Traditionsblatt

27. Juli 2014 06:50; Akt: 27.07.2014 06:59 Print

«New York Times» fordert Cannabis-Legalisierung

Die Zeitung vergleicht das Cannabis-Verbot mit der Prohibition. Ausserdem wird es als rassistisch bezeichnet, weil vor allem dunkelhäutige Männer kriminalisiert würden.

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In einem Leitartikel spricht sich die New York Times für die Legalisierung von Cannabis aus. (Bild: Keystone/Robin Utrecht)

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Die «New York Times», eines der angesehensten Presseorgane der USA, hat sich für die Legalisierung von Cannabis ausgesprochen. In einem Aufsehen erregenden Leitartikel vom Samstag wurde das Verbot mit den Zeiten der Prohibition von 1920 bis 1933 verglichen.

Damals waren Herstellung und Verkauf von Alkohol in den Vereinigten Staaten strikt untersagt. Dazu hiess es, Cannabis-Sucht bringe im Vergleich mit Alkohol- und Tabakabhängigkeit «relativ geringfügige Probleme» mit sich.

«Rassistisches» Cannabis-Verbot

In dem Leitartikel wiesen die Autoren darauf hin, dass genussfreudige Menschen schon während der Prohibition weitergetrunken hätten, wodurch «gesetzestreue Bürger zu Kriminellen gemacht wurden und Verbrechersyndikate ihre Blütezeit erlebten».

Ausserdem seien heute junge schwarze Männer laut FBI-Statistiken eindeutig die Hauptleidtragenden des im Ergebnis «rassistischen» Cannabis-Verbots.

Verkauf ab 21 Jahren

Nach Angaben der US-Bundespolizei gab es 2012 über 650'000 Festnahmen wegen Marihuana-Besitzes - wesentlich mehr als bei Kokain, Heroin und verwandten Drogen. US-Präsident Barack Obama wies auch bereits darauf hin, dass arme Jugendliche aus gesellschaftlichen Minderheiten häufiger für Marihuana-Konsum ins Gefängnis wandern als besser situierte Altersgenossen.

Zwar sprach sich die «New York Times» in ihrem - auch redaktionsintern kontrovers diskutierten - Beitrag dafür aus, den Verkauf von Marihuana an Heranwachsende unter 21 Jahren zu verbieten. Für gesunde Erwachsene scheine «moderater Konsum» aber keine Gefahr darzustellen, weshalb das vor mehr als vier Jahrzehnten vom Kongress auf Bundesebene erlassene Verbot unzeitgemäss sei.

Auf der Website der Zeitung warnten einige Leser davor, die Gefahr der beliebten «Einstiegsdroge» zu unterschätzen, andere bezeichneten eine Legalisierung als überfällig.

(ann/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • silverHAZE am 27.07.2014 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird Zeit für ein Umdenken

    es wird langsam Zeit, das ein umdenken statt findet. Nicht aus mode gründe, sondern auf freiheit des einzelnen. was hat es für eine erziehungsmasnahme in der schweiz, mit einer busse von 100.- belehrt zu werden. Ich selber kiffe gerne mal einen, trinke aber zum beispiel keinen alkohol, das problem ist nur, ich kann nicht alle 2-3 wochen schnell an eine saubere verkaufsstelle gehen und mir 1gr. holen um an einen abend mal zu chillen, sondern muss es bei zwielichtigen personen holen, die es mit weis was gestreckt haben. Es gibt viele in der Schweiz die kiffen, egal welchen alters oder in welcher Schicht, es gibt aber noch mehr, die keinen bezug dazu haben und es immer noch mit heroin gleichsetzen. Überlegt euch mal, ob ihr gerne euren alkohol von zwielichtigen typen kaufen möchtet, die es in einer verseuchten badewanne anmachen, oder doch lieber in einem staatlich kontrolliertem sauberem umfeld? ps: der kollaps wird ausbleiben, denn dies haben wir in zürich bereits um die 2000 wende bereits bewiesen, als wir dazumal legale marihuana verkaufsshops hatten. Lasst uns unseres laster, wie wir eures lassen

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  • Bruno Stettler am 27.07.2014 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Einstiegsdroge ???

    Solange ein grosser Teil des Volkes mit der Droge Alkohol sehr viel Geld verdient, werden die mit allen Mitteln versuchen, das Genussmittel Cannabis zu verbieten. Man will ja schliesslich keine Kunden verlieren. Also wird den Untertanen weiterhin vorgelogen, Cannabis sei eine Einstiegsdroge, obwohl schon lange bewiesen ist, dass Alkohol die Einstiegsdroge Nummer 1 ist. Vielleicht sollte die SVP da mal umdenken, denn Cannabis könnte auch von Bauern produziert werden.

