«Grab der Hoffnung»

21. April 2019 01:45; Akt: 21.04.2019 01:45 Print

Der Papst warnt seine Gläubigen

In der Nacht auf Ostern hat sich das Oberhaupt der katholischen Kirche an die Gläubigen gewendet. Seine Botschaft: Weniger Misstrauen.

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Papst Franziskus hat die Gläubigen in der Osternacht dazu ermuntert, sich nicht in Unzufriedenheit und Hoffnungslosigkeit zu verlieren. «Manchmal wenden wir uns ausschliesslich unseren Problemen zu, die nie ausgehen.» Dies sagte das katholische Kirchenoberhaupt in seiner Predigt bei der Vigilfeier am Samstagabend im Petersdom.

«Wir bitten um die Gnade, nicht von der Strömung, vom Meer der Probleme weggetragen zu werden; nicht an den Felsen der Sünde und auf den Klippen des Misstrauens und der Angst zu zerschellen.»

Der Gottesdienst in der Osternacht markiert den Übergang vom Karsamstag zum Ostersonntag. Dabei wird an die Auferstehung von Jesus von den Toten nach christlicher Überlieferung erinnert.

Der Übergang von Tod zu Auferstehung prägt traditionell auch die Gestaltung des Osternachts-Gottesdienstes: Zu Beginn zieht der Papst mit einer Kerze in den dunklen Petersdom ein, dann entzünden auch die Gläubigen Kerzen. Erst dann geht das Licht an.

Anlass zu Hoffnung

Ostern gebe Anlass zur Hoffnung, machte der Papst klar. Oft scheine es, als würden unternommene Schritte nie ihr Ziel erreichen. «Man könnte auf den Gedanken kommen, dass die Enttäuschung aller Hoffnung das dunkle Gesetz des Lebens sei», sagte der 82-Jährige. Doch es sei das Misstrauen, das der Hoffnung im Wege stehe.

«Wenn man den Gedanken zulässt, dass alles schiefgeht und dass das Schlechte nie aufhört, dann glauben wir schliesslich, dass der Tod stärker ist als das Leben, und wir werden zynisch und spöttisch, krankhafte Entmutigung befällt uns», warnte der Pontifex.

«Stein für Stein errichten wir in uns eine Gedenkstätte der Unzufriedenheit, ein Grab der Hoffnung.» Er rief die Gläubigen auf, die Hoffnung nicht zu begraben. Die Geschichte von Jesus mache klar, dass der «Übergang von der Verschlossenheit zur Gemeinschaft, von der Trostlosigkeit zur Tröstung, von der Angst zum Vertrauen» möglich sei.

Zentrales Fest

Ostern ist für Christen in aller Welt das zentrale Fest. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Menschen über die Feiertage nach Rom. Papst Franziskus schliesst die Osterfeierlichkeiten im Vatikan am Sonntag mit einer Messe auf dem Petersplatz, den nach Angaben des vatikanischen Nachrichtenportals «Vatican News» rund 55'000 Blumen schmücken werden.

Anschliessend spricht er den Segen «Urbi et Orbi». Die lateinische Formel bedeutet «Der Stadt und dem Erdkreis» und wird nur Weihnachten, Ostern und nach einer Papstwahl erteilt.

Auch im Heiligen Land werden am Sonntag Tausende Christen aus aller Welt zu den Osterfeierlichkeiten erwartet. In der Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt werden mehrere Messen zelebriert. Die Kirche steht an der Stelle, wo Jesus nach christlicher Überlieferung gestorben und wieder auferstanden ist.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Zöhrer am 21.04.2019 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht die Kirche gerne...

    Ja warnen tut die Kirche gerne, wie Wasser predigen und Wein trinken...

  • Bob65 am 21.04.2019 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut gesprochen

    aber......... Neueste Meldung aus Sri Lanke stimmt mich anders.

  • Loreley am 21.04.2019 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz!

