Die Rückkehr des Ex-Wachmanns

06. April 2009 09:38; Akt: 06.04.2009 12:43 Print

«Meili ist eine Nullnummer und Witzfigur»

Christoph Meili ist zurück in der Schweiz - und kriegt bereits sein Fett weg. UBS-Ehrenpräsident Nikolaus Senn schiesst scharf gegen den Ex-Wachmann.

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Gut inszeniert und begleitet von Journalisten aus dem Hause Ringier hat der gefallene UBS-Wachmann Christoph Meili seine Heimreise aus den USA angetreten. Am Donnerstag dann der erste Schritt auf Schweizer Boden nach elf Jahren im Exil. Seither begleitet ihn die Angst, dass ihm jemand «eis id Schnurrä haut», wie er dem «Blick» erzählte.

Tatsächlich: Die erste Verbalattacke lässt nicht lange auf sich warten. Heute meldete sich der langjährige UBS-Ehrenpräsident Niklaus Senn zu Wort. Senn war während der Affäre um die geretteten Holocaust-Akten Präsident der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft (SGB) - und hat den Wachmann nicht vergessen: «Für mich kann der erzählen, was er will. Für mich ist der eine Nullnummer», sagt Senn in einem Interview mit «Radio 1». «Jetzt prahlt er, wie er sein Geld ausgegeben hat und kassiert hier Sozialgeld. Der ist eine Witzfigur, mit der ich mich nicht mehr befasse», so Senn weiter.

Doch Meili betont heute in diversen Medien, dass er in der Schweiz «ein neues Leben anfangen» und «in der Schweiz eine Stelle finden» will. Dem «Blick» sagt er, er würde «sogar WC putzen», gemäss dem «Tages Anzeiger» geht es eher in Richtung «Buschauffeur, Taxifahrer, Wachmann oder Verkäufer». Dort könne er seine Fähigkeiten in die Waagschale werfen: «Meine Stärke liegt eindeutig in der Kommunikation». Wer sich an seine Videobotschaften aus den USA erinnert, kommt ins Zweifeln. Vielleicht lässt er sich auch deshalb ein Türchen offen, dereinst als Wachmann zurückzukehren. Schliesslich könnte er dort «selbständig arbeiten» und er hätte seine «Ruhe», sagt er. Laut Meili gibt es auch bereits Möglichkeiten, im Arbeitsleben Fuss zu fassen. «Aber die Verantwortlichen haben Angst vor den Reaktionen, weil ich so oft in den Medien auftrete».

Nie mehr Amerika

Die Zukunft Meilis scheint also mehr als offen, nur eines ist für ihn sicher: «In Amerika leben werde ich nie mehr». Von seinem vermeintlichen Staranwalt Ed Fagan und den jüdischen Organisationen sei er manipuliert worden. «Sie haben mir gesagt, ich solle in die USA ziehen; dort werde alles viel einfacher für mich. Aber das stimmte nicht», beklagt sich der Ex-Wachmann. «Einen Job hatte niemand.» Die Schweiz zu verlassen sei sein grösster Fehler gewesen. «In den USA konnte ich mich gegen viele Vorwürfe gar nicht wehren.»

Das holt er jetzt nach - und hofft auf einen Imagewechsel: «Mit meinen Auftritten in den Medien will ich zeigen, dass ich ein ganz normaler Typ bin.» Vielleicht ist der Grund aber auch ein anderer. Immerhin soll ihm der «SonntagsBlick» Medienberichten zufolge die Miete zahlen.

(meg)