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  • papa zynikos am 27.07.2014 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    us und a

    die amerikaner haben das verbot aus ökonomischen gründen eingeführt, haben es durch propaganda verteufelt. und jetzt erlauben sie es wieder, wiederrum aus ökonomischen gründen.... der "einfache" bürger wir von der legislative nur veräppelt und ausgenutzt.... das volk ist der staat, dass ich nicht lache...

Die neusten Leser-Kommentare

  • A. Geissbühler am 28.07.2014 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Legalisierung!

    Es reicht mit dieser linken Medienpropaganda für Cannabis. THC ist und bleibt ein gefährliches Rauschgift und gehört strikt verboten. Bereits die gelockerte Strafbarkeit vom Besitz erschwert die Polizeiarbeit. Jeder Polizist müsste eine Briefwaage mitführen, um die genaue Menge ermitteln zu können. Was soll das? Es braucht strenge Verbote dieses Rauschgiftes und endlich eine Durchsetzung der Gesetze! Eine Legalisierung wäre eine Katastrophe für die Polizeiarbeit, weil die Polizei dann nichts mehr gegen Kiffer in der Hand hätte und diese weder büssen noch bestrafen könnte. Das geht gar nicht!

    • Cliché am 29.07.2014 16:51 Report Diesen Beitrag melden

      Dann sollen...

      ...sie eben ein Auge auf die ganzen legal Besoffenen werfen, die nämlich viel mehr Radau machen als sämtliche Kiffer...

    • S.Rickenbach am 30.07.2014 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte überlegen Sie mal...LOGISCH

      Ja THC ist nicht ungefährlich, da haben Sie recht. Aber was ist mit MDMA, Cocain, GBL, Heroin, Crack, Speed, Ecxtasy... Ich denke die Polizei dürfte schon entlastet werden indem Cannabis legalisiert werden würde. Der Verkauf könnte staatlich geregelt werden und die Polizei könnte sich auf Dealer der härteren Drogen konzentrieren anstatt Personen zu belästigen die nur kiffen! Das macht mich nämlich traurig wie verkehrt diese Welt momentan ist! Alkohol fliesst in Bächen und Kiffer verstecken sich unter Brücken... Dabei will ich nur sagen, dass der Kiffer kein typisches Erscheinungsbild hat.

    • Cannaphil am 30.07.2014 19:59 Report Diesen Beitrag melden

      Legalisieren, und zwar sofort!

      "THC ist und bleibt ein gefährliches Rauschgift und gehört strikt verboten." - THC ist physiologisch non-toxisch, nicht besonders gefährlich und gehört daher ganz sicher nicht verboten. Sie sollten die Bewertung lieber Neurobiologen und -pharmakologen überlassen. Die Verbotsbefürworter tun immer so, als ob der Verweis auf eine angebliche Gefährlichkeit irgendwie ein Verbot rechtfertigen würde. Das tut es nicht! Die von euch propagierte Methode löst nichts von diesem Problem, setzt aber noch eines drauf, indem man die Konsumenten mittels Strafverfolgung noch zusätzlich schädigt. Heuchelei pur!

    • Stef am 30.07.2014 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Legalisierung

      es reicht mit dieser rechten medienpropaganda gegen cannabis. THC ist kein rauschgift sondern ein stoff von vielen! und wenn dann medikament und gehört endlich richtig erforscht. die strafbarkeit von besitz/ konsum erschwert die polizeiarbeit. jeder polizist muss sich wieder um die wichtigen arbeiten (verbrecher usw) kümmern können. es braucht eine legalisierung oder richtige liberalisierung und endlich vernünftige prävention mit klarem jugendschutz! geht jawohl oder?

    • J.G. am 03.08.2014 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      THC und CBD auch natürlich im Körper

      Im Gehirn selber hat es eine kleine Menge an THC und CBD. Im Cannabis ist dieser Stoff auch vorhanden. Mit dem Kiffen erreichern sich diese Stoffe, so entsteht das eigentliche "High." Durch den erhöhten bedarf an THC und CBD reagiert der Körper nach einer Zeit mit dem Abbau. Dies bedeutet, dass Cannabis nur schadet, wenn man es mehrmals in der Woche konsumiert.

    • Hamlet am 05.08.2014 02:58 Report Diesen Beitrag melden

      Aussage?

      Also nur weil es verboten gehört, muss man es verbieten und über Ursache und Wirkung redet man gar nicht. Also wir können ja auch überall 30km/h auf der Strasse einführen, das macht die Polizeiarbeit auch einfacher. Also ich habe keine Argumente gefunden die gegen oder für was sprechen. Nur das die Polizei härter durchgreifen soll, wieso den? Erklären sie das doch mal?

