Mordprozess

01. Februar 2011 17:35; Akt: 01.02.2011 17:49 Print

«Vom Teufel angetrieben»

von Judith Köhler, AP - Der mutmasslichen Taximörder vom Bodensee reiste eigentlich nach Deutschland, um seine Mutter zu töten. Und fühlte sich bei seinem Taten vom Teufel unterstützt.

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Der mutmassliche Taximörder erschien mit einer Sturmmaske vor Gericht. (Bild: Keystone)

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m Prozess um den Mord an einer Taxifahrerin in Hagnau am Bodensee erklärte ein Gutachter, der 28-jährige Angeklagte sei offenbar nach Deutschland eingereist, um seine Mutter zu töten.

Der Mann soll im Juni des vergangenen Jahres eine Taxifahrerin in Hagnau mit mehreren Messerstichen in den Hals getötet haben. Einen Tag zuvor soll er eine weitere Taxifahrerin in Singen zunächst mit einem Messerstich in den Hals lebensbedrohlich verletzt und danach in der Annahme, sie sei tot, vergewaltigt haben.

Rache an seiner Mutter

Bei seiner Zeugenaussage gab der Gutachter Einblicke in das Innenleben des Angeklagten, als er von den Begegnungen mit ihm im Vollzugskrankenhaus Hohenasperg berichtete. In den Gesprächen habe der 28-Jährige von Kränkungen durch seine Mutter berichtet, die «ihn nie geliebt» habe. «Ich bin nach Deutschland gekommen, um meine Mutter zu töten. Aber ich konnte es nicht», zitierte der Gutachter den Angeklagten. Mit den Verbrechen an den beiden Frauen habe er sich rächen wollen für das Leid, das ihm die Mutter angetan habe. Den übermenschlichen Drang nach Sex mit Toten habe der Angeklagte ebenfalls als Motiv für die Taten angegeben.

Der Gutachter habe erfahren, dass Andrej W. bereits in Russland Leichen ausgegraben haben soll? offenbar um ihnen Orden zu stehlen und diese weiter zu verkaufen. Im Laufe der Gespräche habe der Angeklagte auch «emotionale Reaktionen» gezeigt. «An mehreren Stellen hat er geweint und gesagt, dass ihm seine Opfer Leid täten.» Teilweise seien die Aussagen auch verwirrend und gegensätzlich gewesen. Immer wieder habe der Angeklagte «vom Teufel gesprochen» und wie dieser «ihn angetrieben hätte».

Das Urteil im Prozess wird das Gericht voraussichtlich am 8. Februar verkünden.