Tod auf Trekkingtour

25. Februar 2011 13:33; Akt: 25.02.2011 13:43 Print

«Ein Elefant trampelte meine Freundin tot»

Einen Traumurlaub wollten drei Schweizer aus Neuchâtel in Thailand verbringen. Ein Ausritt auf Elefanten machte aus den wunderschönen Tagen einen Horror.

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Eine Dschungelsafari durch den Khao Sok Nationalpark. Bis zu drei Touristen können auf einem Bänkchen sitzen.

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Christine C. (45) aus Cernier NE ist schwer verletzt. Mit zwölf gebrochenen Rippen liegt sie im Spital. Ein Schlauch hilft ihr beim Atmen, denn ihre Lunge wurde von einer Rippe durchstochen. Doch ihr gesundheitlicher Zustand macht Christine C. viel weniger zu schaffen als das Schicksal ihrer Freundin. Die aus Peru stammende Martha ist auf dem Elefanten-Trekking im Khao-Sok-Nationalpark am Mittwoch ums Leben gekommen (20 Minuten Online berichtete). «Sie ist meine beste Freundin. Ich kenne sie schon seit über 25 Jahren», sagt Christine C. verzweifelt gegenüber der «Phuket Gazette».

Christine C., ihr Mann Michel und Martha fuhren gemeinsam nach Thailand in die Ferien. Während es für Christine und ihren Mann bereits der achte Urlaub war, kam Martha zum ersten Mal mit. Alle drei nahmen an der Elefantensafari teil.

Der Elefant rannte mitten ins Dickicht

«Martha sass zusammen mit einem britischen Touristen auf einem Elefanten, während meine Frau und ich auf einem anderen sassen», erzählt Michel C. «Le Matin». Auf einer Lichtung, während eines Fotostops sei der Bulle von Martha nervös geworden. «Wir hörten einen markerschütternden Elefantenschrei und die Dickhäuter flohen in alle Richtungen», so Michel C. weiter. Der Elefant von Michel und Christine C. rannte mitten ins Dickicht hinein. «Er trampelte einfach alles nieder, was ihm in den Weg kam.» Der Mahout (Elefanten-Führer) habe ihnen zugerufen, sie sollten abspringen.

Während Michel C. den Absprung schaffte, hatte seine Frau Angst und blieb sitzen. «Die Äste schlugen mir ins Gesicht und an den Körper, es tat höllisch weh. Ich sah meinen sicheren Tod kommen. Dann konnte ich mich nicht mehr halten und fiel auf den harten Waldboden», erzählt Christine C. im «Blick». Die Äste hatten ihr die Rippen gebrochen. Dennoch schleppte sie sich zurück zur Lichtung. Dort hatte sich währenddessen Furchtbares zugetragen.

Martha hatte drei Kinder

Der Elefantenbulle, auf dem Martha sass, hatte sie, den Briten und den Mahout abgeworfen. Während sich die beiden anderen in Sicherheit bringen konnten, trampelte der Dickhäuter wie in Rage auf der 63-Jährigen herum. Sie verstarb noch vor Ort. «Ich sah nur noch, wie man sie in einen Wagen verfrachtete und abtransportierte», sagt Christine C.

Die ebenfalls in Cernier VD wohnhafte Martha war Witwe und hatte drei Kinder. «Ich muss die ganze Zeit an sie denken. Es ist grauenhaft», so Christine C. Sie wird noch einige Tage im Spital in Phuket bleiben müssen. Die geplante Heimreise am Samstag müssen sie und ihr Mann verschieben. «Ich bin noch nicht transportfähig, aber das ist nicht wichtig. Viel schlimmer ist, dass wir ohne Martha zurückkehren müssen.»

(ann)