Nigeria

03. Juli 2014 23:37; Akt: 03.07.2014 23:37 Print

«Geister der Opfer» töten Boko-Haram-Terroristen

Die Terroristen von Boko Haram werden auf mysteriöse Weise von Schlangen und Bienen attackiert. Zwei gefangene Kämpfer glauben, dass die Islamisten mit einem Fluch belegt wurden.

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Am 17. Oktober sagte Boko Haram zu, die gefangenen Schülerinnen im April 2015 freizulassen. Ende Februar haben einige Mädchen nach Vergewaltigungen Kinder geboren. Islamisten der Gruppe Boko Haram erlangten internationale Beachtung, weil sie am 15. April 2014 mehr als 200 Schulmädchen in ihre Gewalt gebracht hatten. Mitte Juni wurden in Nigeria erneut 60 Frauen und Mädchen sowie 31 Buben verschleppt Er gilt als Chef der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram: Abubakar Shekau. Dieses Foto stammt aus einer Videobotschaft, die am 12. Mai 2014 veröffentlicht wurde. Es zeigt Dutzende der entführten Schulmädchen. Erst Anfang Juni sollen Boko-Haram-Kämpfer weitere 22 Frauen im Norden des Landes entführt haben. Hier protestieren einige Frauen der «Bring back our Girls»-Bewegung. Am 12. Juni hatte ein Gericht in Abuja das durch die nigerianische Polizei eingeführte Demonstrationsverbot wieder aufgehoben. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verspricht, die 270 entführten Schulmädchen in Sicherheit zu bringen. Die radikalislamistische Terrorgruppe Boko Haram solle für ihre Taten verantwortlich gemacht werden. Er ist seit 2010 Chef der nigerianischen Terrororganisation Boko Haram: . Er gilt als intelligent, präsentiert sich in Videobotschaften aber gerne als völlig durchgeknallt. Die USA, die Boko Haram 2013 als Terrorgruppe definierten, haben ein Kopfgeld von sieben Millionen Dollar auf Shekau ausgesetzt. Seit 2009 terrorisiert Boko Haram Nigeria. Die Organisation ist für den Tod von rund 10'000 Menschen verantwortlich. Erklärtes Ziel der Terrorgruppe ist es, den mehrheitlich muslimisch geprägten Norden Nigerias vom christlich dominierten Süden abzutrennen und ein strikt islamistisches Kalifat zu errichten. Am 6. Mai bot US-Aussenminister John Kerry Hilfe an: Er will ein helfen. Die Massenentführung von gegen 300 Schülerinnen seit dem 14. April 2014 setzt Staatspräsident zunehmend unter Druck. Ihm wird Untätigkeit, Unfähigkeit und Korruption vorgeworfen. Auch die steht unter Beschuss. Abgesehen davon, dass sie ebenfalls korrupt ist, soll sie mit Boko Haram zusammenarbeiten. Ausserdem wirbt die Terrororganisation Mitglieder der Armee ab und schleust eigene Mitglieder in die Armee. (Bild: Brigadegeneral Chris Olukolade versucht, Demonstranten zu beruhigen, 6. Mai) Seit Wochen fordern die Menschen in zahlreichen Städten Nigerias die Freilassung der fast 300 entführten Mädchen und demonstrieren gegen die Regierung und die Terrororganisation. (Bild: trauernde Mutter) «Keine Freilassung, keine Stimme»: Das Plakat bezieht sich auf die Wahlen, die im 2015 anstehen. «Das ist Terrorismus, nicht Islam»: Die Massenentführung hat die ethnisch gespaltene Bevölkerung zusammengeführt. Doch am 6. Mai verschleppte Boko Haram in Warabe im Norden weitere elf Mädchen. Am 5. Mai wurde bekannt, dass die First Lady zwei Protestführerinnen hatte verhaften lasssen. Patience Goodluck (Bild) warf den beiden vor, sie wollten den Ruf ihres Mannes zerstören. Die Proteste gegen die Untätigkeit der Regierung nehmen täglich zu. Christen und Muslime fordern die Freilassung der Mädchen und ein Ende der Entführungen. Am 5. Mai 2014 bekennt sich der Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau (Mitte) in einem Video zur Entführung der gegen 300 Mädchen im Norden Nigerias. «Ich habe eure Mädchen entführt», sagt Shekau im Video, «ich werde sie auf dem Markt verkaufen, so Gott will.» Die Mädchen waren am 14. April 2014 im Norden des Landes entführt worden. Je nach Angaben gelang zwischen 43 und 52 Kindern die Flucht. 2.5. Die Vorstellung, dass die Mädchen als Sexsklavinnen missbraucht werden, ist unerträglich. Es ist nicht das erste Mal, dass Boko Haram Mädchen und junge Frauen entführt. Aber noch nie wurden so viele aufs Mal entführt: 276 Schülerinnen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren wurden am 14. April in Chibok im Norden Nigerias verschleppt. Rund 52 Schülerinnen gelang die Flucht.

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Terroristen der Boko Haram müssen auch gegen die Natur kämpfen. So erzählen zwei gefangen genommene Krieger, dass sie in ihren Verstecken von Schlangen und Bienen attackiert wurden. Das berichtet die nigerianische Lokalzeitung «Vanguard Reports». Kolo Mustapha, einer der Festgenommenen, sagt, durch die Attacken seien mehrere Kämpfer ums Leben gekommen.

Mustapha glaubt nicht an einen Zufall. Die Angreifer seien in Wirklichkeit die Geister von Menschen, die unter der Boko Haram gelitten haben oder getötet wurden. Er selber habe aber noch nie jemanden getötet. Der zweite Festgenommene, Umar Abor, glaubt, die Bewohner und Eltern der entführten Kinder hätten die Boko Haram mit einer Art Fluch belegt. Abor nennt diese Magie «Juju». «Ja, das waren eindeutig Juju-Bienen», so Abor.

Verdächtige festgenommen

Doch auch sonst läuft es für die Terroristen nicht besonders gut. Am 1. Juli hat das nigerianische Militär nach eigenen Angaben mehrere Verdächtige festgenommen. Es handle sich um den Anführer einer «Spionagezelle» und mehrere Mitglieder der Gruppe, teilte die Armee mit. Zuvor verhaftete das Militär Mitte Juni rund 500 Männer, die zu Boko Haram gehören sollen.

Die Gruppierung sei «aktiv an der Entführung der Mädchen beteiligt» gewesen. Unter den Festgenommenen seien auch mehrere Frauen, hiess es. Zur Entführung der 276 Mädchen hatte sich die islamistische Gruppe Boko Haram bekannt, die für einen Gottesstaat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias kämpft.

In den vergangenen Wochen verübte die Terror-Organisation mehrere Anschläge. Ziel waren Kirchen, aber auch WM-Public-Viewings in Nigeria. Eine neue Pew-Research-Studie zeigt, wie wenig Rückhalt die Terrorgruppe Boko Haram in der Bevölkerung hat.

(bat)