Kolumbien

16. Juli 2009 16:34; Akt: 16.07.2009 16:50 Print

«Problem-Nilpferd» löst Regierungskrise aus

Pepe, ein zwei Tonnen schweres Nilpferd, bringt Kolumbiens Regierung in Schwierigkeiten: Das mit seiner Gefährtin Matilde und Sohn Pepito in Freiheit lebende Nilpferd war Mitte Juni auf Anweisung des Umweltministeriums erschossen worden.

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Zur Begründung hiess es, das Tier sei eine Belastung für die Umwelt geworden. Stolz posierten Soldaten auf Fotos mit dem erlegten Tier, was in den Medien einen Sturm der Entrüstung auslöste. Das «Problem-Nilpferd» stieg prompt zur berühmtesten Persönlichkeit im Kolumbien dieser Tage auf.

Drogen-Nilpferd

Pepe gehörte zu einer Familie von 23 Nilpferden, die der einstige Boss des Drogenkartells von Medellin, Pablo Escobar, in seinem Zoo im Nordosten des südamerikanischen Landes gehalten hatte. Escobar hatte 1981 die ersten Exemplare aus Afrika importiert.

Nach seinem Tod wurde die Hacienda Nápoles mit Zoo 1993 vom Staat konfisziert. Im Jahr 2006 entkamen Pepe und Matilde in die Freiheit, wo sie offenbar alles vorfanden, was sie brauchten.

Friedliebende Tiere

Viele Leute in der Region hätten Sympathien für die friedlichen Tiere entwickelt, hiess es in lokalen Medienberichten. Man habe bei der Jagd Militär eingesetzt, um die Jäger vor aufgebrachten Bauern zu schützen.

Die Nachricht vom Abschuss «Pepes» führte zu einer grossen Empörung in den Medien. Die Regierung zog daraufhin die Abschussgenehmigung von «Matilde» zurück, die inzwischen mit ihrem Nachwuchs «Pepito» auf der Flucht ist. Zoos und Parks, darunter einer aus Costa Rica, haben angeboten, die Nilpferde aufzunehmen.

(sda)