Milo Moiré in Köln

08. Januar 2016 11:18; Akt: 08.01.2016 13:26 Print

«Frauen sind kein Freiwild»

Der Auftritt von Milo Moiré auf der Kölner Domplatte ist vorbei. Heute nahm sie Stellung zu den massiven Gewaltübergriffen an Frauen während der Silvesternacht in Köln.

Milo Moiré trat um 11 Uhr auf der Kölner Domplatte auf.
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Milo Moiré hat mit einer Performance auf der Kölner Domplatte Stellung zu den massiven Gewaltübergriffen an Frauen während der Silvesternacht genommen. Die Performance führte sie bei Eiseskälte nackt durch.

Dabei hielt Moiré ein Plakat hoch. Ihre Botschaft war klar: «Respektiert uns! Wir sind kein Freiwild, selbst wenn wir nackt sind!»

Windiger Auftritt

«Nach rund 30 Minuten war die Performance vorbei. Es war sehr kalt und windig», erzählt Moiré 20 Minuten. «Ich musste gegen den Wind ankämpfen, um das Plakat hochhalten zu können.»

Doch: «Mein Auftritt ist sehr gut angekommen. Einige Leute haben sogar applaudiert, Männer und Frauen», so Moiré. «Andere sind einfach nur vorbeigelaufen oder haben kurz angehalten, mein Plakat gelesen und haben mich dann fotografiert.» Mit der Zeit habe sie die Performance sogar genossen.

«Sie ist sichtlich nervös»

Vor dem Auftritt war dem jedoch nicht so. Ihr Lebensgefährte Peter Palm meinte: «Sie ist sichtlich nervös. Das Schlimmste wäre, wenn sie körperlich angegriffen wird.»

Moiré: «Natürlich machte ich mir Gedanken, dass ich durch die Polizei abgeführt oder von Männern angegriffen werde.» Als die Polizeibeamten sie aber so nett empfangen und sich um ihre Sicherheit gesorgt hätten, habe sie sich sicherer gefühlt.

Stimme der Frauen

Wie es zu dieser Performance kam, erklärt Palm so: «Sie sieht sich als die Stimme der Frauen», so Palm. «Ihre Botschaft war an die Männer gerichtet.» Moiré habe damit zeigen wollen, dass Männer kein Recht haben Frauen zu begrabschen, egal, wie aufreizend oder nackt sie gekleidet sind.

Moiré: «Ich bin fest davon überzeugt, dass Frauen nicht mehr als Sexobjekte wahrgenommen werden, wenn man einer nackten Frau genauso viel Respekt entgegenbringt wie einer angezogenen Frau.» Und: «Generell sollen Frauen furchtlos und selbstbewusst ihre Freiheit leben, aber stets mit einem wachsamen Auge.»

Polizei war vor Ort

Die Polizei Köln hatte von dem Auftritt Kenntnis: «Wir werden vor Ort sein», sagt Sprecherin Natalie Stach vor der Performance.

Zu dem Auftritt selber wollte sie keine Stellung nehmen. Doch: «Solange sie mit ihrer Nacktheit niemanden sexuell belästigt, darf sie da auftreten», so Stach.

(qll)