09. Juli 2007 17:11; Akt: 09.07.2007 17:11 Print

«In Deutschland würde Marco W. härter bestraft»

Marco W., der zur Zeit in einem türkischen Gefängnis in Untersuchungshaft sitzt, sollte sich nicht freuen, wenn er nach Deutschland ausgeliefert wird. Das behauptet eine Frau mit einschlägigen Erfahrungen.

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Brigitte Haase hat einen Sohn, der vor vier Jahren für dasselbe Vergehen wie Marco W. verurteilt wurde, wie die türkische Zeitung «Hürriyet» berichtet. Inti, wie der Junge heisst, hatte Sex mit seiner Freundin gehabt. Die Mutter des Mädchens habe darauf behauptet, es sei vergewaltigt worden. Inti wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt; er kommt dieses Jahr frei.

Brigitte Haase meint, Marco W. tue gut daran, sich nicht nach Deutschland ausliefern zu lassen. «Es wird nur eine Partei angehört - das Mädchen und seine Mutter», behauptet Haase.

«Deutsche Richter haben meinen 15-jährigen Sohn zu fünf Jahren Haft verurteilt. Sie haben Inti nicht einmal zugehört. Es wurde nur darauf geachtet, was das Mädchen und seine Mutter sagten.»

Haase begreift nicht, warum die Leute derart negative Ansichten über das türkische Rechtssystem hegen, wie «Hürriyet» schreibt. In Deutschland würde Marco W. viel härter bestraft als in der Türkei, meint sie. «Genau das haben wir mit Inti erlebt.»