Der letzte Sommer der DDR

03. Juli 2009 17:06; Akt: 03.07.2009 17:26 Print

«Es war fällig, uns endlich mündig zu machen»

Zwanzig Jahre ist es her, als die «kalten» Mauern, die den Osten vom Westen trennten, eingerissen wurden. Heute erinnern sich Promis daran, wie sie den letzten Sommer der DDR erlebten.

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«Es war nach 40 Jahren fällig, dass ein paar Menschen das für uns getan haben, uns endlich mündig zu machen.» So urteilt die Schauspielerin Katrin Sass heute über die friedliche Revolution in der DDR 1989. Sie ist eine von 15 Prominenten, die sich in einer vierstündigen TV-Dokumentation an ihren letzten Sommer vor dem Mauerfall erinnern.
Sommer 1989 - Monate des Aufbruchs und Protests, des Neubeginns und des Abschieds. Es beginnt der Zerfall des DDR-Regimes. Die Menschen begehren auf, zehntausende fliehen aus dem Land, das ihnen die Freiheit genommen hat. In Berlin, Dresden und Leipzig kommt es zu den grössten Massendemonstrationen seit 1953. Die Menschen hoffen auf Reformen, an das Ende der DDR glaubt noch niemand. Doch dann vermag die Kraft des Volkes doch jenes Bauwerk einzureissen, dass ihnen 28 Jahre lang jeden Tag ihre Grenzen aufzeigte.

Reporter und Kamerateams von «Spiegel TV» haben diesen historischen Sommer intensiv beobachtet und stiessen dabei auf Geschichten und Schicksale, die selbst erfahrene Reporter erschütterten. Es sind Geschichten von Menschen, die für ein Leben im Westen ihren Ehepartner zurücklassen, von Kindern, die unbedingt in der DDR bleiben wollen und von Brüdern, die die Oder durchschwimmen und lieber ihr Leben riskieren als umzukehren.
Die DDR-Bürger, die zurückbleiben, verfolgen fassungslos die Bilder von den Flüchtenden im Fernsehen. Der ehemalige DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière: «Ich weiss, dass ich vorm Fernseher sass und sagte, da läuft uns unsere Zukunft davon.»

Für die vierstündige Dokumentation hat «Spiegel TV»-Autor Thomas Schaefer das damals gedrehte Filmmaterial noch einmal gesichtet und aus hunderten Kassetten eine einzigartige Chronologie erstellt - mit zum Teil bisher unveröffentlichtem Bildmaterial. Die aussergewöhnliche Sendelänge von vier Stunden erlaubt einen tiefgehenden Einblick, gibt Menschen und Geschichten Raum, die sonst zu kurz kommen.
Kommentiert werden die Ereignisse von prominenten Zeitzeugen wie Katrin Sass, Lothar de Maizière, Christiane Paul, Sebastian Krumbiegel, Jens Weissflog, Anja Kling, Thomas Doll und Bärbel Bohley.