Licht am 24. Dezember

25. Dezember 2011 11:52; Akt: 25.12.2011 11:59 Print

«Weihnachtsstern» sorgt für grosses Rätseln

Helle Aufregung in der Schweiz und Deutschland: Der mysteriöse Himmelsschweif an Heiligabend brachte Telefonzentralen zum Erliegen. Eine weitere mögliche Erklärung ist aufgetaucht.

Im richtigen Moment mit Kamera zur Stelle: Leser-Reporter Patrick Hablützel hat das mysteriöse Objekt am Nachthimmel über Basel gefilmt.
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Die Mannheimer UFO-Meldestelle (CENAP) brach gestern total zusammen. Es war um 17.30 Uhr, als ein «Telefon-UFO-Meldeansturm sondergleichen» einsetzte, schreibt das CENAP in einer Mitteilung auf seiner Webseite. Grund war das aussergewöhnliche Flugobjekt, das ausgerechnet am Weihnachtsabend Tausende Menschen in der Schweiz und Deutschland in helle Aufregung versetzt hatte. Auch auf der Redaktion von 20 Minuten Online sind seit dem «Lotto-Sechser» am Weihnachtsabend dutzende Reaktionen aus der Schweiz, Deutschland und sogar aus Holland eingegangen. Und alle fragen sich noch immer: «Was war das?»

Werner Walter von der UFO-Meldestelle vermutet, dass es ein «grosser Bruder der Normalosternschnuppen» war, «ein sogenannter Feuerkugel-Bolide». Dabei handle es sich vereinfacht gesagt um eine riesige Sternschnuppe, deren Gesteinskern deutlich grösser ist als üblich. Diese Vermutung stellte gestern auch ein Leser von 20 Minuten Online auf. Doch jetzt taucht noch eine neue, mögliche Erklärung auf.

Komet «Lovejoy» als Ursache?

Ein anderer Leser glaubt nämlich, dass es sich um einen Kometen handelt. Er verweist auf die Seite raumfahrer.net. Dort wird am Nachmittag des 24. Dezembers – also noch vor Auftreten des Himmelsphänomens – über den Kometen C/2011 W3 berichtet. Dieser sorge zum Jahresende «ziemlich überraschend» auf der Südhalbkugel für Furore. Der Komet wurde am 27. November vom Australier Terry Lovejoy entdeckt. Am 21. Dezember wurde Komet «Lovejoy» vom Nasa-Astronauten Dan Burbank von der ISS aus fotografiert, als er in der Nähe der Erde vorbeiraste.

Keine Hinweise auf Flugzeugabsturz

Viele, die das rund 30 Sekunden dauernde Spektakel verfolgten, zogen auch einen Flugzeugabsturz in Betracht. Das Lagezentrum im Thüringer Innenministerium in Erfurt dementiert jedoch. Auf einen Flugzeugabsturz gebe es keine Hinweise. Es bestätigt jedoch, dass es eine Erscheinung am Himmel gegeben habe, die auch in anderen Bundesländern zu sehen gewesen sei.

Auch die russische Sojus-Trägerrakete wird als Ursache für den mysteriösen Schweif am Weihnachtshimmel nach wie vor vermutet. Diese hatte am Mittwoch drei Kosmonauten zur Internationalen Weltraumstation ISS gebracht. Das «Center for Orbital and Reentry Debris Studies» hat einen Wiedereintritt von Teilen der Trägerrakete für den 24. Dezember 2011 vorausgesagt. Zeit: ca. 17.41 Uhr.

Um was es sich genau handelte, kann also nach wie vor nicht mit Sicherheit gesagt werden. UFO-Forscher Werner Walter ist sich zumindest sicher: «Der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten war es nicht.»

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(meg)