Michael Ringier

04. Mai 2009 09:39; Akt: 04.05.2009 09:54 Print

«Wundertüte voll Schwachsinn, Trash, Verleumdungen»

Michael Ringier glaubt an die Zukunft der Zeitung. Das Gedruckte habe in der Wahrnehmung ganz klar einen Qualitätsvorsprung gegenüber dem Internet.

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Das Internet sei eine «Wundertüte voll Schwachsinn, Trash, Chabis, Verleumdungen und Pöbeleien». Ringier geht in einem Interview in der Montagsausgabe der «Mittellandzeitung» davon aus, dass die Gratiszeitungen auf die Lesegewohnheiten gerade der jungen Leute eine positive Auswirkung haben. «Wenn ich gewohnt bin, eine Zeitung in die Hand zu nehmen, dann habe ich schon mal keine Berührungsängste.»

Eine Zeitung müsse sich aber für die Jugend heute viel stärker in Szene setzen und überzeugen. Das gehe nur, wenn guter Journalismus geboten werde. Im Internet sei guter Journalismus selten. Das Internet sei hervorragend, wenn nach ganz spezifischen Dingen gesucht werde. Für Journalismus sei es aber bisher keine gute Adresse.

Damit die Leute für Zeitungen Geld ausgeben, müssen diese laut Ringier besser geschrieben, exklusiver, besser recherchiert, fundierter, überraschender, fröhlicher und emotionaler sein.

Vernetzte Medien

Die Zukunft gehöre aber sowohl dem Internet als auch den Zeitungen, sie liege in einer Vernetzung mehrerer Medien. Die Konsumenten wollten beides. Für die Verlage sei es jedoch unsinnig, alle Inhalte gratis ins Internet zu stellen. Das werde sich auch bei Ringier ändern.

Ringier geht davon aus, dass es in der Schweiz in Zukunft nur noch zwei, drei grosse Medienhäuser geben wird. Weiter bestehen könnten auch ganz kleine lokale Medien mit einem emotionalen Einzugsmonopol. «Ganz schwierig wird es jedoch für die grösseren der mittleren Unternehmen.»

(sda)