Portugal

17. April 2017 14:21; Akt: 17.04.2017 21:22 Print

«Das Flugzeug drehte mehrere Pirouetten»

Nahe Lissabon in Portugal ist ein Schweizer Kleinflugzeug abgestürzt. Unter den fünf Todesopfern ist auch der Schweizer Pilot.

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In dem Ort Tires etwa 20 Kilometer westlich von Lissabon ist heute Mittag gegen 12.15 Uhr ein in der Schweiz registriertes Kleinflugzeug abgestürzt. Der Unfall forderte mindestens fünf Todesopfer und mehrere Verletzte.

Wie der portugiesische TV-Sender «TVi24» berichtet, stürzte die Maschine, die nach Marseille unterwegs war, bereits kurz nach dem Start über einem Lidl-Supermarkt ab. Das Unglück ereignete sich am Flughafen Tires auf dem Gebiet der Kommune Cascais an der portugiesischen Atlantikküste.

Explosion in der Luft

«Alles deutet darauf hin, dass eine Explosion in der Luft stattgefunden hat», schreibt die Zeitung «Diario de Noticias» und beruft sich dabei auf Aussagen der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa. Das Feuer sei bereits entfacht gewesen, bevor das Flugzeug auf dem Boden aufprallte.

«Das Flugzeug drehte mehrere Pirouetten in der Luft», sagt eine Zeugin zum «Journal de Noticitas». Drei oder vier Sekunden später sei es zwischen den Häusern verschwunden und eine laute Explosion sei zu hören gewesen.

Mehrere Tote und Verletzte

Videos in den Sozialen Netzwerken zeigen eine aufsteigende Rauchsäule nach dem Absturz:

Bei dem Unfall hat es mindestens fünf Tote gegeben, darunter der Schweizer Pilot und drei französische Passagiere. Ums Leben gekommen ist auch ein portugiesischer Lastwagenfahrer, der zum Zeitpunkt des Absturzes vor dem Supermarkt seine Fracht entlud. Er wurde von Wrackteilen getroffen, wie die Zeitung «Publico» schreibt.

Das Flugzeug ist auf den Namen der Schweizer Firma Symbios registriert, die in Yverdon Hüft- und Knieprotesen entwickelt und herstellt. Beim Unternehmen war bisher niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Bei der Maschine handelt sich um eine Piper PA-31T Cheyenne, ein leichtes zweimotoriges Turboprop-Propellerflugzeug.

Die Rettungsdienste vor Ort sprachen von drei Leichtverletzten. Etwa 90 Feuerwehrleute waren im Einsatz, sie konnten einen durch den Unfall ausgelösten Brand schnell löschen.

Zahlreiche Rettungskräfte und Löschtrupps waren im Einsatz. Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa sei umgehend zur Unglücksstelle gereist, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

(jdr/kat)