02. Mai 2007 18:37; Akt: 02.05.2007 18:46 Print

«Gaddafi ist ein verrückter Clown»

In den USA sind erstmals Tagebuchaufzeichnungen des früheren Präsidenten Ronald Reagan veröffentlicht worden. Daraus wird ersichtlich wie Reagan wirklich über seine Zeitgenossen dachte.

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Die Auszüge aus den handschriftlichen Einträgen wurden am Dienstag im Magazin «Vanity Fair» abgedruckt.

Sie geben Einsichten in die Politik der 80er Jahre, seine Beziehung zum sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow und den Anschlag auf sein Leben.

Jeden Tag seiner Amtszeit von 1981 bis 1989 brachte Reagan seine Gedanken und Erlebnisse zu Papier, nur mit Ausnahme der Zeit, die er nach dem Attentat am 30. März 1981 im Krankenhaus verbrachte. Später beschrieb er, wie er an dem Tag Blut hustend in Auto kauerte. Er zog daraus das Fazit: «Angeschossen werden tut weh.»

In dem Tagebuch, das in seiner ganzen Länge am 22. Mai vom HarperCollins Verlag veröffentlicht werden soll, setzte sich Reagan ausführlich mit den Entwicklungen im Nahen Osten auseinander.

Seine Kritik an der israelischen Invasion des Libanons 1982 brachte er demnach zum Ausdruck, indem er gegenüber dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin im Zusammenhang mit einem Angriff auf Beirut bewusst vom «Holocaust» sprach.

Den libyschen Staatschef Muammar Gaddafi bezeichnete er als einen «verrückten Clown». Reagans Besorgnis über die Lage im Nahen Osten war gar so gross, dass er häufiger fürchtete, das Ende der Welt sei nahe.

Neben Politik enthält das Tagebuch Anekdoten über hochrangige Gäste. Bei einem Besuch von Prinz Charles etwa sei dem Küchenpersonal ein Fauxpas unterlaufen. So habe der britische Thronfolger in seiner Teetasse einen Teebeutel vorgefunden und laut Reagan später gesagt: «Ich wusste nicht, was ich damit tun sollte.»

(sda)