Prozess in Wien

08. Januar 2019 19:13; Akt: 08.01.2019 19:13 Print

«Schönheits-Chirurg» geht während OP rauchen

Ein Serienpfuscher landete in Österreich vor Gericht. Er hatte unter anderem eine Brust-OP ohne Vollnarkose durchgeführt. Jetzt muss er acht Monate in Haft.

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Ein Arzt hat in Österreich sechs Monate in U-Haft gesessen. Gestern fand nun der Prozess gegen den Slowaken Yassine G. (42) vor dem Landesgericht in Wien statt. Die Vorwürfe wiegen schwer: Nach der Pleite seiner Praxis in Bratislava wurde der Arzt in einem Schönheitszentrum in Wien-Meidling angestellt – ohne Zulassung in Österreich und mit fatalen Folgen.

Unter Tränen erzählte Opfer Rana A. (24) vor Gericht, was sie bei einer günstigen Busenstraffung durch Yassine G. erlebt hatte: Der vermeintliche Beauty-Doc operierte sie ohne Vollnarkose. Als die Patientin vor Schmerzen schrie, spritzte er weiter lokale Betäubung – und ging rauchen. Beim Eingriff trug der Angeklagte Strassenkleidung, keinen Mundschutz, keine Handschuhe.

Yassine G. wollte keine Angaben machen

Das Resultat: eine Infektion. Andere Opfer berichten von offenen Wunden nach Brustimplantaten, Atemproblemen nach Nasen-Pfusch und einer gefakten Fettabsaugung für umgerechnet 1800 Franken.

Mit Top-Anwalt Herbert Eichenseder an der Seite bekannte sich Yassine G. umfassend schuldig, wollte aber sonst keine Angaben machen. Das Urteil: zwei Jahre teilbedingt, davon acht Monate in Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Chef des Schönheitszentrums ist untergetaucht.

(heute.at/vro)