15. April 2005 13:21; Akt: 15.04.2005 13:23 Print

«Jetzt geht es um die richtigen Kandidaten»

In Rom sind die Kardinäle am Freitag zu einer ihrer letzten Sitzungen vor Beginn der Papstwahl (Konklave) zusammengekommen.

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Hinter verschlossenen Türen geht es dabei auch um die Suche nach konsensfähigen Nachfolgekandidaten für Johannes Paul II. Nach italienischen Presseberichten gab es wenige Tage vor Beginn des Konklave am Montagnachmittag in Rom noch keinen klaren Favoriten.

Allerdings werde die Liste der Namen kürzer. «Jetzt geht es um die richtigen Kandidaten», schreibt der angesehene Vatikanist der Zeitung «Corriere della Sera», Luigi Accattoli.

Als konsensfähig kämen Kirchenmänner mit gemässigten Positionen in Frage, die der Mitte zwischen Reformern und Konservativen zugeordnet werden könnten. Auch «vielfach einsetzbare» Geistliche hätten gute Chancen.

Diese Anforderungen erfülle etwa der österreichische Kardinal Christoph Schönborn. Aber auch italienische Purpurträger wie Dionigi Tettamanzi, Camillo Ruini und Angelo Scola entsprächen den Beschreibungen.

Der Vatikanist der römischen Zeitung «La Repubblica», Marco Politi, berichtet, es gebe «zwei Neuigkeiten»: So wolle der italienische Kardinal Angelo Sodano, der zuletzt seltener als Kandidat genannt wurde, nicht vorzeitig aufgeben.

«Dann gibt es da noch den stillen Aufstieg des Patriarchen von Lissabon, Kardinal José da Cruz Policarpo.» Eine Möglichkeit sei «ein Ticket Tettamanzi-Re» - mit Tettamanzi als Papst und dem Italiener Giovanni Battista Re als Kardinalstaatssekretär.

Vor Beginn des Konklave ist an diesem Samstag noch eine abschliessende Sitzung der Kardinäle vorgesehen.

(sda)