Tödliche Zucchetti

21. August 2015 18:36; Akt: 21.08.2015 18:36 Print

«Es hat ihm den Darm zerfetzt»

Ein deutscher Rentner ist an einer Zucchetti-Vergiftung gestorben. Nun hat die Witwe über die qualvollen letzten Tage ihres Mannes gesprochen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Gestorben an einer Zucchetti-Vergiftung – eine Schlagzeile, die alles andere als alltäglich ist in Deutschland und der Schweiz, aber gerade durch die Medien geht. Ein Rentner hat sich durch einen Eintopf aus selbst angebautem Gemüse eine Vergiftung zugezogen und ist schliesslich an Organversagen gestorben.

Die Witwe des Mannes hat in der deutschen «Bild» über den tragischen Vorfall und die letzten Tage des Verstorbenen gesprochen. Das verhängnisvolle Mahl hätten sie gemeinsam an einem Sonntag vor einigen Wochen eingenommen: «Mein Mann und ich waren in der Kirche. Ausnahmsweise sollte es keinen Braten, sondern Eintopf geben.» Das Essen habe schon bitter geschmeckt, aber das seien sie sich von verschiedenen Speisen her gewohnt gewesen.

Gesundheitsämter warnen vor Eigenanbaugemüse

Kurze Zeit später sei ihnen beiden übel geworden. «Ich hatte Durchfall, musste dauernd erbrechen», erzählt die 80-Jährige. Ihr Mann sei immer schwächer geworden, sein Gesicht habe sich ganz gelb verfärbt. Ihr Hausarzt hat die beiden dann ins Spital geschickt.

Dort kam die Diagnose: Vergiftung durch Bitterstoffe. Diese griffen die Organe an, die Lunge des Mannes entzündete sich. «Sogar den Darm hat es ihm zerfetzt», erinnert sich die Frau. Am Ende erlag er der Vergiftung. Sie selbst habe wohl nur überlebt, weil sie früher und öfter erbrechen musste als ihr Mann.

Das tödliche Gemüse stammte aus dem Garten der Schwägerin der Frau, «wie jedes Jahr», fügt sie an. Die bayerischen Gesundheitsämter warnen nun laut «Bild» vor dem Verzehr selbst angebauter Zucchetti und Kürbisse. Wegen der Trockenheit im Sommer können sich mehr gefährliche Bitterstoffe in dem Gemüse eingelagert haben.

(ofi)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De Mäsu am 21.08.2015 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verlorenes Wissen

    Irgendwie eigenartig. Früher hatte meine Grossmutter sämtliche Gemüse selber nachgezogen und die Samen fürs kommende Jahr bereitgestellt Ich frage mich schon ob da in den letzten Jahrzehnten ein grosses Wissen verloren gegangen ist. Ich mag mich erinnern, dass, wenn eine Gurke bitter war Grossmutter uns warnte die zu geniessen und diese gleich auf dem Miststock landete. In vielen Sachen sind wir Unwissend geworden durch die Industrialisierung des Saatgutes

    einklappen einklappen
  • Kathrin am 21.08.2015 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Habs auch so von meiner Grossmutter gelernt

    Ich kontrollier heute noch, ob zB die Gurke bitter ist. Aus lauter Gewohnheit. Bin halt auch schon ein paar mal 20 gewesen.

  • zucchetti am 21.08.2015 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zucchetti

    ja genau. so hab ich es auch gelernt. ich geniesse immer noch mein gemüse aus dem garten. vor allem zucchetti und ohne probleme.... en guete

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 22.08.2015 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld!

    Kann mir nicht passieren, ich esse aus Prinzip kein Gemüse und keine Früchte! Sowas unappetitliches würde ich mit nie antun, ich habe Geschmack!

  • Jörg am 22.08.2015 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    So viel Besserwisser? Denen wäre so was nie passiert. Ich hingegen bin froh über die Warnung. Ich nehme das gerne auf und werde vorsichtiger sein, sollte ich so was mal selbst erleben. müssen.

  • Kritikerin am 22.08.2015 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teller leer gegessen?

    Ich verstehe nicht, wenn das Essen ungeniessbar scheusslich bitter schmeckt, warum isst man dann den Teller leer? Ich bin grundsätzlich dagegen, dass man Essen wegwirft. Aber es gibt Ausnahmen, z.B. wenn etwas nicht geniessbar oder verdorben ist. Bitte sagt den Kindern nie, sie sollen den Teller leer essen, damit es schönes Wetter gibt. Das gibt höchstens Übergewicht, eine Lebensmittelallergie, eine Vergiftung oder einen zerfetzten Darm...

  • Claudia am 22.08.2015 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spinat und seine Bitterstoffe

    @Peter, Spinat enthält Bitterstoffe welche Kinder (nicht alle), nicht mögen. So auch der Rosenkohl. Spinat zu geben ist nicht schlecht. Diesen jedoch wieder aufwärmen sollte man nicht. Den dies erhöht die Konzentration der Bitterstoffe. Hey Leute, lasst den gesunden Menschen verstanden walten. Allzuviel ist ungesund....

  • Stef am 22.08.2015 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kraut und Rüben

    Hier wird Kraut und Rüben zusammengeschrieben, dass es mir auch fast den Darm zerreisst. Tatsach ist: Wenn Sie in 2ter Generation Samen aus (ungewollter) Kreuzung von Zucchetti x Zierkürbis verwenden gibt es giftige Zucchettis. Deshalb vor dem Kochen immer probieren.