19. April 2005 14:08; Akt: 19.04.2005 14:21 Print

«Nobelpreis für Umwelt» an Schweizerin

Sechs internationale Umweltaktivisten sind in San Francisco mit dem renommierten Goldman-Preis für Umweltschutz ausgezeichnet worden.

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Zu den Preisträgern zählt die 34-jährige Schweizerin Stephanie Danielle Roth. Sie kämpft gegen den Bau von Europas grösstem Goldbergwerk im rumänischen Siebenbürgen. Gemäss Angaben des Goldman-Programmes ist Roth die «entscheidende Kraft» in der internationalen Kampagne gegen die von der kanadischen Firma Gabriel Resources geplante Goldmine bei Rosia Montana.

Laut Goldman will die Firma für ihre Pläne 2000 Menschen umsiedeln. 900 Häuser und zehn historische Kirchen müssten zerstört werden.

Gesundheit von 100 000 Menschen in Gefahr

Das Gold sollte im Tagbau gewonnen werden. Gold und Silber würden mit dem Gift Zyanid vom Erdgut getrennt. Zusammen mit Tonnen von Schutt, der mit Schwermetallen verseucht ist, kämen die Stoffe in den Fluss Aries. Damit würde die Gesundheit von 100 000 Menschen in der Region gefährdet, hiess es weiter.

Trotz grosser Opposition in der Bevölkerung und Skepsis seitens der EU ist das Projekt noch nicht vom Tisch, wie Goldman schreibt. Die Kampagne der Minengegner habe jedoch dazu geführt, dass die Weltbank bereits 2002 ihre Unterstützung für das Projekt zurückzog.

Die schweizerisch-französische Doppelbürgerin Roth arbeitete vor ihrem Engagement in Rumänien als Wissenschafterin und Journalistin für das Magazin «The Ecologist» in London. In Rumänien half sie bereits erfolgreich mit, den Bau eines Dracula-Themenparks zu verhindern. Dieser hätte einen alten Eichenwald zerstört.

«Nobelpreis für Umwelt»

Neben Roth wurde eine Biologin aus Kasachstan für ihre Kampagne gegen die Endlagerung von Atommüll in ihrer Heimat ausgezeichnet. Ein katholischer Priester aus Honduras erhielt den Preis, weil er sich für die Rechte von Landarbeitern und gegen das Abholzen von Wäldern stark macht. Ein indianischer Landarbeiter aus Mexiko wurde für seinen Einsatz für den Erhalt von Wäldern gewürdigt.

Der mit je 125 000 Dollar (rund 150 000 Franken) dotierte Preis, der als «Nobelpreis für Umwelt» gilt, wurde zum 16. Mal verliehen. Nach Angaben der Stiftung haben 107 Aktivisten aus 65 Ländern seit 1990 die Würdigung erhalten.

Mehr als 30 Umweltschutzorganisationen, darunter Greenpeace und WWF, sowie Umweltexperten aus über 45 Ländern reichen alljährlich ihre Nominierungen ein. Die Preisträger werden dann von einem achtköpfigen internationalen Gremium bestimmt.


(sda)