Bootsunglück in Missouri

22. Juli 2018 10:32; Akt: 22.07.2018 10:32 Print

«Ich weiss nicht, wie ich es schaffen soll»

Bei einem Bootsunglück verlor Tia Coleman neun Familienmitglieder. Auch ihr Ehemann und ihre drei Kinder starben beim Unfall.

Tia Coleman hat den den Missouri-Bootsunfall überlebt. Neun Familienmitglieder kamen dabei ums Leben. (Video: AP)
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Ein Amphibienfahrzeug ist am Donnerstag auf einem See im US-Bundesstaat Missouri untergegangen. Mindestens 17 Menschen wurden dabei mit in den Tod gerissen, darunter neun Mitglieder einer Familie. 14 Passagiere hatten überlebt.

Eine Überlebende des Bootsunglücks hat jetzt geschildert, wie sie durch die Tragödie zur Witwe wurde und neun Familienmitglieder verlor – darunter drei ihrer Kinder.

Frau verliert Ehemann und Kinder bei Bootsunglück

Sie überlebte das Bootsunglück

Unter Tränen gab Tia Coleman auf einer Pressekonferenz am Samstagabend (Ortszeit) Einblicke in ihre Gefühlswelt, wie sie das Drama mit insgesamt 17 Toten erlebte. «Ich weiss schon jetzt, wie absolut schwierig es sein wird, nach Hause zurückzukommen, und ich weiss nicht, wie ich es schaffen soll», sagte Coleman vor den Medien.

Coleman verlor beim Untergang des Ausflugsboots nicht nur ihren Ehemann, sondern auch drei Kinder im Alter von einem, sieben und neun Jahren sowie einen Onkel, einen Neffen, beide Schwiegereltern und ihre Schwägerin. «Seit ich ein Zuhause habe, war es immer voll mit Leben, voll mit kleinen Füssen, Lachen und meinem Mann.» Nun blieben ihr nur noch die Erinnerung daran, mit «welch wunderbaren Menschen» sie ihr Leben geteilt habe.

«Sie werden die Schwimmwesten nicht brauchen»

Coleman gehörte zu den 31 Insassen des Bootes, das bei einem plötzlich aufkommenden Unwetter auf dem Table Rock Lake kenterte – einem sehr beliebten Ausflugsziel südlich der Stadt Springfield. An Bord befanden sich auch Schwimmwesten, doch angeblich hielt es der Bootskapitän für unnötig, die potenziellen Lebensretter anzulegen.

«Über Ihnen sind die Rettungswesten: Es gibt drei Grössen», soll er bei der Abfahrt gesagt haben, so schildert es jedenfalls Coleman. Und weiter: «Ich werde Ihnen zeigen, wo sie sind, aber Sie werden sie nicht brauchen, also machen Sie sich keine Sorgen.» Nach diesen beschwichtigenden Worten des Kapitäns habe ihre Familie dann auf die Westen verzichtet.

Die Verkehrssicherheitsbehörde NTSB will nun prüfen, ob im Zusammenhang mit den Schwimmwesten, dem Verhalten der Bootscrew und dem Wetter nachweisbare Fehler begangen wurden.

(sil/sda)