Massentötung an Hunden

02. Februar 2011 14:24; Akt: 02.02.2011 14:25 Print

«Sein halber Kopf fehlte»

Er hoffte vergeblich auf das grosse Geschäft – und liess seine hundert Schlittenhunde bestialisch töten. Nun hat der kanadische Trekking-Veranstalter eine Klage am Hals.

(Quelle: AP Video)
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«Er schoss dem Hund in den Kopf. Sein halber Kopf fehlte, aber er lief immer noch umher». So beschreibt Marcie Moriarty, Direktorin der Tierschutzorganisation SPCA, die grauenvolle Hinrichtung von hundert Schlittenhunden eines kanadischen Trekking-Veranstalters, die wegen «Nicht-Rentierens» umgebracht wurden (20 Minuten Online berichtete). «Man schlitzte ihnen auch die Kehlen auf. Er tat dies vor den Augen der anderen Hunde, die angekettet waren. Das ist krank», schildert Moriarty das Massaker laut AP Video (siehe Clip oben).

Wegen ausbleibender Nachfrage abgeschlachtet

Das Trekkingunternehmen Outdoor Adventures habe sich für die Beseitigung der Hunde entschieden, weil nach den Olympischen Winterspielen die erwartete grosse Nachfrage nach Schlittenrennen ausblieb. Ein Angestellter sei demnach dazu angehalten worden, die Schlittenhunde im April 2010 zu töten, hiess es gemäss dem in Vancouver ansässigen Radiosender CKNW.

Währenddem der Mann die Tiere erschoss, sei er von zwei Hunden angesprungen und attackiert worden. Deshalb sei er dazu gezwungen gewesen, den angreifenden Tieren die Kehlen aufzuschneiden, hiess es gemäss CKNW. Der Anwalt des Angestellten sagte, dass es für ihn das Schrecklichste gewesen sei, das er jemals durchgemacht habe.

Psychische Probleme bekommen

Der Fall wurde publik, nachdem der Mitarbeiter eine Schadenersatzklage beim örtlichen Arbeitnehmerverband wegen «posttraumatischen Belastungsstörungen» eingereicht hatte. Er habe psychische Probleme bekommen, nachdem er dazu angehalten wurde, die Tiere zu beseitigen.

Die Firma Outdoor Adventures äusserte sich nicht zur Klage des Angestellten. Whistler Tourismus habe sämtliche Reservierungen über das Unternehmen bis auf Weiteres storniert, teilte eine Sprecherin mit. Die Tierschutzorganisation und die «Royal Canadian Mounted»-Polizei untersuchen nun den Fall. Moriarty vermutet, dass nicht das Unternehmen Outdoor Adventures, sondern einzelne Personen verklagt würden.

(dga)