Taifun Neoguri

08. Juli 2014 07:20; Akt: 08.07.2014 14:00 Print

«Sogar das Haus fing an zu wackeln»

Der gewaltige Taifun Neoguri hat die südwestjapanische Inselregion Okinawa mit heftigen Sturmböen und Regen überzogen. Es gilt die höchste Alarmstufe.

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Im Südwesten Japans gab es am 10. Juli die ersten Todesopfer. Teile einer zerstörten Brücke, ein Transporter und massenhaft Treibgut liegen im Flussbett des Nashizawa bei Nagano. Sintflutartiger Regen und starker Wind: Passanten in Kawasaki kommen am nur mühsam voran. Betroffen sind auch weitere beliebte Ferieninseln wie hier auf der Insel Okinawa. Der Taifun «Neoguri» sorgte im Ort Uruma für Zerstörung. Die Behörden warnen vor Erdrutschen. Beschädigte Fisch-Käfige an der Küste der südkoreanischen Insel Jeju. Meterhohe Wellen prallten auf die Ostküste Südkoreas. Eine verlassene Strasse auf Okinawa. Am Dienstag, 8. Juli, traf der gewaltige Taifun Neoguri auf die südwestjapanische Inselregion. Eine halbe Million Bewohner wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. In Naha auf Okinawa hat der Taifun mehrere Bäume gefällt. «Neoguri» bewegte sich am Dienstagmittag (Ortszeit) mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern in der Stunde über dem Meer weiter in Richtung Norden. Die Windgeschwindigkeit nahe des Zentrums betrug mehr als 250 Kilometer pro Stunde. Die Schiffe, die im Hafen von Itoman auf der Insel Okinawa festgemacht sind, müssen den heftigen Winden trotzen. Frauen kämpfen am 8. Juli 2014 in der Stadt Naha auf Okinawa gegen die heftigen Regenschauer. Schiffe werden befestigt und in Sicherheit gebracht. Starke Winde werden in der Stadt Naha auf der japanischen Insel Okinawa erwartet. So zieht der Super-Taifun über Japan. Der Taifun «Neoguri» von einem Satelliten aufgenommen.

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Ein heftiger Taifun hat am Dienstag den Verkehr auf den japanischen Okinawa-Inseln lahmgelegt. Ein Mann kam ums Leben, als sein Boot in den hohen Wellen unterging, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Mehr als ein Dutzend Bewohner mussten mit Verletzungen wie gebrochenen Handknochen oder eingequetschten Fingern ins Spital gebracht werden, wie die «Okinawa Times» am Nachmittag meldete. Berichte über grössere Schäden lagen jedoch zunächst nicht vor.

Mit gewaltigem Tosen peitschte «Neoguri» durch die Strassen auf Okinawa, riss Zweige von den Palmen, stürzte Mopeds um. «Der Sturm ist so stark, dass sogar das Haus anfing zu wackeln», schilderte ein Bewohner der Provinzhauptstadt Naha im Fernsehen.

Laut des japanischen Meteorologiezentrums hatte Taifun Neoguri Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern.

(Video: Youtube euronews)

Die Behörden riefen rund 550'000 Menschen dazu auf, ihre Häuser zu verlassen. Das Meteorologiezentrum warnte vor peitschenden Regenschauern und bis zu 14 Meter hohen Wellen.

In Zehntausenden Haushalten fiel der Strom aus. Berichte über grössere Schäden lagen zunächst nicht vor. Die meteorologische Behörde hatte am Vortag die höchste Alarmstufe für die Region ausgegeben. Sämtliche Flüge in Okinawa wurden am Dienstag abgesagt. Der öffentliche Verkehr wurde ebenfalls eingestellt und die Autobahnen gesperrt.

Der Astronaut Reid Wiseman twitterte ein eindrückliches Bild des Taifuns:


Stärkster Sturm seit Jahrzehnten

Es handelt sich um einen der stärksten Stürme in Japan seit Jahrzehnten. Von nicht unbedingt notwendigen Aktivitäten im Freien sei dringend abzuraten, sagte Behördensprecher Satoshi Ebihara vor Reportern. «Alles, was nicht festgemacht ist, auch Kleinteile, können tödliche Geschosse werden», sagte Kommandant James Hecker. Auf Facebook gibt es inzwischen eine Gruppe mit dem Namen «Typhoon Neoguri Photos & Info», auf welcher die Betroffenen Infomationen über den Taifun und seine Folgen austauschen können.

Die Regierung richtet einen Krisenstab ein. Es wird erwartet, dass Neoguri Kurs auf die Insel Kyushu und dann auf die japanische Hauptinsel Honshu nimmt. Im Verlauf dürfte der Taifun über Land an Kraft verlieren, doch Windböen und heftiger Regen könnten für Erdrutsche und andere Schäden sorgen, warnte Ebihara vom nationalen Meteorologiezentrum.
(Video: Reuters)

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(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • m.b. am 08.07.2014 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    So schön dass es ist

    ein Häuschen am Meer zu haben. Denke in der Neuzeit ist es angebrachter ein paar Schritte mehr zum Strand zu laufen. Dafür blasen die Stürme die Bleibe nicht gleich weg.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • m.b. am 08.07.2014 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    So schön dass es ist

    ein Häuschen am Meer zu haben. Denke in der Neuzeit ist es angebrachter ein paar Schritte mehr zum Strand zu laufen. Dafür blasen die Stürme die Bleibe nicht gleich weg.

    • Oktaku am 08.07.2014 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Zum Glück kann man sich informieren

      Da Japan ein sehr gebirgiges Land ist, wurden viele Städte so wie Tokio an den Rändern der Inseln gebaut.

    • heiri am 08.07.2014 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Aus eigener Erfahrung

      Schon mal einen Taifun erlebt? Zur Info: Ein Taifun stoppt nicht am Strand, er geht auch in das Landesinnere. Sicher ist: in der Schweiz währen die Schäden bei Windgeschwindigkeiten von 250 km/h um das x-fache grosser.

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