Trend in Argentinien

22. Dezember 2015 17:48; Akt: 22.12.2015 18:30 Print

«Ja, ich will – wirklich nicht»

In Argentinien organisiert eine Firma falsche Hochzeiten – mit unerwarteten Wendungen. 20 Minuten hat mit einem der Firmengründer gesprochen.

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Hochzeiten sind toll – solange es nicht die eigene ist: Weil immer weniger junge Leute heiraten, aber keiner auf die rauschenden Hochzeitspartys verzichten will, organisieren junge Argentinier gespielte Hochzeiten.

Das Prinzip der Veranstaltung ist einfach: Man kauft eine Eintrittskarte und nimmt an der «Falsa Boda», der falschen Hochzeit, teil. «Ein paar Wochen vor dem Event führen wir ein Casting durch», erklärt Gastón Gennai zu 20 Minuten, ein Mitgründer von «Falsa Boda». Wer schauspielerische Erfahrung hat oder gut tanzen kann, darf die Braut oder den Bräutigam spielen. Sonst ist man einer der geladenen Gäste.

Jede Hochzeit ist eine Überraschung

Die schauspielerischen Künste sind nötig: Jede «Falsa Boda»-Hochzeit verbirgt eine unerwartete Geschichte. Mal lässt die Braut den Bräutigam in letzter Minute sitzen und plötzlich springen zwei Trauzeugen ein, die angeben, sich seit längerer Zeit zu lieben. Mal schreit plötzlich ein Mann aus dem Publikum, die Hochzeit könne nicht stattfinden, weil er und der Bräutigam ein Paar seien. Am Schluss heiraten sie. Eingeweiht sind nur die Protagonisten, die Gäste erleben das volle Drama.

«Falsa Boda» trifft in Argentinien den Nerv der Zeit. «Wer geht nicht gerne an eine Hochzeit? Unsere Gäste takeln sich gerne auf, lassen sich mit ihren Freunden fotografieren, tanzen bis zum Morgengrauen oder hängen gerne an der Bar mit Kollegen», erklärt Gennai weiter. So sei die Idee auch entstanden, gibt er zu. Beim allerersten Event seien sie noch selber dabei gewesen. «Keiner von uns wollte wirklich heiraten», meint er.

Inzwischen fanden 14 falsche Hochzeiten statt — und sie werden immer erfolgreicher. «Bei der letzten Veranstaltung in Buenos Aires kamen 1100 Partygäste», so Gennai. Der Eintritt kostet umgerechnet 30 Franken. Das Organisationsteam ist inzwischen auf zehn Mitarbeiter gewachsen. Sie bleiben ihrer Linie alle treu: Keiner hat bis jetzt geheiratet – und keiner hat es vor.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ihr Mann am 22.12.2015 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Trends..

    jedes Mal wenn jemand meine Frau mit meinem Familiennamen anspricht bin ich unheimlich stolz und geehrt, dass sie jetzt meinen Namen trägt. Von allem ein bisschen ist ok, aber irgendwann will man etwas richtiges.

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  • SugarSkul315 am 22.12.2015 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    toller "Trend"

    das ist nun wirklich unnütz, tut mir leid.

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  • Londinium Cross am 22.12.2015 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe nicht ganz

    Wozu soll das gut sein? Ich meine was bezwecken Leute, die das tun?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alevin am 23.12.2015 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Heut zu tag ist eh alles falsch und gespilt selbst in Facebook ;)

  • Marcel Meier am 23.12.2015 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesellschaft

    Das gesehen und gesehen werden, den Gesunden Menschenverstand trüben zeugen von einer sehr Degenerierten Gesellschaft.

  • Reto am 23.12.2015 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lustige Idee

    ...es ist wohl wie eine Art Rollenspiel. Davon gibt es ja viele: Mittelalter, Fantasy etc. Ich finde die Idee irgendwie unterhaltsam

  • sk am 23.12.2015 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso nicht

    keiner traut sich mehr, denn wer unterschreibt schon einen vertrag der zu 50 Prozent scheitert. doch sind wir ehrlich, wer träumt nicht gerne von der ganz grossen liebe.

  • Peter am 23.12.2015 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    geht auch einfacher

    Ein bisschen viel Aufwand um die Familie und Freunde mal wieder zu sehen, nicht?