«Einfach Nieder-Österreich»

13. Januar 2009 13:13; Akt: 12.03.2009 12:03 Print

«Pension Fritzl» kommt ins Theater

Josef Fritzl muss sich für seine abscheulichen Taten im Frühling vor Gericht verantworten. Noch vorher wird man seine Geschichte als «Keller-Soap» in einem Wiener Theater verfolgen können. Die politische Rechte Austrias ist entsetzt.

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Die als «Keller-Soap» beschriebene Aufführung vom österreichischen Theaterregisseur Hubsi Kramar startet am 23. Februar im Wiener 3raum-Anatomietheater. Ganz so ernst wie das Thema ist es den Theatermachern aber nicht. Im Stück soll der Inzest-Vater Josef Fritzl mit den Mitteln der Satire dargestellt werden.

Wie der Künstler in seinem Programm verspricht, soll die Vorführung eine scharfsinnige Abrechnung mit der österreichischen Gesellschaft sein. «Im Keller unterm Teppich, Tiefer geht's nicht mehr. Einfach Nieder-Österreich», lautet das Motto des Werks, bei dem dem Zuschauer ein Wiedersehen mit den «bekanntesten und beliebtesten Österreichern» versprochen wird. Das Publikum trifft aber nicht nur auf den «Herrn Fritzl», sondern auch auf den «Fritzlsohn», die «Fritzltochter» und das «Fritzlstein-Monster», heisst es in der Ankündigung.

Empörung im rechten Flügel

Als einen «unglaublichen Skandal der nach harten Konsequenzen ruft» bezeichnete der rechtsorientierte Landtagsabgeordnete und Kultursprecher der FPÖ-Wien, Gerald Ebinger, das Vorhaben des Künstlers.

Kramar, so der Abgeordnete, «möchte durch sein unappetitliches Schauspiel nicht nur die Amstettnerinnen und Amstettner verunsichern und verärgern, sondern hat zeitgleich offenbar vor, dem österreichischen Volk einen unbeschreiblich grossen Schaden im Ausland zuzufügen», schreibt er in einer Pressemitteilung. Ebinger droht mit der Schliessung des Theaters.

Theatermacher Kramar hatte bereits im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, als er das Nazi-Drama «Der Gott Kurt» von Alberto Moravia in der deutschen Fassung erstaufführte.

(kle)