Gewinnerfoto

13. Januar 2013 13:10; Akt: 13.01.2013 14:02 Print

«Matterhorn 4478 Meter bei Vollmond»

von Kian Ramezani - Eine Aufnahme des berühmtesten Schweizer Bergs hat es im Fotowettbewerb 2012 des Magazins «National Geographic» auf den ersten Platz in der Kategorie Orte geschafft.

Bildstrecke im Grossformat »
Gewinner in der Kategorie «Orte»: «Das war Magie, was sich vor meinen Augen abspielte. In solchen Situationen bin ich 100 Prozent auf die Fotografie konzentriert. Trotzdem fühlte ich diese enorme Befriedigung, weil ich wusste, dass das Resultat wunderschön sein würde. Und so kam es auch.» Gewinner in den Kategorien «Natur» und «Grand-Prize»: «Diese gut umsorgte indonesische Tigerin im Khao Kheow Open Zoo in Thailand heisst Busaba. Ich hatte sie schon oft fotografiert, und es wurde immer schwieriger, einen neuen Ansatz zu finden. Ich entschied mich, sie genauer zu beobachten und vielleicht ein verhaltenstypisches Bild zu schiessen. Die Gelegenheit ergab sich, als sich Busaba nach einem Bad in ihrem Privatpool trocken schüttelte. Ich muss demütig zugeben, dass Mutter Natur es an jenem Tag gut mir meinte.» Gewinner in der Kategorie «Menschen»: «Am Abend ist es Frauen erlaubt, in der Müllhalde nach Brauchbarem zu suchen (Dandora, Kenia).» Leser-Favorit in der Kategorie «Orte»: «Um an frisches Trinkwasser zu kommen, brechen die Inuit Brocken von einem Eisberg ab. Auf einem Jagdausflug stiessen wir auf diesen majestätischen Eisberg. Die perfekte Gelegenheit, genug Trinkwasser für den Rest der Reise zu besorgen (Pond Inlet, Nunavut, Kanada).» Leser-Favorit in der Kategorie «Menschen»: «Ein Rennen in den Fussstapfen des Forschers Roald Amundsen bringt die Teilnehmer auf die Hardangervidda-Hochebene in Norwegen. Diese 100 Kilometer lange Route über das Plateau, die Amundsen 1911 für seine Südpol-Expedition wählte, wird noch heute benutzt. Amundsen musste damals wegen schlechtem Wetter umkehren. Er sagte angeblich, dass der Versuch, den Hardangervidda zu überqueren, ebenso gefährlich und anstrengend war, wie die Bezwingung des Südpols. Die abgebildete Gruppe nutzte den Wettlauf als Training für eine Grönland-Überquerung.» Leser-Favorit in der Kategorie «Natur»: «Jeder Tag im Reservat beginnt mit etwas Neuem und endet mit denkwürdigen Erfahrungen und spektakulären Aufnahmen. Ich hatte viel Glück, die Gepardin Malaika und ihr Jungtier vor die Linse zu bekommen. Sie ist bekannt dafür, auf Fahrzeuge zu springen, was sie von ihrer Mutter Kike gelernt hat, die es ihrerseits von ihrer Mutter Amber gelernt hatte. Nun unterrichtet Malaika ihr Junges und schenkt dabei den Besuchern so unvergessliche Momente, wie diesen hier. (Masai Mara Nationalreservat, Kenia).» Lobende Erwähnung: «Mit seinem ausgezeichneten Gehörsinn hat ein Rotfuchs einen halben Meter unter der Schneedecke eine Maus aufgespürt. Durch einen hohen Sprung in die Luft bricht er die Eiskruste mit der Nase, taucht kopfüber in den Schnee ein und fängt die Maus (Wyoming, USA).» Lobende Erwähnung: «Diese traditionelle chinesische Wassersportart wird in Erinnerung an Qu Yuan - einen patriotischen Dichter im alten China - betrieben. Drachenboot-Rennen sind besonders beliebt anlässlich von Volksfesten, die bis zu 2000 Jahre alt sein können (Foshan, China).» Lobende Erwähnung: «Eisbrocken, die vom Gletscher Breiðamerkurjökull an Islands Ostküste abgebrochen sind, werden an den Strand gespült. Das Bild entstand in der Sommerdämmerung mit vier Minuten Verschlusszeit. Während zwei der vier Minuten beleichtete der Fotograf die Rückseite des Eisblocks.» Lobende Erwähnung: «In der heruntergekommenen psychiatrischen Anstalt Yayasan Galuh Rehabilitation Center ist in Bekasi, Indonesien, leben über 250 Patienten. Die meisten kommen aus armen Familien, die sich nicht mehr um sie kümmern wollen oder können. Andere waren obdachlos und wurden von der Polizei aufgegriffen. Die einzigen Leiden, die hier thearpiert werden, sind Hautkrankheiten. Es gibt weder Einstufungen, noch Psychotherapien oder Psychopharmaka. Über ein Drittel der Patienten ist angekettet, weil sie als gewalttätig und unkontrollierbar gelten.» Lobende Erwähnung: «Dank einem düsteren Wintertag gelang mir diese schauerlich-schöne Aufnahme des Pariser Wahrzeichens.» Lobende Erwähnung: «Ich war von tausenden Fischen umgeben, die sich synchron bewegten, um der Gefahr zu entkommen. Es war eine unglaubliche Erfahrung.» Lobende Erwähnung: «Diesen wilden Grizzli, der in Alaska an einem Wildpfad scharrt, fotografierte ich mit einem selbstgebastelten Fernauslöser (Alaska, USA).» Lobende Erwähnung: «Stelzenfischen ist eine Fangtechnik, die es nur in Sri Lanka gibt. Die Fischer sitzen auf einer Querstange, Petta genannt, die an einer Stelze befestigt ist, welche in einem Korallenriff steckt. Die lange Verschlusszeit zeigt, wie unstabil die Angelegenheit ist (Midigama, Sri Lanka).»

