07. April 2005 11:47; Akt: 07.04.2005 11:49 Print

«Doppelpass»: EM 2008 auch als kulturelles Ereignis

Die Fussball-EM 2008 in der Schweiz und Österreich soll neben dem Rasen auch zum kulturellen Grossereignis werden: Dieses Ziel setzt sich das Projekt «Doppelpass» in den beiden Austragungsländern.

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Am Donnerstag wurde es in Bern vorgestellt.

Zwar gab der Schweizer Fussball-Nationaltrainer Köbi Kuhn den symbolischen Ankick zum «Doppelpass». Hinter dem Projekt stehen aber nicht der Schweizerische Fussballverband oder die UEFA, sondern Personen aus dem Kultur- und Kommunikationsbereich in den beiden EM-Austragungsländern, wie es in den Unterlagen zur Medienkonferenz heisst.

Know-how der Expo.02

In der Schweiz stehen neben anderen eine Reihe ehemaliger Exponenten der Expo.02 hinter dem Projekt, darunter der künstlerische Direktor Martin Heller und Expo-Sprecherin Marina Villa. Der Verein «Doppelpass CH» wird von der Zürcher Organisationsberaterin Romana Leuzinger präsidiert.

Auf österreichischer Seite beteiligen sind etwa Manuela Mätzener und Reinhard Prenn, die sich 2001 mit der Veranstaltungsreihe «CHinA - Schweiz in Österreich» einen Namen geschaffen haben.

Mit kulturellen Angeboten vor, während und nach der Fussball-EM wollen die Initianten den Grossanlass auch zum kulturellen Event werden lassen. Die Projektkosten für beide Länder beziffern sie auf 8 Millionen Euro (12,4 Millionen Franken). Realisiert werden soll «Doppelpass» mit Sponsoringpartnern und Kulturschaffenden aus beiden Ländern.

Zu den präsentierten Projektideen gehört etwa ein Cartoon- Wettbewerb, bei dem Zeichenkünstler die Eigenheiten der beiden Alpenländer aufs Korn nehmen werden, aber auch ein «Heimatabend» mit Musik- und Wortbeiträgen aus der Kleinkunstszene der Schweiz und Österreichs oder eine Ausstellung über Alltagsobjekte.

Für die Initianten geht es um eine kulturelle Annäherung der Schweiz und Österreichs während der EM. Sie sollen zudem als Austragungsländer in ganz Europa besser wahrgenommen werden. Angesprochen werden solle sowohl die Sportgemeinde als auch jene, die Fussball nicht begeistern kann, sagte Heller laut Redetext.

Der SFV beteiligt sich finanziell nicht an dem Projekt. Der Verband steht ihm laut Generalsekretär Peter Gilliéron aber mit grosser Sympathie gegenüber.

(sda)