Chinesische Firma

30. April 2013 22:30; Akt: 30.04.2013 22:30 Print

«Chief Pornography Officer» gesucht

Eine chinesische Sicherheitsfirma sucht jemanden, der das Internet nach Pornos durchkämmt. Kritiker sehen das, was der eine oder andere als Traumjob ansehen könnte, als Symptom des chinesischen Zensurwahns.

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Es dürfte der Traum vieler Männer sein: Ein chinesisches Unternehmen sucht einen «Chief Pornographic Identification Officer», der das Internet nach schmuddligen Inhalten absucht. Die Firma Anquan Lianmeng (deutsch: Sicherheits-Allianz) hat es sich auf die Fahne geschrieben, moralische und sicherheitspolitische Standards beim Internetzugang von Chinesen durchzusetzen.

Mindestens 5000 Leute sollen sich auf die Stelle in Peking beworben haben, schreibt «China Daily». Yang Jilong, Personalchef sagt, wenig überraschend, die Stelle sei die beliebteste momentan ausgeschriebene. Viele der Interessenten für den Job, bei dem man umgerechnet 30'000 Franken im Jahr verdient, kämen aus dem Ausland.

Jeden Tag Früchte und Joghurt

Das ergibt durchaus Sinn, denn ein Grossteil des zu sichtenden Materials stammt von Europa, den USA und Japan. So sind Fremdsprachenkenntnisse auch unabdingbar. Andere Voraussetzungen sind gemäss Stelleninserat fundiertes Wissen der chinesischen Pornografie-Gesetze, ein starkes Verantwortungsgefühl und Teamfähigkeit.

Die Hauptaufgabe des «Chief Pornographic Identification Officer» ist es, «schnell und genau pornografische Webseiten zu identifizieren». Zu den weiteren Tätigkeiten gehören die Sichtung von verdächtigen Bildern und Videos, das Aufstellen von Kriterien zum Einstufen von Obszönität und die Herstellung von Kursunterlagen zum Thema.

Zu den Leistungen gehört eine Versicherung, Verpflegung, Transportkosten, Geburtstags-Boni, ein jährlicher Gesundheits-Check-Up, und – ganz wichtig: Jeden Tag Früchte und Joghurt. Wer kann da noch Nein sagen?

Privatwirtschaft springt auf Geschäft mit Zensur auf

Das Angebot löst nicht nur Begeisterung aus. So warnt eine Kolumnistin im britischen «Telegraph», es sei der jüngste Versuch der Chinesen, das «Internet zu zensieren». Während die Regierung mit der sogenannten Grossen Firewall das Netz einschränkt, würde nun auch die Privatwirtschaft auf das lukrative Geschäft der Zensur aufspringen.

(rey)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • liatia am 01.05.2013 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Frau..

    und damit der CPO auch wirklich einen guten Job macht, muss dafür eine Frau eingestellt werden. Sorry, wer es dermassen nötig hat, dass er sogar im Büro Porno anschauen muss, sollte mal in Therapie.

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  • Wadi am 01.05.2013 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaaaaa

    Ich hab mich beworben. Wuerd mich riesig freuen, wenn ich den job bekommen wuerde, schliesslich kann ich auf jahrelange erfahrun und know how im pornosurfen bauen. Man nennt mich in der porono screening industrie den porno waldi

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  • Mike am 30.04.2013 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz

    Ich kenn mich leider mit dem chinesischen Pornografie-Gesetz nicht aus...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Parlamentsschreck am 01.05.2013 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kenntnisse oder ...

    Wer china kennt der würde schon sehr lange wissend sein, dass dies keine neuere Erkenntnisn darstellt, denn vieles ist seit Jahren bereits so, schon in den 80er jahren!

  • Hmm... am 01.05.2013 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Traumberuf aller Männer?

    Für wie simpel werden mit dieser reisserischen Aussage eigentlich Männer gehalten. Pornographie ist von gutem Sex so weit entfernt wie die Erde vom Mars

  • liatia am 01.05.2013 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Frau..

    und damit der CPO auch wirklich einen guten Job macht, muss dafür eine Frau eingestellt werden. Sorry, wer es dermassen nötig hat, dass er sogar im Büro Porno anschauen muss, sollte mal in Therapie.

    • hanspeter am 01.05.2013 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      frage

      sugestieren sie mt dieser aussage, dass frauen keine pornos schauen und dass alle maenner auf pornos stehen?

    • Der Meister am 01.05.2013 10:14 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Problem

      Das wäre ja seine Arbeit. Dann muss er das machen. Das wäre wie wenn eine Frau den ganzen Tag Schuhe ansehen darf.

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  • Fisch am 01.05.2013 01:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Firewall Kategorien

    Es gibt seriöse firmen, welche webseiten kategorisieren mit dem zweck zB schulen ihre firewall altersgerecht vor zu viel haut, aber auch illegalem zu schuetzen. Solche kategorien waeren zB unterschieden: Hardcore (illegale darstellungen, sodomie etc) Pornografie Nacktheit Sexualerziehung/Aufklaerung Medizinische Darstellungen Je nach Situation kann das eine illegal sein, das andere illegale aber in speziellen fällen jedoch auch professionell wichtig dass es sichtbar bleibt! Es gibt zwar robotersysteme, der mensch ist beim categorisieren inteligenter. Jedes firewall zensiert! Zum glueck!

  • Wadi am 01.05.2013 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaaaaa

    Ich hab mich beworben. Wuerd mich riesig freuen, wenn ich den job bekommen wuerde, schliesslich kann ich auf jahrelange erfahrun und know how im pornosurfen bauen. Man nennt mich in der porono screening industrie den porno waldi

    • mike b. am 01.05.2013 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ferienvertretung

      Wenn ich den Job kriege, dann darfst du meine Ferienvertretung sein!

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