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Matterhorn bei Vollmond des kroatischen Fotografen Nenad Saljic hatte es bereits in die Auswahl «Best of June 2012» des Magazins «National Geographic» geschafft. Am Montag wurden die Gewinner für das gesamte Jahr bekannt gegeben, hier schaffte es die Schweizer Bergikone in der Kategorie «Orte» auf den ersten Platz.

Der 51-jährige Saljic, der in der Hafenstadt Split an der kroatischen Adria lebt, ist seit seiner Kindheit vom Matterhorn fasziniert. Seit 2009 führt ihn ein Buchprojekt über den Berg der Berge regelmässig nach Zermatt. «Ich habe dort sehr nette Menschen kennengelernt», schwärmt er auf Anfrage von 20 Minuten Online. Zu seinen Freunden zählt auch Ski-Legende Pirmin Zurbriggen.

Die Wetterbedingungen am 6. Januar 2012 waren günstig, weshalb Saljic seine Kamera auf dem Stativ stehen liess, als er nach 13-stündiger Autofahrt von Split nach Zermatt ins Bett ging. Um drei Uhr morgens stand er auf und fand jene magische Stimmung vor. «Ehrlich gesagt, ich glaube das Matterhorn weckte mich», sagt er. Für ihn ist der 4000er eine «alte Dame», die trotz ihrer Millionen Jahre «wunderschön» ist, weil sie ihre Erscheinung immer wieder verändert.

22'000 Bilder aus über 150 Ländern

Für den «Grand Prize» hat es Saljic nicht ganz gereicht, den heimste die Fotografin Ashley Vincent mit ihrer spektakulären Aufnahme der indonesischen Tigerin Busaba ein. Dieses sowie weitere Gewinnerbilder des National Geographic Photo Contest 2012 sehen Sie in der Bildstrecke oben.

2012 wurden gemäss «National Geographic» mehr als 22'000 Bilder aus über 150 Ländern eingereicht. Professionelle Fotografen ebenso wie Amateure bewarben sich in den drei Kategorien «Menschen», «Orte» und «Natur». Eine Jury bewerte die Bilder aufgrund ihrer fotografischen Qualität, Kreativität und Athentizität. Der Gewinner des «Grand Prize» erhält 10'000 Dollar Preisgeld sowie eine Reise nach Washington an den Hauptsitz von «National Geographic».