    Weniger Misstrauen? Sein ernst? Das von der Kirche mit den vielen "Kinderliebenden" Priestern? Wer da noch Vertrauen hat, dem ist nicht mehr zu helfen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lillibeth am 22.04.2019 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Text der predigt ist keine Warnung

    Genau. Ich habe mir die predigt 2 Mal angehört; sie enthält keine Warnung im eigentlichen Sinne. Jemand anderes hat es schon erwähnt: es geht primär darum, seine eigenen Grabsteine vor dem Herzen wegzuwälzen. Diese Grabsteine können sein: habsucht, Geiz, Gier, Neid, Hass, Misstrauen, DIESE Steine vor dem Herzen gilt es, wegzurollen. Evt. schafft das einer alleine nicht, aber Christus kann einem dabei behilflich sein. Auf Anfrage hilft er bestimmt.

  • Karin am 21.04.2019 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser predigen und Wein trinken

    Warum ist der Papst selber misstrauisch?Um seinen Palast und sich selber zu schützen,ist er von einer grossen Mauer umgeben.

  • Hans-Ruedi auf Reise am 21.04.2019 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kirche und Gott

    Sehr bedenklich, dass viele Menschen nicht mehr an Gott und die Kirche glauben. An alle die Gott als Hokuspokus bezeichnen: Der Menschen braucht Religion und nicht Konsum, Hass und mistrauen. Jede Religion ist etwas sehr schönes.

    • Annelies Pestalozzi am 22.04.2019 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hans-Ruedi Orangensaft

      @hansruediorangensaft Da bin ich ganz und gar Ihrer Meinung. Nur misstrauisch sein bringt nichts. Mit Kopf, Herz und Hand kommen wir weiter!

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  • Konstantin der Grosse am 21.04.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Der Kult der Mitra

    Die römisch katholische Kirche wurde von Kaiser Konstantin 325.a.D. (Konzil von Nicäa) ins Leben gerufen. Der Sonnenanbeter und Kult wurde einfach über Christus gestülpt und mit dem Kreuz die Welt untertan gemacht, einverleibt, unterdrückt und ausgeblutet bis ein gewisser Luther kam.

    • Jugni am 21.04.2019 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Konstantin der Grosse

      Okay das wussten wir nicht.Sehr interessant ist das.

    • Ueli am 21.04.2019 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Konstantin der Grosse, autsch!

      Aber ohne einen Konstantin wäre ein Luther überhaupt nicht denkbar, gelle?

    • Lillibeth am 22.04.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      @ueli

      Luther hat mit Konstantin d.G. überhaupt nichts zu tun. Luther störte sich v.a. am Ablasshandel durch P.Leo X (Giovanni dei Medici), der damit Geld für den Bau von St. Peter in Rom sammelte. Luther verfasste darauf seine 95 Tehsen und schlug diese am 31.10.1517 an die türe der Schlosskirche zu Wittenberg, was schlussendlich die Reformation auslöste. Mit Konstantin hat das echt nichts zu tun, aber mit seinen Nachfolgern und deren verderbtes Leben.

    • MadChengi am 22.04.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli

      Wenn die Kirche die reine Lehre Jesus Christus lehren würde, hätte es Luther und die Reformation in's Zwinglizeitalter wo Religion militarisiert und hierzulande zwangs-exerziert wird nie gebraucht! Liebet Gott und liebet eure/n Nächste/n wie dich selbst. That's it meine Lieben Mitmenschen!

    • Abschliessend am 22.04.2019 14:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Lillibeth

      Er beendete den Höhepunkt der Perversion der kath. Kirche; die Inquisition mit den einhergehenden Hexenverbrennungen, das führte zum 30jährigen Krieg wo man die Repräsentanten und Protagonisten dieses Monsters nochmals vor Augen geführt bekam.

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  • Glaubende am 21.04.2019 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht primär um einen grossen Stein

    Ja, DAS meinte der papst. Mit seiner Osternacht-Predigt meinte der Papst in erster Linie den Stein, mit dem das Grab Christi verschlossen worden war. Die Frauen, die am Ostermorgen früh zum Grab kamen und nicht wussten, wie sie den grossen Stein wegwälzen sollten, da dieser - obwohl sie zu dritt waren - zu schwer war. Dann war bekanntlich der stein weg, als sie ankamen. Steine wegwälzen kann man auch im eigenen Leben. Misstrauen ist z.B. auch ein stein, den man mal wegwälzen kann. Misstrauen gegen weiss ich wen oder was, oder generell mal die Steine von eigenen Unarten beiseite räumen.