Zürich

28. März 2011 23:00; Akt: 28.03.2011 23:33 Print

«Weltwoche» ergreift Partei für Hitler-Fan

Der Stil-Kolumnist der «Weltwoche» bagatellisiert die antisemitischen Pöbeleien von Stardesigner Galliano.

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Die Juden-Beschimpfung des Stardesigners John Galliano in einem Restaurant war eindeutig: «Ich liebe Hitler. Leute wie Sie sollten tot sein. Ihre Mütter, Vorfahren sollten alle verdammt vergast sein.» Dass er deswegen seinen Job bei Dior verlor, stört Mark van Huisseling (MvH), Kolumnist der «Weltwoche», offenbar. In der Stil-Beilage der aktuellen Ausgabe ergreift er Partei für Galliano: Man solle Designer entlassen, wenn ihre Verkaufszahlen fallen, so MvH weiter. Wegen Gallianos Worten aber werde «wahrscheinlich kein Jude (...) verfolgt und es wird kein neuer Führer kommen.» Schliesslich, so MvH, habe jeder das Recht, keine Kleider von Dior zu kaufen.

Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerisch-Israelitischen Gemeindebunds, sagt, man habe die Überlegungen van Huisselings «mit grossem Erstaunen» zur Kenntnis genommen. «Wir haben aber entschieden, nicht wegen jeder flapsigen Kolumne zu intervenieren», so Kreutner. Yves Kugelmann, Chefredaktor der jüdischen Zeitung «Tachles», kritisiert: «Es geht eben nicht nur um Mode, wie MvH bagatellisierend und letztlich legitimierend schreibt. Es geht um Diskriminierung und Antisemitismus. Die verantwortliche Presse sollte da nicht Komplizin, sondern verantwortungsbewusste Einordnungsinstanz sein und gerade jene Dinge anmahnen, die Gesetze verletzen.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz Moll am 29.03.2011 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    ich muss keine Weltwoche kaufen

    Schliesslich hat jeder das Recht, keine Weltwoche zu kaufen. Davon mache ich seit Jahren gebrauch.

  • Robert Stadler am 29.03.2011 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Weltwoche wohin?

    Ein weiterer peinlicher Ausrutscher der «Weltwoche». Aber er passt ins Bild dieses immer weiter nach Rechtsaussen driftenden SVP-Zentralorgans. Aus der einst liberalen, weltoffenen und auch im Ausland hoch geschätzten Wochenzeitung ist innerhalb weniger Jahre ein fremdenfeindliches, nationalistisches Schweizer Nabelschaublättchen geworden. Schade.

  • maria-rosa am 29.03.2011 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gedankengut

    Passt doch perfekt in das Gedankengut der Weltwoche,habe nicht anderes erwartet von Herrn Klöppel und seinen Schreiberlingen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz Moll am 29.03.2011 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    ich muss keine Weltwoche kaufen

    Schliesslich hat jeder das Recht, keine Weltwoche zu kaufen. Davon mache ich seit Jahren gebrauch.

  • Karl Hugentobler am 29.03.2011 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Die Medien sollten Themen wie Hitler oder Holocaust gänzlich vermeiden. Diese Bereiche sind uninteressant, irrelevant und derart weichgekocht, dass kaum ein Artikel noch nützliche Erkenntnisse bringen würde. Besser wäre ein Geschichtsbewusstsein, das sich insbesondere auch auf die ökonomische Ereignisse erstrecken würde.

  • Robert Stadler am 29.03.2011 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Weltwoche wohin?

    Ein weiterer peinlicher Ausrutscher der «Weltwoche». Aber er passt ins Bild dieses immer weiter nach Rechtsaussen driftenden SVP-Zentralorgans. Aus der einst liberalen, weltoffenen und auch im Ausland hoch geschätzten Wochenzeitung ist innerhalb weniger Jahre ein fremdenfeindliches, nationalistisches Schweizer Nabelschaublättchen geworden. Schade.

  • Eiter Büüle am 29.03.2011 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Galliano !

    Warum nimmt irgend jemand diesen exzentrischen Spinner John Galliano ernst? Der ist ungefähr so unwichtig wie sein Stil und Mode-Kreationen. Will Karl Lagerfeld nachäffen, dem er nicht das Wasser reichen kann.

  • Sauer Eifach am 29.03.2011 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Weltwoche? Rechtspolulismus!

    Das wäre ein Grund der oft gelobten Weltwoche zu zeigen dass Rechtspopulismus kein Thema sien kann. Das sit das Problem bei nicht linientruen Medien - irgendwann schwabbt es über und dann wirds übel. Also: ABos kündigen. Das hat mit freier Meinugsäusserung nichts zu tun! Oder ist man soweit dass die braune Masse wieder kommt?