um 10.30 Uhr in die WG zurückgekehrt. Sie sei sofort wieder zu Sollecito gegangen. Nach dem Frühstück hätten sie das Haus zusammen betreten. Schwaches Alibi, widersprüchliche Aussagen. Ermittler finden DNA-Spuren von Knox am Tatort, die ihre Beteiligung an der Tat beweisen. Am 4. Dezember 2009 wird Amanda Knox zu 26 Jahren verurteilt. Am 3. Oktober 2011 im Berufungsverfahren aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Hauptgrund: Die DNA-Spuren waren verunreinigt. 23, Student aus Bari, Italien. Ruft am 2. November aus der Mordwohnung die Polizei an und meldet einen Einbruch, Blut und eine vermisste Person. Auch sein Alibi ist schwach, die Aussagen widersprüchlich. Die Ermittler finden DNA-Spuren von Sollecito am blutüberströmten BH des Opfers, die seine Beteiligung am Mord beweisen. Raffaele Sollecito wird am 4. Dezember 2009 zu 25 Jahren verurteilt Am 3. Oktober 2011 im Berufungsverfahren aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Hauptgrund: Die DNA-Spuren waren verunreinigt. 20, aus Abidjan, Elfenbeinküste. Blutige Fingerabdrücke und DNA-Proben beweisen seine Präsenz. Wurde nach der Tat in Mainz verhaftet. Er gesteht die Tat und beschuldigt Sollecito und Knox schwer. Rudy Guede wird am 28. Oktober 2008 wegen Vergwaltigung und Mord zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe wird im Berufungsverfahren am 16. Dezember 2010 in zweiter Revision auf 16 reduziert. Kongolese. Besitzt die Bar «Le Chic», ist der Arbeitgeber von Amanda Knox. Knox beschuldigt ihn ihrer ersten Einvernahme, er habe Meredith Kercher getötet. Lumumba hat jedoch ein Alibi. Er verklagt Knox wegen Verleumdung, worauf sie ihm 50 000 Euro zahlen muss. Nach der Theorie von fand in dem Haus am 1. November eine Sexorgie statt, die ausser Kontrolle geriet. Meredith Kercher sei gemeinsam von Amanda Knox, Raffaele Sollecito und dem gemeinsamen Bekannten Rudy Guede ermordet worden, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen. Die drei mutmasslichen Täter seien im Drogenrausch gewesen. Steht unter Beschuss wegen schlampiger Ermittlungen. Die DNA-Spuren des Opfers sowie diejenigen von Amanda Knox auf dem mutmasslichen Tatmesser, das am Tatort gefunden wurde, waren verunreinigt. Ebenso die DNA-Spuren von Raffaele Sollecito auf dem blutigen BH des Opfers.

Der Fall Amanda Knox beschäftigt seit 2007 die Medien.

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Nach ihrem aufsehenerregenden Freispruch im berühmten Mordprozess von Perugia hat sich die US-Studentin Amanda Knox einen Top-Anwalt für den Verkauf der Buchrechte an ihrer Geschichte besorgt. Wie der «Engel mit den Eisaugen» über ihren PR-Agenten mitteilt, soll der Washingtoner Jurist Robert Barnett die Gespräche mit den Verlagen führen. Das meistbietende Verlagshaus wird wohl einen hohen einstelligen Millionenbetrag für die Rechte bezahlen müssen, vermuten Experten.

Der 65-jährige Barnett hatte bereits US-Präsident Barack Obama, dessen Vorgänger George W. Bush und dem früheren britischen Premierminister Tony Blair lukrative Buchverträge verschafft. Wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt, soll sich Amerikas Polit-Elite von Barnett jedoch nicht nur in Vertragsverhandlungen vertreten lassen: Der Jurist ist auch ein gefragter Debatten-Coach. Wenn es um die Vorbereitung auf Fernsehduelle geht, ist Barnett der bevorzugte Partner der Politiker.

Ein Fall mit vielen Fragen

Die 24-jährige Knox war im Oktober in die USA zurückgekehrt, nachdem sie im Berufungsprozess im italienischen Perugia von dem Verdacht freigesprochen worden war, für den gewaltsamen Tod der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher im November 2007 verantwortlich zu sein. Auch ihr italienischer Ex-Freund Raffaele Sollecito wurde freigesprochen.

Das Gericht erster Instanz hatte es im Jahr 2009 dagegen noch als erwiesen angesehen, dass Knox und Sollecito die Britin unter Einfluss von Drogen und Alkohol getötet hatten, während ein ebenfalls berauschter Bekannter die Arme des Opfers festhielt. Dieser war nach einem Teilgeständnis zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Im Berufungsverfahren äusserten unabhängige Experten jedoch ernsthafte Zweifel an den DNA-Tests, die zur Verurteilung von Knox und Sollecito geführt hatten. Die beiden Angeklagten beteuerten stets ihre Unschuld.

(kle)