Tod eines Jägers

12. Dezember 2016 23:12; Akt: 12.12.2016 23:12 Print

«Ein Killer weniger» – «endlich Gerechtigkeit»

In Italien kommt ein bekannter Jäger bei einem Jagdunfall ums Leben. Die Nachricht löst kein Mitleid aus. Im Gegenteil.

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Der Tod von Luciano Ponzetto (55) löst in Italien unterschiedliche Reaktionen aus – einige sind traurig, die meisten jedoch erleichtert bis schadenfreudig. Der renommierte Tierarzt aus Orio Canavese bei Turin stürzte am Samstag bei einem Jagdausflug in der Gegend von Valprato Soana von einer Klippe, als er versuchte, seine Beute zu jagen. Als die Rettungskräfte eineinhalb Stunden später die Unfallstelle erreichten, war Ponzetto bereits tot.

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Der Tierarzt genoss in seiner Heimat keinen guten Ruf. Im November 2015 waren Fotos von Ponzetto aufgetaucht, die ihn mit getöteten Tieren – darunter einem Löwen und einem Elefantenbaby – bei einer Safarijagd zeigen. Kurz darauf entstanden auf sozialen Plattformen mehrere Hassgruppen gegen ihn, unter anderem eine Facebook-Seite mit dem Namen Shame Luciano Ponzetto, the italian vet / Lion Murderer.

Nur wenige zeigen sich traurig über Ponzettos Tod

Im Netz wurde der Italiener immer wieder beschimpft, er erhielt sogar Morddrohungen. Die Nachricht seines tödlichen Unfalls feierten nun viele Tierliebhaber. «Ein Killer weniger» oder «endlich Gerechtigkeit», waren einige der Kommentare, die auf dem Nachrichtenportal «Il Sole 24 Ore» erschienen.

«Das ist Karma. Sein Beruf hätte ihm Respekt vor dem Leben der Tiere beibringen sollen», kommentierte ein Leser im «Corriere della Sera». Ein anderer schrieb: «Was soll ich sagen, ich trauere hier um einen Menschen, der vor seinem Tod ein ähnliches Angstgefühl spürte wie die von ihm gejagten Tiere.»

Mitleid zeigen hingegen die wenigsten. Ein ehemaliger Kunde erinnerte sich, wie liebevoll Ponzetto sich um seine Tiere in der Klinik gekümmert hatte. «Danke, dass du meine Tiere immer mit Liebe und Menschlichkeit behandelt hast», schrieb er.

(kle)