    • Marco Maier am 06.01.2015 10:15 Report Diesen Beitrag melden

      Richtigstellung

      Frau Geissbühler, Sie scheinen gegen links zu sein und damit automatisch gegen Cannabis, so wie Sie das miteinander verbinden. Das THC eine gefährliche Droge ist, ist NICHT DIE WAHRHEIT!!! Nur die aller Dümmsten lassen sich das sagen! Oder kennen Sie jemanden der je durch Cannabis zu Schaden gekommen ist? ... wohl kaum. Dagegen kennen Sie aber sicher jemanden aus Ihrem Bekanntenkreis, der dem Alkohol verfallen ist oder wahr und sich dabei sichtbaren Schaden zugefügt hat. Täglich kommen in der Schweiz 4 Menschen in Folge von Alkoholkonsum ums Leben. Muss das sein?

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  • Markus Lauener am 27.07.2014 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    wer was schlechtes denkt ...

    Nachdem die Cannabispräparate bis ca. 1950 noch rege benutzt wurden, verschwanden sie danach vollständig. Die Gründe dafür sind die med.-pharm. Entwicklung, die wirts. Aspekte und nicht zuletzt massive rechtliche Einschränkungen, die Mitte des 20. Jahrhunderts im internationalen Verbot für Cannabispräparate gipfelten. Trotz Verbot wurde die Cannabisforschung vor allem in den letzten 10 bis 15 Jahren stark vorangetrieben. Neuere Entdeckungen wie Cannabinoid-Rezeptoren tragen dazu bei, dass dass sich die Pharmazie und Medizin wieder vermehrt den interessanten Anwendung von Cannabis zuwendet.

  • Rolf am 27.07.2014 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cannabis nicht harmlos

    Habe viele Jahre gekifft bis ich Psychosen, Paranoia, Depressionen etc bekommen habe und zwar jedesmal wenn ich erneut konsumiert habe. Bin nicht gegen Legalisierung, Ammoniak ist ja auch nicht verboten obwohl tödlich. Die Verharmlosung kommt jedoch ausschließlich von Konsumenten und solche pauschale Aussagen sind gefährlich, vor allem für Jugendliche

    • eova sarrazin am 27.07.2014 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      psychose

      liegt vielleicht an den genen. aber ja fördernd is cannabis nicht gerade. ich kiffe jeden tag aber verharmlosen würd ich dieses kraut jetzt auch nicht, aber legalize it!

    • bart wakker am 01.08.2014 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      Allgemeinheit

      Man kann nicht von einer person auf die allgemeinheit schliessen. Viele geniessen es ohne nachteile, manche ertragen es abe nicht gut. Ist bei vielem so. Ja im enthousiasmus gegen prohibition und fuer legalisierung werden schon mal die gefahren und nachteile vergessen, einverstanden. Das ist aber eine folge jahrelange propaganda dagegen. Das hat dafuer gesorgt dass leute nichts mehr ernst nimmt, wenn behoerden fuer missbrauch warnen. Nach einer legalisierung kann und sollte man lernen, normal und moderat damit umzugehen, wie das bei alkohol auch moeglich ist. Aber halt nicht fuer jeden.

    • Hamlet am 05.08.2014 03:01 Report Diesen Beitrag melden

      Offene Diskussion

      Genau darum gehört das ganze auch in eine offen Diskussion. Meistens wird ja über gut und schlecht geredet, aber wieso ist etwas gut oder schlecht? je nach persönlicher Einstellung/Gewichtung/Erfahrung und genau darum gilt es sich auszutauschen. Aber wieso soll ein Jugendlicher auch die ältere Generation fragen, welche Erfahrungen sie damit gemacht haben, wenn man gleich kriminalisiert wird.

    • Marco Maier am 06.01.2015 10:27 Report Diesen Beitrag melden

      Was heisst nicht harmlos?

      Hallo Rolf, wenn jemand damit nicht klar kommt, darf er es auch gern lassen. Es wird ja niemand gezwungen, wie beim Alkohol mitzumachen. Aber dass du es auch einfach lassen kannst, macht es doch wieder harmlos. Oder hast du die Psychosen jetzt dauerhaft?

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  • PannaCotta am 27.07.2014 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Hanf heilt!

    Der Staat hat den Hanf auch nicht zu besteuern. Der Hanf soll frei bleiben, denn es ist das Sinnbild der geistigen Freiheit. Die lass ich mir auch nicht nehmen. Der Staat ist einfach die grösste Mafia, mehr gibts dazu nicht zu sagen.

    • hanfi am 27.07.2014 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      realy

      genau und wens erlaubt ist dann können wir nicht selber anbauen der staat zockt dich so was von ab.......gruss kein hanf fan aber verstehe euch

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  • braindead am 27.07.2014 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen

    Am Ende sind die ach so rückständigen Amerikaner wieder einmal die ersten mit einer brauchbaren Lösung. Die Idee existiert bei uns seit wenigstens 20 Jahren, aber was nützt das, wenn nie etwas in nützlicher Frist umgesetzt wird?