Der Untergang der Sparta

20. Dezember 2011 17:42; Akt: 20.12.2011 17:43 Print

«Es ist immer noch sehr gefährlich»

Die Besatzung der «Sparta» kämpft im eisigen Südpolarmeer gegen den Tod. Der Kapitän gibt sich zuversichtlich. Er sagt aber auch, dass Kampf gegen das Sinken noch lange nicht gewonnen sei.

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Trotz der schwierigen Lage des havarierten russischen Trawlers im Südpolarmeer hat Kapitän Oleg Starolat in einem Zeitungsinterview Zuversicht verbreitet. «Die Situation hat sich stabilisiert», sagte er der Moskauer Zeitung «Iswestija».

Statt alle drei Stunden einströmendes Eiswasser abzupumpen, müsse die Besatzung nur noch alle sechs Stunden die Pumpen anwerfen, sagte der Kapitän. «Aber es ist noch immer sehr gefährlich.» Der Fischtrawler «Sparta» war am Freitag auf einen Eisberg aufgefahren. Seitdem versuchen die 32 Mann Besatzung verzweifelt, das nach der Kollision entstandene Leck zu reparieren.

Immer grössere Schräglage

«Wir können das Leck nicht selbst schliessen. Das Loch befindet sich unterhalb der Wasserlinie», sagte Starolat. «Damit das Loch oberhalb des Wassers ist, müssen wir mindestens 100 Tonnen Treibstoff ablassen. Dann könnten wir das Leck zuschweissen.» Wegen des Lecks hat die «Sparta» bereits 13 Grad Schlagseite. Die Crew aus 15 Russen, 16 Indonesiern und einem Ukrainer sei gesund, allen gehe es gut.

Die Besatzung wartete unterdessen auf neue Hilfe aus der Luft. Wie die neuseeländischen Behörden in der Hauptstadt Wellington mitteilten, soll ein Transportflugzeug der Luftwaffe an diesem Mittwoch weitere Pumpen und anderes dringend benötigtes Material zum Abdichten des Lecks über dem Schiff abwerfen.

Retter kommen nicht vorwärts

«Die Besatzung mag zwar gegenwärtig in Sicherheit an Bord sein, doch ist das Schiff weiterhin in einer heiklen Lage und kann sich nicht fortbewegen, ehe das Leck ordentlich abgedichtet ist», sagte Kevin Banaghan vom neuseeländischen Seenotrettungszentrum (RCCNZ).

Das norwegische Schiff «Sel Jevaer» war letzten Angaben zufolge nur rund 35 Kilometer von der havarierten «Sparta» entfernt. Es konnte aber wegen des Eises nicht weiterfahren. Zwei andere zu Hilfe eilende Schiffe, darunter ein Eisbrecher, werden ebenfalls noch mehrere Tage benötigen, um die Unglücksstelle im Rossmeer zu erreichen.

(sda)

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