Christoph Meili

05. April 2009 22:30; Akt: 05.04.2009 21:31 Print

«Hier bin ich in Sicherheit»

von Deborah Rast - Christoph Meili ist seit Donnerstag zurück in der Schweiz. Mitten im Medienrummel versucht er, sein Leben neu aufzugleisen. Später will er seine Kinder in die Schweiz holen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Gestern Mittag bei Radio 1: Der ehemalige UBS-Wachmann Christoph Meili (40) gibt Roger Schawinski ein Interview. Mit bitteren Worten rechnet er mit seiner ehemaligen Wahlheimat, den USA, ab: «Das Einzige, was ich bereue, ist vor zwölf Jahren ausgewandert zu sein.» Er sei dort nur ausgenutzt worden. «Seit 9/11 bin ich zu einem Feind des Staates geworden», sagt der verwirrt wirkende Meili. Er ist überzeugt, der Anschlag auf das World Trade Center sei nur inszeniert gewesen, um den Bankern zur Weltherrschaft zu verhelfen.

In der Schweiz, «in Sicherheit», soll alles besser werden: Meili will hier eine Zukunft für seine drei Kinder (4, 14 und 16 Jahre) aufbauen. Vorerst hat er sie aber in den USA zurückgelassen. Die beiden älteren haben erst wenige Tage vor der Abreise von seinen Plänen erfahren. Auch seine Frau Grace bleibt in Kalifornien bei ihren Eltern. Meili ist froh über die räumliche Distanz: «Sie ist schizophren. Das hat unsere Ehe stark belastet.»

Im Moment lebt der 40-Jährige bei einem Kollegen in der Nähe von Olten – die Miete bezahlt der «SonntagsBlick». Über seine berufliche Zukunft weiss er noch nicht viel: Er würde gerne im Büro, im Verkauf oder als Bauer arbeiten. «Es wird sicher schwer, eine Stelle zu finden», meint er. Bis Meili einen Job hat, will er stempeln gehen. Der Ex-Wachmann hat Angst, von Mitmenschen bedroht zu werden. Passiert sei bis jetzt aber nichts.