Aktivisten sind verärgert

19. Juni 2011 15:42; Akt: 20.06.2011 16:19 Print

«Gehorsame Ehefrauen» expandieren

Den «Club der gehorsamen Ehefrauen» gibt es jetzt auch in Indonesien. Das Motto des Clubs ist klar: Die Frau muss ihrem Ehemann gehorchen, besonders beim Sex.

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Den «Club der Gehorsamen Ehefrauen» gibt es jetzt auch in Indonesien. (Bild: Keystone)

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Der «Club der gehorsamen Ehefrauen» expandiert: Nach Malaysia hat nun auch Indonesien eine Niederlassung - zur Verärgerung von Frauenrechtsaktivisten. Etwa 50 Frauen und ihre Ehemänner nahmen am Samstagabend an der Eröffnungsfeier in einem Restaurant in Jakarta teil. Der Club hält Frauen an, ihren Männern zu gehorchen und ihnen alle Wünsche zu erfüllen.

«Eine Frau muss ihrem Ehemann in allen Bereichen zu 100 Prozent gehorchen, besonders bei der Sexualität», sagte die Vorsitzende Gina Puspita. Im Club sollen die Frauen auch lernen, wie ihre Männer im Bett zufriedenzustellen sind. Der Club wurde in Malaysia von der konservativen islamischen Gruppe Global Ikhwan gegründet. Die Organisatoren haben erklärt, sie wollten mit ihren Lehren Prostitution und Scheidungen eindämmen.

Die indonesische Organisation für Frauenrechte KOMNAS Perempuan erklärte, ein solcher Verein sei nutzlos und werde in Indonesien keine Unterstützung erhalten. «Der Gehorsam sollte von beiden Seiten kommen, von dem Ehemann und der Ehefrau», sagte Sprecher Husein Muhammad am Sonntag. «Ein solcher Club ordnet die Frauen unter.» Ellin Rozana vom Fraueninstitut erklärte, die Bemühungen des Vereins gingen in die falsche Richtung. Prostitution sei mehr auf Armut zurückzuführen als auf unerfüllte sexuelle Wünsche.

Die Organisatoren des «Clubs der gehorsamen Ehefrauen» gründeten im Jahr 2009 bereits einen Ableger ihres Polygamie-Clubs in Indonesien. Frauenorganisationen und geistliche Führer reagierten damals verärgert.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • UdSSR am 19.06.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage an die Psychiatern

    Was treibt manche Menschen in die freiwillige Sklaverei?Sind diese Frauen masochistisch?

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  • Alexej Nimeros am 19.06.2011 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder ein Missbrauch der Religionen

    So schade es ist, aber mit solchen Vorrednern wird die islamische Kultur weiter in die Ecke des Extremismus gedrängt. Jedoch haben in den islamischen Republiken, die Herrscher (alle samt männlich) wohl derart viel Angst vor Frauen, dass man sie so klein als möglich hält. Um ihnen keine Möglichkeit zu geben, eigene Träume zu haben, oder was noch viel schlimmer wäre, eine eigene Meinung. Das Modell von Herr und Sklave wird zu immer mehr Unzufriedenheit führen. Und auch die "Gehorsamen Ehefrauen" werden sich irgendwann gegen ihre Unterdrückung wehren.

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  • icky am 20.06.2011 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich schlecht?

    Ich sehe es nicht nur negativ. Die Einstellung der Frauen ist doch gut. Schade ist nur, dass deren Männer das nicht schätzen. Stellt euch vor: beide Parteien würden so denken, es wäre ein wunderbares Zusammenleben.Aber eben, nur die Frauen mit der Einstellung, Männer aber nicht ist natürlich nicht richtig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • icky am 20.06.2011 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich schlecht?

    Ich sehe es nicht nur negativ. Die Einstellung der Frauen ist doch gut. Schade ist nur, dass deren Männer das nicht schätzen. Stellt euch vor: beide Parteien würden so denken, es wäre ein wunderbares Zusammenleben.Aber eben, nur die Frauen mit der Einstellung, Männer aber nicht ist natürlich nicht richtig.

  • Gast am 19.06.2011 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gegensätze

    Bei uns diskutieren wir, ob man nun Fussgängerstreifen sagen darf oder ob es zwingend Zebrastreifen heissen muss, weil das weibliche Geschlecht mit Fussgängerstreifen nicht angesprochen wird. In anderen Ländern wird die Frau als Ware angesehen, die "dem Mann jeden Wunsch" erfüllen muss. Diese Gegensätze sind für mich erschreckend und zeigen ganz klar auf, welche Probleme Priorität haben sollten.

  • Alexej Nimeros am 19.06.2011 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder ein Missbrauch der Religionen

    So schade es ist, aber mit solchen Vorrednern wird die islamische Kultur weiter in die Ecke des Extremismus gedrängt. Jedoch haben in den islamischen Republiken, die Herrscher (alle samt männlich) wohl derart viel Angst vor Frauen, dass man sie so klein als möglich hält. Um ihnen keine Möglichkeit zu geben, eigene Träume zu haben, oder was noch viel schlimmer wäre, eine eigene Meinung. Das Modell von Herr und Sklave wird zu immer mehr Unzufriedenheit führen. Und auch die "Gehorsamen Ehefrauen" werden sich irgendwann gegen ihre Unterdrückung wehren.

