Notre-Dame in Flammen

15. April 2019 22:28; Akt: 16.04.2019 09:33 Print

«Die Stadt wird nie wieder so sein wie zuvor»

Die Kathedrale von Notre-Dame hat gebrannt. Anwohner und Touristen in Paris sind gleichermassen fassungslos. Auch Leser-Reporter sind vor Ort.

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«Wir werden die Notre-Dame wieder aufbauen»: Der französische Staatschef Emmanuel Macron vor der Notre-Dame. (15. April 2019) Das Ausmass der Zerstörung ist noch nicht klar: Bild aus dem Innern der Kathedrale. Diue Flammen sind laut der Parier Feuerwehr mittlerweile unter Kontrolle. «Die Intensität des Feuers hat nachgelassen», sagte der französische Innenstaatsekretär Laurent Nuñez. Die Gefahr eines Einsturzes des nördlichen Glockenturms ist nach seinen Angaben vorerst gebannt. Am späten Montagabend teilte der Leiter des Feuerwehrteams, Jean-Claude Gallet, mit, dass die Struktur von Notre-Dame nach mehrstündigen Löscharbeiten «gerettet» sei. Ein Drohnenbild zeigt, wie sich die Flammen im Inneren der Kathedrale ausbreiten. Beeindruckend: Die Rauchwolke ist aus der Luft zu sehen. Ob die Flammen auch das Gewölbe erreichen werden, das die Kathedrale schützt, sei noch unklar. Emmanuel Gregoire, Beigeordneter der Pariser Bürgermeisterin, sagte, es werde versucht, alle Kunstwerke zu retten, «die noch zu retten sind». Der kleine Spitzturm der Kathedrale brach zusammen. Dabei handelte sich um einen kleineren Turm in der Mitte des Daches. Aus den beiden grossen Türmen der Kathedrale drang schwarzer Rauch. Der Feuerwehr zufolge brach der Brand gegen 18.50 Uhr aus und breitete sich rasend schnell aus. Emmanuel Gregoire, Beigeordneter der Pariser Bürgermeisterin, sagte, es werde versucht, alle Kunstwerke zu retten, «die noch zu retten sind». Der Brand schien von den Baugerüsten auszugehen, die auf dem Dach installiert waren. Die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame in Paris steht in Flammen. Eine dichte Rauchwolke schraubte sich in den Himmel. Alles brennt», sagte der Sprecher von Notre Dame, André Finot. «Von dem Dachstuhl, der zu einem Teil aus dem 19. Jahrhundert und zum anderen Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt, wird nichts übrig bleiben». Ob die Flammen auch das Gewölbe erreichen werden, das die Kathedrale schützt, sei noch unklar. Die Bestürzung in Paris ist gross. Die Feuerwehr rief die Einwohner auf, die Gegend zu meiden und den «Rettungsfahrzeugen Platz zu machen». Ungeachtet dessen bildeten sich an den Quais und auf den Brücken große Zuschauermengen. Viele machten Fotos mit ihren Handys. Ein Teil der Seine-Insel, auf der die Kathedrale steht, wird seit 19.30 Uhr evakuiert. Löschwagen aus ganz Paris rasten zur Isle de la Cité, der Insel inmitten der Seine, auf der Notre-Dame steht. Die Polizei von Paris bat Passanten, sich vom Tatort zu entfernen, weil das Feuer derzeit so stark sei, dass Asche und Glut über sie fallen könnten. Nach weniger als zwei Stunden wurde bereits ein Teil des Dachs von den Flammen zerstört. Einem Sprecher von Notre-Dame zufolge brach der Brand gegen 18.50 Uhr auf dem Dachboden der Kathedrale aus. Sie wird zur Zeit aufwändig restauriert. Laut Feuerwehr könnte der Brand mit den Arbeiten zusammenhängen. Leser-Reporter teilen Bilder der Rauchwolke auf sozialen Medien. Wie «Le Parisien» berichtet, soll das Feuer am späten Nachmittag ausgebrochen sein. Das Feuer stehe möglicherweise in Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten, wie die Feuerwehr mitteilte. Laut eines Sprechers wurde der Brand um 18.50 Uhr gemeldet. Das Feuer sei auf dem Dachboden ausgebrochen. Auf Bildern im französischen Fernsehen war eine grosse Rauchsäule über dem Pariser Wahrzeichen zu sehen. Die Polizei gab zunächst keine Informationen über den Zwischenfall bekannt.

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Unmittelbar in der Nähe der Notre-Dame war ein Leser-Reporter mit Kollegen, als das Feuer in der Kathedrale ausbrach. «Alle dachten sofort an einen Terroranschlag», erzählt er. Mit der Vorgeschichte von Paris, das bereits mehrfach Ziel terroristischer Anschläge wurde, sei ein riesiges Chaos ausgebrochen, und alle Menschen seien davon gerannt.

Aus sicherer Entfernung hätten sie dann gesehen, wie einer der Türme eingestürzt sei, so der Leser-Reporter. «Das Feuer war an die 20 Meter hoch.» Eine «unglaubliche Katastrophe» nennt er den Brand im Pariser Wahrzeichen.

