Hinrichtung in Texas

30. Januar 2015 17:23; Akt: 30.01.2015 17:23 Print

«Es brennt in meinem Arm, Mann!»

Innerhalb weniger Tage richteten die USA zwei geistig zurückgebliebene Männer hin. Vierfachmörder Robert Ladd wurde um 19.02 Uhr für tot erklärt.

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Robert Ladd (57) tötete vier Menschen. Der geistig zurückgebliebene Mann starb jetzt in Huntsville, Texas, durch die Giftspritze.

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Alle Einsprüche der Verteidigung haben nicht geholfen: Der 57 Jahre alte Robert Ladd ist am Donnerstagabend in Texas hingerichtet worden. Er erhielt die Giftspritze und wurde 27 Minuten später, um 19:02 Uhr, für tot erklärt.

Während er auf Bewährung war, hatte Ladd (57) vor rund 20 Jahren eine Frau erwürgt, die er mit einem Hammer malträtiert und in Brand gesetzt hat. Ihre Gliedmassen waren gefesselt und Bettwäsche zwischen ihre Beine geklemmt worden. Vor dieser Tat hatte Ladd eine Frau und ihre beiden Kinder getötet. Hierfür wurde er zu 40 Jahren Haft verurteilt, woraus er dann früher entlassen wurde.

«Los gehts»

In seinen letzten Worten entschuldigte sich Ladd bei Teresa Wooten, der Schwester eines seiner Opfer. «Ich hoffe wirklich und bete dafür, dass du keinen Hass in deinem Herzen hast», sagte der 57-Jährige. Anschliessend sagte er zum Aufseher: «Los gehts.»

Als das Gift in ihn hineinrann, soll sich Ladd noch beim Wärter beklagt haben: «Es brennt in meinem Arm, Mann!» Er habe eine Zeit lang schwer geatmet und zeitweise sogar geschnarcht, bevor er nach und nach keine Atemzüge mehr tat und sich nicht mehr bewegte.

Wooten sagte nach der Hinrichtung, sie habe die Entschuldigung von Ladd angenommen und verspüre keine Wut gegen ihn. «Wir hassen die Sünde, die er begangen hat. Wir hassen die Tat, die er begangen hat», sagte Wooten. Am Ende seines Lebens habe ihre Familie den 57-Jährigen selbst aber nicht mehr gehasst.

Ein IQ von 67

Der Oberste US-Gerichtshof hatte Einwände von Ladds Anwälten zurückgewiesen, wonach der Verurteilte geistig beeinträchtigt gewesen sei. Ladd soll einen IQ von 67 gehabt haben. Das Gericht wies auch Bedenken der Verteidigung zurück, ob das bei Hinrichtungen in Texas eingesetzte Schlafmittel stark genug sei, um Ladd schmerz- und leidlos zu betäuben.

Ladd ist die zweite Person, die in diesem Jahr in Texas hingerichtet wurde – dem Staat, in dem am häufigsten Menschen exekutiert werden. Im US-Staat Georgia wurde erst gerade Warren Lee Hill hingerichtet. Auch er soll geistig zurückgeblieben sein, mit einem IQ von 70 und den geistigen Fähigkeiten eines 11-Jährigen.

(gux/sda)