    • Advocatus Diavoli am 19.06.2011 16:51 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Missbrauch

      Das ist kein Missbrauch der Religionen, sondern deren konsequente Anwendung. Entweder stimmt, was im Koran (und übrigens auch in der Bibel) steht, oder es stimmt nicht. Natürlich stimmt es nicht, aber dann muss man eben auch die Konsequenzen daraus ziehen. Sich einfach die Stellen rauszusuchen die einem passen kann ja kein religiöser Standpunkt sein. Oder hat sich denn Gott geirrt, war der Autor der Zeilen besoffen? Was heisst das für den Rest des Buches, stimmt der auch nicht?

    • S. Elbiev am 19.06.2011 18:41 Report Diesen Beitrag melden

      Freiwillig

      Die machen das freiwillig, also wieso die Aufregung? So wie es im Westen immer blöde Ideen gibt, gibt es die auch woanders, man soll bloss nicht denken, nur die Menschen im Westen seien Menschen und kämen auf blöde Ideen.

    • Damir am 19.06.2011 19:14 Report Diesen Beitrag melden

      Alle Macht den Frauen

      Ja besser währe es so wie in der Schweiz, 50% Scheidungsrate. Der Mann arbeitet 10 Stunden damit er die Alimente für die Frau bezahlen kann und lebt trotzdem am Existenzminimum, währenddessen hat die ex schon einen neuen und vernachlässigt das gemeinsame Kind.

    • Abdel Raschid am 19.06.2011 21:50 Report Diesen Beitrag melden

      Schade ist..

      Das Traurige an der Sache ist die Missinterpretation mit welcher die Gruppe eine positive Sache im Islam negativ darstellt. Der gehorsam welcher der Mann als recht ansieht hat auch die Frau. Die meisten Paartherapeuten betonen wie wichtig der Sex für die Beziehung ist, der Islam bläst ins gleiche Horn, so wie der Mann nicht Glücklich sein kann, so ist es auch mit der Frau. Genau darum gilt es für beide.

    • icky am 20.06.2011 07:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Damir

      Mir gefällt Damirs Kommentar. Er bringt hier auch die andere Sicht hinein. Natürlich ist es nicht in Ordnung, wie die Frauen unterdrückt werden, aber unsere Ehen funktionieren auf eine andere Art nicht wirklich gut. Wir sollten vor der eigenen Haustüre kehren.

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  • UdSSR am 19.06.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage an die Psychiatern

    Was treibt manche Menschen in die freiwillige Sklaverei?Sind diese Frauen masochistisch?

    • Karin am 19.06.2011 18:35 Report Diesen Beitrag melden

      das geht so:

      Es ist dasselbe Muster, dass verprügelte Kinder später zu prügelnden Ehegatten treibt. Dasselbe Muster, dass die Kinder von Alkoholikern zu Alkis werden lässt. Etc. Nicht jeder kriegt die Kurve. Es ist schwer. Einige brauchen mehr Hilfe als andere und nicht in allen Ländern ist die Hilfe gleich gross. Gerade die Kinder aus schwierigen Familien (Drogen, Gewalt) werden schnell coabhängig und sind mit dieser Störung leider sehr empfänglich für weiteren Missbrauch und es findet sich immer irgendwer, der das ausnützt.

    • Dr.Mensch am 19.06.2011 19:23 Report Diesen Beitrag melden

      Opfer der Pädagogik

      Nein mit Masochismus hat es nichts zu tun. Das Problem liegt in der Erziehung. Kleine Mädchen werden zu devoten Frauen konditioniert. Alles unter dem Deckmantel Religion und Kultur! Von Generation zu Generation... Einfach traurig!

    • Asterix am 19.06.2011 20:13 Report Diesen Beitrag melden

      Sicherheit, Geborgenheit, ... ?

      Freiwillige Sklaverei heisst evtl. eine gewisse "Sicherheit", "Geborgenheit", ... . Der Sklave muss keine Entscheide treffen, keine Verantwortung tragen, alles wird "einfacher", vielleicht ist er auch in seiner Rolle gefangen und kennt nichts anderes, hat Angst, aus dieser Rolle auszusteigen, oder er kann es ganz einfach nicht. Er hat Angst, seinen "Herrn" zu verlieren, ist abhängig (Geld) von ihm. Durch eine falsche Interpretation von Religion glaubt er sich besonders "gut", so dass er mal in den "Himmel" kommt. Jeder war mal Kind, fühlte sich mehr oder weniger wohl in dieser Rolle.

    • pourcois ne pas am 19.06.2011 21:50 Report Diesen Beitrag melden

      fragen über fragen

      warum wohnt jemand neben einer autobahn oder einem akw? warum arbeiten leute bis sie tod umfallen und viel geld auf dem bankkonto haben? warum laufen frauen mit schuhen rum die weh machen? warum lassen wir andere nicht leben wie sie wollen? warum denken wir wir sind besser als alle anderen?

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