Messerangriff in Manchester

01. Januar 2019 13:03; Akt: 01.01.2019 13:07 Print

Jetzt spricht auch die Polizei von Terror

Kurz vor dem Jahreswechsel hat in Manchester ein Mann mit einem Küchenmesser drei Menschen verletzt. Die Anti-Terror-Polizei ermittelt.

Ein Video zeigt, wie Sicherheitskräfte den Angreifer überwältigen. (Video: AFP)
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Bei einer Messerattacke in Manchester sind am Silvesterabend drei Menschen verletzt worden. Ein Mann, eine Frau und ein Polizist wurden bei dem Angriff in der Nähe des Victoria-Bahnhofs verletzt, wie die britische Polizei mitteilte. Sicherheitskräfte konnten den Angreifer überwältigen. Dieser soll laut einem Augenzeugen während der Tat «Allah» gerufen haben. Schnell hiess es, die britische Anti-Terror-Polizei habe die Ermittlungen übernommen. Inzwischen hat die Greater Manchester Police dies offiziell bestätigt: Sie stuft den Vorfall als Terror ein.


Der Mann und die Frau erlitten nach Polizeiangaben nicht lebensgefährliche Verletzungen. Die Frau wurde im Gesicht und am Bauch verletzt, der Mann am Bauch. Die beiden Opfer wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Polizist erlitt eine Stichverletzung an der Schulter.

Küchenmesser als Tatwaffe

Der Vorfall ereignete sich am Montagabend, während zahlreiche Feierlustige in Manchester dem neuen Jahr entgegen fieberten. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben einen Notruf kurz vor 21 Uhr (Ortszeit, 22 Uhr MEZ).

Der Augenzeuge Sam Clack, ein Mitarbeiter des britischen Radiosenders BBC, schilderte seine Eindrücke des Vorfalls. Zunächst habe er einen «Furcht einflössenden Schrei» gehört. Dann habe er gesehen, dass der mutmassliche Täter auf ihn zulief. «Ich schaute nach unten und sah, dass er ein Küchenmesser mit einem schwarzen Griff und einer gut 30 Zentimeter langen Klinge hatte.»

Messerangriff in Manchester

«Es war nur Angst, nackte Angst», sagte Clack. Sicherheitskräfte hätten einen Elektroschocker und Pfefferspray gegen den Angreifer eingesetzt. Dann seien «sechs oder sieben» Polizisten auf den Mann gesprungen. Ein Snapchat-Video zeigt, wie Sicherheitskräfte ihn auf den Boden drücken. In einer weiteren Aufnahme ist auch zu hören, dass der Mann «Allahu Akbar» ruft.


Vergeltung für Bombenangriffe

Bei dem Angriff äusserte sich der Mann laut Clack auch zu seinen Motiven. «So lange ihr weiterhin andere Länder bombardiert, wird diese Art von Mist weiter passieren», sagte der Verdächtige demnach. Er habe vor und während der Tat «Allah» gerufen und noch etwas, das er aber nicht verstanden habe.

Der Verdächtige wurde nach Angaben der Sicherheitskräfte festgenommen. Die Polizei sprach von einem «kritischen Vorfall». Nach Angaben des Vize-Polizeipräsidenten von Manchester, Rob Potts, hat die britische Anti-Terror-Polizei den Fall an sich gezogen.

Zugleich betonte Potts, dass der Vorfall beendet sei. Es gebe zunächst keine Hinweise, dass eine grössere Gefahr bestehe.

Feier trotz Angriff

Die zentrale Silvesterparty in Manchester wurde trotz des Angriffs fortgesetzt. Allerdings wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Im Mai 2017 war Manchester Ziel eines Bombenanschlags. Der Selbstmordattentäter Salman Abedi, ein Brite mit libyschen Wurzeln, sprengte sich nach einem Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande in die Luft. Er riss 22 Menschen mit in den Tod, darunter sieben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Das jüngste Opfer war acht Jahre alt.

(afp)