Lachen über Sean Penn

11. Januar 2016 20:21; Akt: 11.01.2016 20:21 Print

«Jedi-Rat ermittelt wegen Interview mit Darth Vader»

Für die Internet-Community ist Sean Penns Interview mit dem Drogenbaron El Chapo ein gefundenes Fressen.

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In einem episch langen Artikel schreibt der Schauspieler und Regisseur Sean Penn im «Rolling Stone»-Magazin über die Begegnung mit El Chapo. Ein User namens Carlo Hebdo ersetzt den Drogenboss auf dem dazugehörigen Foto flugs mit dem «Star Wars»-Bösewicht Darth Vader und schreibt dazu: «Der Jedi-Rat ermittelt gegen Sean Penn, weil er Darth Vader interviewte.» Manche Twitterer erinnerten sich an andere Begegnungen von Penn mit prominenten Lateinamerikanern - etwa mit Hugo Chavez, dem 2013 verstorbenen Präsidenten von Venezuela: «Die Freundschaft mit Hugo ist vorbei, jetzt ist Chapo mein bester Freund.» Der Moment der Erkenntnis: «Moment, heisst das, El Chapo ist der Typ, der mir all das Gras verschafft? Und ich hab dafür gesorgt, dass er erwischt wurde?» Dass der Drogenboss kurz nach dem Interview festgenommen wurde, war für manch einen wahrlich inspirierend. «Hätte die CIA den Rolling Stone bloss dazu gebracht, Sean Penn im Jahr 2001 für ein Interview mit Bin Laden loszuschicken. Das hätte uns viel Zeit gespart.» «Und wann trifft sich Sean Penn mit Kim Jong-un?» «Ich will, dass Sean Penn mit dem Typen spricht, der mein Velo geklaut hat. «Edward Snowden sagt den Kaffee mit Sean Penn ab», witzelt ein weiterer Twitter-Nutzer. Auch die journalistische Qualität des Interviews wird heftig kritisiert: «Sean Penn hat dem Journalismus das angetan, was Milli Vanilli dem Gesang angetan haben.» «Warum fragte Sean Penn El Chapo nicht, wie viele echte Journalisten seine Organisation umgebracht hat?» «Die Cops haben El Chapo offenbar vor die Wahl gestellt: Entweder Sean Penns Artikel Zeile für Zeile redigieren oder sich ergeben.» «Sean Penn interviewte einen den mächtigsten Drogenbosse des Kontinents und schaffte es, einen Artikel über sich selbst zu schreiben. Ich bin wahrhaft beeindruckt.» «Einfach grossartig, wie die ganze Medienbranche Sean Penn hasst, nur weil er ein Interview bekam, für das jeder von ihnen seine Mutter getötet hätte.» «Während wir alle hier sitzen und über Sean Penn und El Chapo sprechen, stehlen George Clooney und ein Team von Meisterdieben den Powerball-Jackpot.»

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Hollywoodstar Sean Penn interviewt den flüchtigen Drogenbaron Joaquín Guzmán alias El Chapo, woraufhin dieser gefasst wird. In einem episch langen Artikel im «Rolling Stone»-Magazin schreibt der Schauspieler und Regisseur über die Begegnung – ein Bild zeigt Penn und Guzmán beim Händeschütteln.

Das ist Stoff genug für witzige, spöttische, aber auch ernste Einträge in den sozialen Medien (siehe auch Bildstrecke). Ein User etwa nimmt das Bild zum Anlass für einen Tweet und ersetzt den Drogenboss kurzerhand mit dem «Star Wars»-Bösewicht: «Der Jedi-Rat ermittelt gegen Sean Penn, weil er Darth Vader interviewte.»


Wusste Penn eigentlich, was er tat? «Moment, heisst das, El Chapo ist der Typ, der mir all das Gras verschafft? Und ich hab dafür gesorgt, dass er erwischt wurde?»

Penn als Risiko

A propos erwischt: Dass der Drogenboss kurz nach dem Interview festgenommen wurde, wirkt für manchen ebenfalls inspirierend. «Hätte die CIA den ‹Rolling Stone› bloss dazu gebracht, Sean Penn 2001 für ein Interview mit Bin Laden loszuschicken», schreibt einer. Andere wünschen sich ein Treffen Penns mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un – oder mit «dem Typen, der mein Velo geklaut hat».

Prominente Gesuchte dürften sich wohl nicht mehr so schnell mit Penn treffen wollen: «Edward Snowden sagt das Treffen mit Sean Penn ab», fabuliert ein Twitterer über den von den USA gesuchten Ex-NSA-Mitarbeiter und Whistleblower.

«Milli Vanilli des Journalismus»

Viel Häme kriegt Penn wegen seiner Kompetenz als Journalist ab. «Sean Penn hat dem Journalismus das angetan, was Milli Vanilli dem Gesang angetan haben», twittert einer. Ein anderer spottet, der Hollywoodstar habe einen der mächtigsten Drogenbosse interviewt und es geschafft, einen Artikel über sich selbst zu schreiben.

Man habe El Chapo vor die Wahl gestellt, spottet Journalist und Autor Don Van Natta Jr. mit einem Verweis auf Penns ellenlangen Artikel: «Entweder Sean Penns Artikel Zeile für Zeile redigieren oder sich ergeben.»

Gefahr und Neid einer Zunft

Drogenkartelle und Journalismus – eigentlich ein ernstes Thema. So gibt es auch diejenigen, die an die Risiken erinnern, die Reporter in Mexiko eingehen. «Warum fragte Sean Penn El Chapo nicht, wie viele echte Journalisten seine Organisation umgebracht hat?»

Wieder andere stellen fest, dass Penn mit diesem Interview schaffte, wovon tausende Journalisten träumen. Drehbuchautor Zack Stentz twittert ironisch: «Einfach grossartig, wie die ganze Medienbranche Sean Penn hasst, nur weil er ein Interview bekam, für das jeder von ihnen seine Mutter getötet hätte.»

Last but not least diese Überlegung: «Während wir alle hier sitzen und über Sean Penn und El Chapo sprechen, stehlen George Clooney und ein Team von Meisterdieben den Powerball-Jackpot

(kmo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • psylognom am 11.01.2016 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wette läuft

    Ich gebe El chapo 3 bis 6 Monate. Dann ist er wieder frei! ;-)

  • VIII, IX werdens zeigen am 12.01.2016 03:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kylo ren und so

    Sean Penn integrierte sich also quasi ins böse gegnerische Lager um dann genau dieses zu besiegen. Da macht das Star Wars Bild doch ziemlich Sinn.

  • GIESBERT am 11.01.2016 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    angst?

    hat penn keine angst vor rache?

Die neusten Leser-Kommentare

  • VIII, IX werdens zeigen am 12.01.2016 03:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kylo ren und so

    Sean Penn integrierte sich also quasi ins böse gegnerische Lager um dann genau dieses zu besiegen. Da macht das Star Wars Bild doch ziemlich Sinn.

  • GIESBERT am 11.01.2016 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    angst?

    hat penn keine angst vor rache?

  • psylognom am 11.01.2016 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wette läuft

    Ich gebe El chapo 3 bis 6 Monate. Dann ist er wieder frei! ;-)