Frau misshandelt Freund

18. Februar 2019 15:44; Akt: 18.02.2019 19:58 Print

Sie übergoss ihn mit kochendem Wasser

Alex Skeel (21) wurde monatelang von seiner 22-jährigen Freundin misshandelt. Jetzt spricht er erstmals über seine Tortur.

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Ihre Story begann als grosse Liebe und endete in einer Tragödie: Jordan Worth übergoss ihren Freund Alex Skeel mit kochendem Wasser, attackierte ihn mit einem Messer und liess ihn fast verhungern. Sein Leidensweg endete erst, als ein Polizist im Juni 2017 im englischen Stewartby an die Haustür klopfte. Dort wohnte das Paar mit seinen zwei kleinen Kindern.

In einem Interview äusserte sich Alex erstmals über diese Zeit: «Als der Polizist an die Haustür klopfte, war ich nur wenige Tage vom Tod entfernt.» Als der Beamte sah, dass Alex Schnittwunden an seinen Händen hatte und sein Arm verbrannt war, überredete er den jungen Mann, ihm zu sagen, wer ihm das angetan hatte. Wenig später wurde Jordan Worth festgenommen.

Er musste Kontakt mit seiner Familie abbrechen

«Sie sagte Sachen wie: ‹Ich mag die Farbe Grau nicht, du solltest kein Grau tragen.›.» Zog er trotzdem graue Kleider an, rastete Jordan aus. Auch was er für eine Frisur haben sollte, bestimmte sie. 2014 reichte es Alex, er trennte sich von Jordan. Doch plötzlich war sie schwanger, und Alex ging wieder zu ihr zurück.

In diesem Moment fing der Albtraum erst richtig an: Jordan zwang Alex, den Kontakt zu seinen Eltern abzubrechen und seinen Job zu kündigen, er durfte auch nicht mehr allein Auto fahren. Jordan kündigte sein Konto und nahm ihm alles Geld weg.

Und sie fing an, Alex zu misshandeln: «Eines Tages zwang sie mich, eine ganze Packung Schlaftabletten zu schlucken. Wenn ich schlief, schlug sie mir plötzlich mit einem Gegenstand auf den Kopf, bis ich blutete», erzählt er. «Ich durfte kaum etwas essen und musste auf dem Fussboden schlafen. Ich merkte, wie mein Körper immer schwächer wurde.»

«Ich hatte Angst, sie zu verlassen»

Auch nachts ging der Terror weiter: Jordan hatte einen Wasserkocher mit heissem Wasser auf dem Nachttisch. Sie bespritzte ihn mit dem Wasser oder überschüttete ihn damit. Im Interview sagt Alex, er habe es sich so lange gefallen lassen, weil er grosse Angst um seine Kinder hatte.

«Ich wollte nicht, dass unsere Kinder ihre Gewalt zu spüren bekamen, und stand deshalb als Jordans Zielscheibe bereit. Ich hatte Angst, sie zu verlassen – wegen der Kinder.» Weiter gab er an, dass er die Frau, die ihn misshandelte, liebte.

Der junge Mann trainiert heute in seiner Freizeit eine Kinderfussballmannschaft und kann offen über die häusliche Gewalt, die er erlebt hat, sprechen. Alex will damit anderen Männern Mut geben, sich Hilfe zu suchen.

Er sagt: «Als die siebeneinhalbjährige Haftstrafe gegen Jordan verhängt wurde, war ich so erleichtert. Ich hatte zum ersten Mal seit Jahren keine Angst mehr und wusste, dass ich frei bin – wenigstens für die Zeit ihrer Haft.»

(heute.at)