«Komische Stimmung»

Ein weiterer Schweizer beobachtete das Inferno vom Hotel aus. «Alle sind zum Fenster gerannt, als das Feuer bemerkt wurde», erzählt er. Die Stimmung sei sehr komisch gewesen. «In der Nähe der Notre-Dame haben sich die Brücken mit Menschen gefüllt. Alle sind stehen geblieben», so der Leser-Reporter.

Sie hätten sich zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gefühlt, aber die Mitarbeiter des Hotels habe das Bild des Wahrzeichen, das lichterloh in Flammen stand, sehr getroffen. Paris habe bereits soviel erlebt in seiner Geschichte – «und nun brennt auch noch Notre-Dame.»

«Notre-Dame ist ein Teil von uns»

Schockiert und entsetzt zeigten sich auch zahlreiche Pariser und Touristen, die am Ufer des Flusses Seine nahe der Île de la Cité zusammenströmen. «Das ist eine Tragödie», sagte Philippe, der mit seinem Fahrrad vorbeigekommen war. «Wir bereiten uns auf Ostern vor -– wenn es irgendeinen Moment zum Beten gibt, dann jetzt.» Eine Frau sagte den Tränen nah: «Notre-Dame ist Paris, sie ist ein Teil von uns.»

«Es ist furchtbar», sagte auch die britische Touristin Nathalie Cadwallader. «Und das nach all den schrecklichen Ereignissen in Paris», betont die 42-Jährige unter Anspielung auf die islamistische Anschlagsserie in Paris seit Januar 2015.

«Das ist verrückt, ich kann es nicht glauben. Mir ist zum Weinen zumute», sagte Nathalie, eine 50-jährige Französin. «Paris ist entstellt. Die Stadt wird nie wieder so sein wie zuvor», sagte Philippe, ein Mittdreissiger.

(scl/afp)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.M am 15.04.2019 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr traurig

    Zwei Weltkriege überstanden und jetzt so enden! Echt traurig!! Schwer das mit an zu sehen.

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  • tina72 am 15.04.2019 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Beileid an die Franzosen

    Traurige Bilder. Tut mir im Herzen weh!

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  • Mike am 15.04.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Furchtbarer Verlust

    Kathedralen sind die schönsten Bauten, die es auf dieser Erde überhaupt gibt. Was für ein furchtbarer Verlust von Kulturgut für die Menschheit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martiniano am 23.04.2019 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist der Vatikan?

    Was ich nicht begreiffe, die Notre Dame ist doch eine Katholische Kirche oder? Der Vatikan hätte selber mehr als genug Geld um sie wieder aufzubauen aber von da kam nicht ein Euro Spende warum nicht? Warum müssen hier private spenden. Das hier reiche Familien innert kurzer Zeit 750Mio spenden und daneben immer mehr Franzosen am Existenzminimun leben, ist eine Dekadenz unserer Gesellschaft.

    • Jean am 23.04.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      Danke für diesen tollen Kommentar!

      Aber gewisse Verschwörungstheoretiker hier haben einfach etwas gegen die Gelbwesten.

    • Mr. Right am 23.04.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Gebäudeversicherung

      Ich denke eher das es ein Fall für die Gebäudeversicherung sein sollte...

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  • A CC am 22.04.2019 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Reine Heuchelei

    Hier wurde 1Mia für ein angeblich Christliches Gotteshaus gespendet. Aber an Gott, bezw Jesus-Christus und sein Erlösungswerk will niemand glauben. Im Gegenteil, wenn man die Leute darauf aufmerksam macht, das sie ohne das Erlösungswerk von Jesus-Christus, dann wollen sie das häufig gar nicht hören, sonder viele fangen an zu spotten

    • A CC am 22.04.2019 21:31 Report Diesen Beitrag melden

      Nachtrag

      Ohne das Erlösungswerk von Jesus Christus gehen die Menschen verloren.

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  • Arthur am 22.04.2019 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    was steckt dahinter

    Ich frage mich, 1. warum diese hirnrissigen Spenden, 2. wie sieht es mit Versicherung aus, 3. bin ich der Meinung, dass die Kirche genug Geld hat um diesen Prunk den sie in diesen Kirchen brauchen zu bezahlen. 4. werden dies Beträge vermutlich an den Steuern abgezogen, ergo es gibt Steuerausfälle, das heisst, am Schluss muss vermutlich noch das Volk einspringen für die fehlenden Steuereinnahmen.

  • Naseohrenzunge am 22.04.2019 00:58 Report Diesen Beitrag melden

    Spürhund

    Menschen sind die primitivsten Geschöpfe. Jede Kakerlake hat mehr Solidaritätsgefühl/ Handlungsfreiheit wie jeder Mensch

  • Ankenfett am 22.04.2019 00:53 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Ich bin so froh dass mit diesen Mia spenden die Priester weiterhin bezahlt werden können um minderjährige zu misbrauchen. Danke für ihre Spende!!